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Pride – Lesbians and Gays Support the Miners

30 Okt

Pride-Poster

Pride

Kinostart: 30. Oktober 2014

Gastrezension von Matthias Holm

Komödie // Ein Film über Homosexuelle in England in den Jahren 1984 und 1985, die eine Gruppe von streikenden Minenarbeitern unterstützen. Wie einfach wäre es gewesen, aus diesem Stoff ein schwermütiges Drama zu stricken, das Toleranz predigt. Aber „Pride“ ist anders. „Pride“ ist nämlich eine wunderbare Komödie mit viel Wärme im Herzen und einem tollen Schauspieler-Ensemble.

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Mark erklärt seine Idee

Gay Pride Parade 1984. Mit seinen 20 Jahren dürfte Joe (George McKay) eigentlich noch gar nicht teilnehmen, seine Eltern ahnen auch nicht, dass er schwul ist. Und doch kommt er über Umwege an die Aktivistengruppe rund um den jungen Mark (Ben Schnetzer). Der hat eine wunderbare Idee: Zusammen mit ein paar anderen Schwulen und der sich selbst so nennenden Quotenlesbe Steph (Faye Marsay) sammeln sie unter dem Namen „LGSM“ (Lesbians and Gays Support the Miners) für die Bergarbeiter, die gegen das eiserne Regime von Margaret Thatcher protestieren. Doch nur eine Bergarbeiter-Gemeinde möchte das Geld von den „Perversen“ annehmen: eine kleine Gemeinde in Wales, angeführt von Dai (Paddy Considine). Daraufhin wird die LGSM in das verschlafene Örtchen eingeladen und muss den Bewohnern erst mal zeigen, dass sie gar nicht so verschieden sind.

Lachen und Weinen dicht beieinander

Wenn man versucht, genau zu beschreiben, was „Pride“ so schön macht, fällt es schwer, das in Worte zu fassen. Der Film hat unfassbar komische Momente, bedient sich aber nie des Holzhammer-Humors. Er bedient Klischees, gibt sie aber nicht der Lächerlichkeit preis. Es gibt natürlich tragische Szenen, die mir die eine oder andere Träne in Richtung der Augen getrieben haben, aber sie sind nie zu traurig, um den positiven Grundtenor des Films zu verfärben.

Das ideale Beispiel ist der erste Besuch der LGSM in dem kleinen Dörfchen: Nachdem der eitle Jonathan (Dominic West) hört, dass die männlichen Bewohner nie tanzen, legt er erst einmal eine heiße Sohle aufs Parkett. Nicht nur, dass wir hier eine wunderbar choreographierte Tanz-Szene bekommen, für die ich immer zu haben bin, es brodelt auch permanent im Hintergrund. Die Gesichter der Zuschauer sind verunsichert, bis zum Ende der Szene weiß man nicht, ob gleich alle vor Begeisterung jubeln oder aber die Bierkrüge tief fliegen.

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Die Presse veralbert die LGSM

So hat jede Figur ihre eigenen kleinen Szenen, in denen sie glänzen darf. Im Mittelpunkt der Erzählung steht Joe, der von außen in die bunte Truppe kommt. Sein stärkster Moment ist definitiv das Lossagen von der dominanten Mutter, die nicht nur wegen ihrer Frisur an Thatcher erinnert. Während man hier am ehesten klatschen möchte, ist der Figuren-Moment von Gethin (Andrew Scott) ein zutiefst berührender, wenn er nach langer Zeit seine Mutter wiedersieht.

Feel-Good-Movie des Jahres?

Das ist nur ein kleiner Ausschnitt aus einem Film, der vollgestopft ist mit denkwürdigen Szenen. Leider bedient er sich gelegentlich zu offensichtlicher Dramaturgie, wie der Verrat dieser Gemeinschaft an die Presse, allerdings kenne ich die wahren Begebenheiten nicht und verzeihe dem Film deswegen in diesem Punkt nur zu gern. Auch wenn dem Film zehn Minuten weniger gutgetan hätten, ist „Pride“ immer noch ein starker Anwärter auf den Titel des „Feel-Good-Movie des Jahres“.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Bill Nighy sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

Länge: 120 Min.
Altersfreigabe: FSK 6
Originaltitel: Pride
GB 2014
Regie: Matthew Warchus
Drehbuch: Stephen Beresford
Besetzung: Ben Schnetzer, George McKay, Paddy Considine, Bill Nighy, Imelda Staunton,Faye Marsay, Dominic West, Andrew Scott, Freddie Fox
Verleih: Senator Film Verleih

Copyright 2014 by Matthias Holm

Filmplakat, Fotos & Trailer: © 2014 Senator Film Verleih

 

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