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The Rover – Sie müssen ihr Auto wirklich lieben, oder?

01 Nov

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The Rover

Von Simon Kyprianou

SF-Endzeitdrama // Bereits die ersten zwei Shots stellen die Weichen, machen klar, wohin die Reise geht: Die erste Einstellung zeigt die sandige, schmutzige Ödnis des australischen Outbacks, der Blick geht durch die verdreckte Windschutzscheibe des titelgebenden Rovers. Der zweite Shot zeigt das Gesicht eines namenlosen Fremden (Guy Pearce), wütend, zerfurcht, beinahe schon erloschen. Als ihm von einer Banditen-Gang sein Rover gestohlen wird, begibt er sich mit Rey (Robert Pattinson), dem Bruder des Gang-Anführers, auf einen gnadenlosen Rachefeldzug, um sein Auto zurückzubekommen.

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Die Gang klaut das Auto – keine gute Idee

In dieser tristen Dystopie ist der Rover für den Fremden die Projektionsfläche für alles noch verbliebene Gute, das letzte Festhalten an der besseren Vergangenheit, an den guten früheren Zeiten, das letzte Festhalten an seiner eigenen Menschlichkeit. So verwandelt er sich nach dem Diebstahl auch unweigerlich in einen gnadenlosen Unmensch, der jeden kaltblütig tötet, der ihm bei seiner Suche im Weg steht.

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Rey – ein verstörend brutaler Redneck

David Michôds („Animal Kingdom“) Film macht das australische Outback zu einem erschreckenden Zukunfts-Albtraum, bei Tag sandig gelb, bei Nacht in unheimliches Grün getaucht und in der Morgendämmerung, in der der Film sein brutales Ende findet, bläulich kalt. Der Film nimmt sich viel Zeit, ein deprimierendes Bild seiner Zukunft zu zeichnen, diese entmenschlichte Einöde, voller Perversion, Gewalt und Hass lässt den Zuschauer die tiefe Sehnsucht nach dem Rover nachvollziehen, so diffus sie auch sein mag, nachvollziehen.

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Ein Fremder ohne Namen

Gesprochen wird nicht viel, die meiste Zeit über herrscht bedrückendes, unangenehmes Schweigen. Fragen werden mit Gegenfragen beantwortet, die Figuren bleiben geheimnisvoll. Sie werden definiert von dem starken Schauspiel von Guy Pearce und Robert Pattinson, der sich hiermit nach den zwei großartigen Auftritten für David Cronenberg in „Cosmopolis“ und „Maps to the Stars“ endgültig als großer Schauspieler bewiesen haben und aus dem „Twilight“-Schatten herausgetreten sein sollte. Bedrückend großartige Dystopie, roher Neo-Western und hoffnungslos schrecklicher Albtraum.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Guy Pearce sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

Veröffentlichung: 31. Oktober 2014 als Blu-ray und DVD

Länge: 103 Min. (Blu-ray), 99 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: The Rover
AUS/USA 2014
Regie: David Michôd
Drehbuch: David Michôd, Joel Edgerton
Besetzung: Robert Pattinson, Guy Pearce, Scoot McNairy, David Field, Scoot McNairy, Tawanda Manyimo, Jamie Fallon
Zusatzmaterial: Featurettes, Interviews mit Guy Pearce, Robert Pattinson, Wendecover
Vertrieb: Universum Film

Copyright 2014 by Simon Kyprianou
Szenenfotos & Packshot: © 2014 Universum Film

 

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