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Maze Runner – Die Auserwählten im Labyrinth: Lauf, Thomas, lauf!

15 Okt

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The Maze Runner

Kinostart: 16. Oktober 2014

Gastrezension von Matthias Holm

SF-Action // Sobald Hollywood einen Trend ausgemacht hat, wird dieser bis zum bitteren Ende ausgeschlachtet. Nach dem Erfolg von Harry Potter suchte man weitere Jugend-Fantasy-Bücher, die verfilmt werden konnten, aber sowohl „Der goldene Kompass“ und „Eragon“ floppten, einzig Percy Jackson bekam einen zweiten Leinwand-Auftritt. Ein weiteres Beispiel: die immer noch anhaltende Welle an Comicbuchverfilmungen, die Anfang der 2000er von den „X-Men“ und „Spider-Man“ losgetreten wurde.

Neuer Trend: Jugend-Dystopien

Nun wurde nach dem Erfolg der „Die Tribute von Panem“-Filme ein neuer Trend gewittert: Jugend-Dystopien. Doch nachdem „Divergent“ eher gemischte Kritiken bekam und als bloßer Trittbrettfahrer von Kattnis Everdeen galt, war die Skepsis vor dem nächsten Vertreter dieses Genres groß. „Maze Runner – Die Auserwählten im Labyrinth“ jedoch hält diesem Druck gekonnt stand.

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Thomas erinnert sich an seinen Namen

Ein Junge wacht in einem Käfig auf, der mit einem Fahrstuhl durch einen dunklen Schacht auf eine Lichtung befördert wird. Dort wird er von anderen Jungen in Empfang genommen. Kurz darauf kann er sich immerhin an seinen Namen erinnern: Thomas (Dylan O’Brian) ist nun Teil einer kleinen Gesellschaft, die nicht weiß, warum sie sich auf dieser Lichtung befindet. Unter der Führung von Alby (Aml Ameen) haben sich die jungen Leute immerhin mit diesem Umstand abgefunden.

Letztlich bleibt ihnen ohnehin nichts anderes übrig, ist die Lichtung doch von einem gewaltigen Labyrinth umgeben, in dem grausige Kreaturen namens Griewer abends, nachdem sich die Tore des Irrgartens geschlossen haben, ihr Unwesen treiben. Nur die Runner, angeführt von Minho (Ki Hong Lee), dürfen tagsüber in das Labyrinth, um nach einem Ausgang zu suchen. Als Minho eines Tages mit Alby zu lange im Labyrinth bleibt, rennt Thomas zu ihnen und setzt damit eine Kette von unheilvollen Ereignissen in Gang.

Langfilmdebüt von Regisseur Wes Ball

Im Vorfeld wurde „Maze Runner“ häufig als Mischung aus „Die Tribute von Panem“ und „Der Herr der Fliegen“ beschrieben. Das wird dem Film allerdings nicht ganz gerecht, denn es gelingt ihm, ein eigenes Universum zu konzipieren, das genügend Alleinstehungsmerkmale vorweisen kann. Regisseur Wes Ball, zuvor auf dem Regiestuhl lediglich als Kurzfilmer und ansonsten im Bereich graphischer Effekte aktiv, gelingt es, eine konstant bedrohliche Atmosphäre aufzubauen. Das Labyrinth, erinnert mit seinen mit Efeu bewachsenen Wänden stark an die verfallenen Gebäude aus Balls Kurzfilm „Ruin“ – ihm kommt hierbei die Antagonisten-Rolle zu, schließlich hält es die Jungen davon ab, in die Außenwelt zu gelangen.

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Die Jungen warten auf ihren Anführer

Des Weiteren versteht es Ball, seine postapokalyptische Welt zu inszenieren. Die Geschwindigkeit, die die Runner konstant brauchen, wird durch den Einsatz von Handkameras simuliert, auch wenn in einigen Szenen zu viel gewackelt wird. Auch schreckt der Regisseur nicht vor Bildern zurück, die angetan sind, Jüngere zu erschrecken. Die Griewer zum Beispiel sind eklige Verbindungen aus einem übergroßen, raupenartigen, organischen Körper und mechanischen Beinen, die ein wenig an die Fischmonster aus dem Anime „Gyo – Der Tod aus dem Meer“ und an Werke des Body-Horror-Experten David Cronnenberg erinnern. Wenn eines dieser Wesen auf unschöne Art und Weise umgebracht wird, scheut sich Ball nicht davor, das Ergebnis in all seiner Pracht zu demonstrieren

Rätselhaft bis zum Finale

Ein weiterer starker Punkt von „Maze Runner“ ist seine Unvorhersehbarkeit. Der Zuschauer bleibt wie die Protagonisten bis zum Schluss unwissend über die Hintergründe der Geschichte. Warum wurden die Jungen auf die Lichtung geschickt? Wieso können sie sich an nichts erinnern?Warum drehen von einem Griewer gestochene Runner so durch? Die Auflösung der Mysterien dürfte kontrovers aufgenommen werden. Ich empfand das Ende lediglich als okay. Die wichtigsten Fragen wurden geklärt, allerdings bleiben einige Feinheiten im Dunkeln, die dann hoffentlich in der Fortsetzung geklärt werden.

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Das Labyrinth in all seiner Pracht

Dank eines originellen Settings, einer guten Atmosphäre und einer tollen Regie ist „Maze Runner – Die Auserwählten im Labyrinth“ ein gutes Stück origineller und frischer als zuletzt „Divergent“. Auch wenn nicht alle Fragen beantwortet werden und es diverse Änderungen zum Buch gibt, die die Fans des Originals vielleicht verschrecken, freue ich mich auf die anstehenden Fortsetzungen. Vor allem, da sich „Maze Runner“ gegen den Trend stellt und sein Finale nicht in zwei separate Filme teilt.

„Maze Runner“ bei „Die Nacht der lebenden Texte“:

Maze Runner – Die Auserwählten im Labyrinth (2014)
Maze Runner – Die Auserwählten in der Brandwüste: Der offizielle Prequel-Comic
Maze Runner – Die Auserwählten in der Brandwüste (2015)
The Maze Runner – The Death Cure (2017, geplant)

Patricia Clarkson bei „Die Nacht der lebenden Texte“:

Herbststurm (2014)
Maze Runner – Die Auserwählten im Labyrinth (2014)
Maze Runner – Die Auserwählten in der Brandwüste (2015)

Länge: 113 Min.
Altersfreigabe: FSK 12
Originaltitel: The Maze Runner
USA/KAN/GB 2014
Regie: Wes Ball
Drehbuch: Noah Oppenheim, Grant Pierce Myers, T. S. Nowlin, nach einem Roman von James Dashner
Besetzung: Dylan O’Brien, Aml Ameen, Ki Hong Lee, Will Poulter, Blake Cooper, Thomas Brodie-Sangster, Dexter Darden, Kaya Scodelario, Alexander Flores, Patricia Clarkson
Verleih: Twentieth Century Fox

Copyright 2014 by Matthias Holm

Filmplakat, Fotos & Trailer: © 2014 Twentieth Century Fox

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3 Kommentare

Verfasst von - 2014/10/15 in Film, Kino, Rezensionen

 

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3 Antworten zu “Maze Runner – Die Auserwählten im Labyrinth: Lauf, Thomas, lauf!

  1. Jarg

    2015/10/18 at 15:44

    Grad endlich gekuckt, nachdem ich Dashners Romanvorlage weiland verschlungen habe! Bin gespannt auf den zweiten, auch wenn der ja etwas abfallen soll.

     
  2. Matthias

    2014/10/15 at 07:28

    Moin Moin,
    vielen Dank für das Lob und den Kommentar 🙂
    Ich bin selber ein großer Fan der Comic-Verfilmungen, war ja auch äußerst angetan von den Guardinas und von Captain America 2 (wie hier auf dem Blog nachzulesen ist 😉 ) „Snowpiercer“, der ja auch auf einer Graphic Novel beruht, ist sogar mein bisheriger Lieblingsfilm des Jahres.
    Und doch geht es mir inzwischen ein wenig auf die Nerven. DIe schiere Masse an Informationen, die man auf dieversen Portalen hinterher geworfen bekommt, ist schon abstrus groß. Alleine diese Übersicht zeigt, wie viele Filme uns noch aus dieser RIchtung erwarten: http://www.tecorner.com/blog/wp-content/uploads/2014/08/aGVVLpz_700b_v1.jpg
    Wenn die alle toll sind möchte ich nicht meckern. Allerdings habe ich das Gefühl, das hier die Cash-Cow eben bis zum Ende gemolken wird, was man an den Plänen von Fox und Warner Bros, mit Spider-Man oder eben den DC-Helden zwei weitiere filmübergreifende Universen zu schaffen, sehen kann.

     
  3. Ein Leser

    2014/10/15 at 07:01

    Gutes Review. Ich hatte eigentlich nicht vor, mir den Film anzusehen, aber jetzt werde ich vielleicht doch mal reinschauen.
    Die Comic-Verfilmungen der letzten Jahre als Ausschlachtung zu bezeichnen, wird dem ganzen aber nicht gerecht. In den frühen 2000ern waren das ganz sicher nur billige Cash-Cows, aber die Entwicklung der letzten Jahre ist dort doch mehr als bemerkenswert und der einzige Trend in Hollywood, der mich erfreulich sitmmt. Zb das ausgefeilte Marvel-Multiverse, das uns zuletzt mit Avengers und Guardians zwei der großartigsten Blockbuster-Filme der letzten Dekade beschert haben, oder die Dark-Knight-Trilogie von Nolan, die gezeigt hat dass Comic-Verfilmungen nicht immer Lustig-Bunt sein müssen (und damit wieder Reihenweise billige Nachahmer gefunden hat).

     

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