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Stage Fright – Es wird gemordet im Musical-Camp

25 Okt

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Stage Fright

Gastrezension von Matthias Holm

Horror-Musical // Ich bin bekennender Musical-Fan. Vermutlich liegt es daran, dass ich bereits als Kind die Disney-Filme geliebt habe – die Lieder waren daran meistens das Beste. Nun möchte der Film „Stage Fright“ gleich in doppelter Weise an diese Liebe appellieren: Die Geschichte findet in einem Feriencamp statt, in dem Jugendliche ein Musical auf die Beine stellen. Obendrein wird viel gesungen und getanzt. Doch der Mix aus Slasher-Film, Musical und Komödie will nicht so recht aufgehen.

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Camilla muss sich gegen eingebildete Campbewohnerinnen durchsetzen

Camilla Swanson (Allie MacDonald) arbeitet zusammen mit ihrem Bruder Buddy (Douglas Smith) im Feriencamp von Roger McCall (Meat Loaf). Roger hatte die beiden Kinder aufgenommen, nachdem ihre schauspielernde Mutter von einem mysteriösen Killer in ihrer Umkleidekabine ermordet worden war. Als die Sommerferien beginnen und ein Trupp exzentrischer Teenager und Kinder ins Camp geströmt kommt, entscheidet sich Roger, das Stück „Haunting of the Opera“ aufzuführen. Obwohl es genau das Stück ist, bei dem ihre Mutter umgebracht wurde, entscheidet sich Camilla, für die Hauptrolle vorzusprechen – was einen gewissen Killer auf den Plan ruft …

Die Songs zünden nicht recht

Ein Musical steht und fällt mit der Musik, die darin vorkommt. So hat zum Beispiel „Rock of Ages“ mit Tom Cruise eine total banale Geschichte, aber durch die coolen Lieder aus der Glamrock-Zeit macht der Film einfach nur Spaß. Wenn wir ins fantastische Genre gehen, haben wir als Vorreiter-Musical natürlich „The Rocky Horror Picture Show“, zu deren „Time Warp“ auch heute noch getanzt wird. Hier zieht „Stage Fright“ zum ersten Mal den deutlich Kürzeren. Obwohl die Musical-Nummern durchaus schmissig sind, bleibt kein Lied länger als ein paar Sekunden im Ohr. Es fehlt einfach ein richtiger Hit. Dazu kommt, dass selbst der Mörder singt – sich dabei allerdings bewegt, als hätte er einen Anfall. Auch sind die typischen Musical-Instrumente gegen laut polternde Gitarren ausgetauscht worden.

Weiter geht es mit dem Humor. Wie so häufig wurden die besten Gags bereits im Trailer verbraten, doch immerhin gibt es noch einige nette Szenen mit den eingebildeten Kindern des Camps. Vor allem der Regisseur des Stückes gefällt als widerlicher Schleimbolzen, der seine Position schamlos ausnutzt. Dafür kriegt er allerdings auch eine angemessene Strafe.

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So spielt man heute Gitarre, Meat Loaf!

Zu wenig Gewalt für einen Slasher-Film

Die kommt allerdings deutlich zu spät. Nach der Ermordung der Mutter am Anfang entfaltet sich ein gewöhnliches Drama darum, welches Mädchen denn nun die Hauptrolle spielen darf. Erst nach der Hälfte der Laufzeit darf der Killer das erste Mal zuschlagen. Gewaltszenen sind für einen Slasher-Film somit eher selten, was bei einem Streifen, der beim Fantasy Filmfest 2014 unter der Rubrik „Midnight Madness“ lief, recht ungewöhnlich ist.

Auch Meat Loaf kann es nicht retten. „Stage Fright“ möchte eine witzige Horror-Parodie sein, versinkt aber zu sehr in Klischees. Ich werde mir jetzt wohl erst mal wieder „The Rocky Horror Picture Show“ in den Player legen. Schließlich möchte ich wieder einen Ohrwurm haben.

Veröffentlichung: 24. Oktober 2014 als Blu-ray und DVD

Länge: 88 Min. (Blu-ray), 89 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch, Englisch
Originaltitel: Stage Fright
KAN 2014
Regie: Jerome Sable
Drehbuch: Jerome Sable
Besetzung: Minnie Driver, Allie MacDonald, Douglas Smith, Meat Loaf, Brandon Uranowitz, Kent Nolan, James McGowan
Zusatzmaterial: Audiokommentar, Making-of, Entfallene Szenen, Featurettes, Interview mit Regisseur Jerome Sable & Komponist Eli Batallion, Sing-Alongs, Trailer
Vertrieb: Al!ve AG / capelight pictures

Copyright 2014 by Matthias Holm
Fotos & Packshot: © 2014 Al!ve AG / capelight pictures

 
 

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2 Antworten zu “Stage Fright – Es wird gemordet im Musical-Camp

  1. Matthias

    2014/10/26 at 17:52

    Ist natürlich schön, wenn jemand die eigene Meinung teilt 🙂
    Ich war eigentlich echt angefixt vom Trailer, aber wie bereits geschrieben, wurden da schon die besten Witze verbraten. Dann noch die zahmen Todesszenen (außer das mit dem Fuß …) und uninspirierte Musik … Ich bin letzten Endes froh, für den Film kein Geld beim Fantasy Filmfest ausgegeben zu haben.

     
  2. friedlvongrimm

    2014/10/25 at 15:47

    Kann ich nur zustimmen, die Umsetzung hätte so toll werden können. Doch die Songs sind belanglos (kann mich jetzt an keinen einzigen mehr erinnern), die Story nicht gerade originell und die blutigen Szenen auch eher durchschnittlich. Das hätte so cool werden können.

     

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