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Garden State – Trotz romantischer Klischees liebenswert

07 Okt

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Garden State

Gastrezension von Simon Kyprianou

Komödie // In Zach Braffs Regiedebüt geht es um den wenig erfolgreichen Jungschauspiler Andrew Largeman gespielt von Braff selbst. Zur Beerdigung seiner Mutter kehrt Andrew nach Jahren zum ersten Mal von Los Angeles in seinen Heimatort im „Garden State“ New Jersey zurück. Dort trifft er auf seinen von ihm entfremdeten Vater (Ian Holm), der ihm die Schuld am Tod der Mutter gibt, seine alten Freunde (unter anderen Peter Sarsgaard) und die bezaubernde Sam (Natalie Portman).

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Die Schwächen und Fehler von „Garden State“ sind offensichtlich: Braff bedient völlig unkritisch und unreflektiert das ausgelutschte und ermüdend unclevere Rom-Com-Konzept, Natalie Portman verkörpert – mit Abstrichen, aber doch in vielerlei Hinsicht – das „Manic Pixie Dream Girl“-Schema, ihre Figur wird teilweise entmenschlicht und instrumentalisiert als bloße Erlösungsfantasie für den deprimierten Protagonisten. Außerdem ist Braff nicht ganz ehrlich mit seinen Figuren, verleugnet am Ende des Films die Abgründe, die seine Geschichte eigentlich fordert, die Problemlösung ist ein Witz.

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Dennoch können und dürfen wir Braffs Film mögen. Trotz des blöden Rom-Com-Duktus und -Grundgerüsts ist die Geschichte ganz und gar nicht unintelligent. Vor allem ist die Art der Erzählung erfreulich: Braff findet eine eigene, lebendige Bildsprache, der Film ist angenehm surreal angehaucht, eine verschrobene Odyssee, witzig und romantisch. Manchmal, in den besten Momenten, da gelingt es den Dialogen sogar, weh zu tun, lebensklug und bedeutungsvoll zu sein.

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Auch bei „Scrubs – Die Anfänger“ hat Braff für einige Episoden auf dem Regiestuhl gesessen. Nun, zehn Jahre nach „Garden State“, kommt sein neuer Film „Wish I Was Here“ in die Kinos – Kinostart bei uns: 9. Oktober. Das hat im Vorfeld bereits hohe Wellen geschlagen, weil der durch die „Scrubs“-Gagen doch recht vermögende Braff Kickstarter zur Finanzierung genutzt hat, obwohl die Crowdfunding-Plattform eigentlich für mittellose Künstler gedacht ist. Egal wie man dazu stehen mag, eins ist sicher: Wir sind gespannt auf „Wish I Was Here“.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Natalie Portman sind in unserer Rubrik Schauspielerinnen aufgelistet.

Veröffentlichung: 1. März 2012 als Blu-ray, 7. November 2011 als DVD

Länge: 102 Min. (Blu-ray), 99 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 12
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch, nur Blu-ray: Französisch
Untertitel: Deutsch, Englisch, nur Blu-ray: Französisch
Originaltitel: Garden State
USA 2004
Regie: Zach Braff
Drehbuch: Zach Braff
Besetzung: Zach Braff, Peter Sarsgaard, Natalie Portman, Ian Holm, Ann Dowd, Method Man
Zusatzmaterial: 8 zusätzliche Szenen, Making-of; Pannen vom Dreh, Soundtrack-Promotion-Spot, Audiokommentar von Zach Braff und Natalie Portman, Audiokommentar von Zach Braff, Lawrence Sher, Myron Kerstein und Judy Becker, Wendecover, nur Blu-ray: neues Featurette „In the Mind of Zach Braff“
Vertrieb: Studiocanal Home Entertainment

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Copyright 2014 by Simon Kyprianou
Fotos & Packshot: © 2014 Studiocanal Home Entertainment

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