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Das unbesiegbare Schwert des Shaolin – Fliegende Messer und goldene Kettenhemden

02 Nov

Shaw_Brothers_Collection-Cover

To ching chien ko wu ching chien

Gastrezension von Matthias Holm

Eastern // Hätte es das Shaw Brothers Studio nicht gegeben, wer weiß, ob man hier im Westen Martial-Arts-Filme kennen würde. Die Filme aus dem Studio, das in Hongkong seinen Ursprung hatte, lösten auf dem westlichen Markt eine Begeisterung für asiatische Kampfkunst-Filme aus, die bis heute anhält. Nun sind in der „Shaw Brothers Collection“ vier von ihren Filmen in einer Blu-ray-Box erschienen – eine wudnerbare Nachricht für Fans, da es die Filme bisher nur auf VHS zu kaufen gab. Um einen Einblick in das Schaffen der Shaw Brothers zu bekommen, habe ich mir daraus „Das unbesiegbare Schwert des Shaolin“ angeschaut.

Le Huan (Lung Ti), besser bekannt unter dem Namen „Das fliegende Messer“, kehrt nach zehn Jahren zurück in seine Heimatstadt. Hier löst ein rotes Bündel eine Lawine an Ereignissen aus. Darin befindet sich das goldene Kettenhemd des sagenumwobenen Verbrechers Mei Hua, welches ihn unbesiegbar machte. Durch eine perfide Intrige wird Le Huan selbst für den feigen Mörder Hua gehalten. Nun muss er, um sein Leben zu retten und seine Ehre zu bewahren, den wahren Mei Hua finden und zur Strecke bringen.

Kurzauftritte und schnelle Abgänge

„Warum kämpfen diese Männer?“ „Ich habe keine Ahnung.“ Dieses Zitat fasst meine Gedanken während der Sichtung des Films ideal zusammen. Während des gesamten Films werden beinahe willkürlich immer wieder neue Figuren vorgestellt, nur damit sie nach spätestens fünf Minuten in der Versenkung verschwinden und nie wiederkommen oder einfach getötet werden. Wer mehr als diese fünf Minuten Screentime hat, wird später noch eine wichtige Figur in der Geschichte.

Shaw_Brothers_Collection-3

Streit am Lagerfeuer: Le Huan (3. v. r.) versucht zu schlichten

Die ist allerdings in genau dem selben wahnwitzigen Tempo gehalten, in dem die neuen Figuren auftauchen. Hier überschlagen sich Ereignisse, Intrigen kommen in Fahrt und Leute werden verschiedener Verbrechen bezichtigt, dass dem Zuschauer der Kopf schwirrt. Allerdings ist das auch gut so. Denn in der Mitte des Films nimmt er sich einige Szenen Zeit, um zur Ruhe zu kommen. Hier merkt man, dass es genau diese Geschwindigkeit ist, die den Film so unterhaltsam macht.

Dem Tempo entsprechend gibt es zahlreiche Kämpfe. Dabei wird das komplette Waffenrepertoire des Martial-Arts-Films benutzt: Lange Stäbe, Gifte, Nadeln, Schwerter, Fächer (!) – nichts ist unbrauchbar, wenn es um das Verletzen und Töten von Kämpfern geht. Ein kleines Manko habe ich allerdings: Mehr als einmal fällt es auf, dass die ansonsten großartigen gefilmten Kämpfe hinter einem Busch oder ähnlichen Hindernissen weiter verlaufen, sodass man als Zuschauer schnell das Geschehen aus den Augen verliert.

Theaterhafte Inszenierung

Aber auch das ist vermutlich gewollt. Der gesamte Film wirkt nämlich ein wenig wie eine Theateraufführung. Dies kann damit zusammenhängen, dass er inzwischen knappe 37 Jahre auf dem Buckel hat, aber sämtliche Sets sehen wie in einem Theater aus, mit viel Liebe zum Detail dekoriert. Und um meinen kleinen Kritikpunkt an den Kämpfen aufzugreifen: Bei einer Theateraufführung kann der Zuschauer auch nicht immer alles sehen.

Gelungene Umsetzung auf Blu-ray

Die Blu-ray-Fassung ist übrigens sehr zu empfehlen. Einzig die Soundeffekte, wie das Aufprallen von Stahl auf Holz, waren an wenigen Stellen asynchron. Ansonsten ist der Ton gut geworden, das Bild sieht sogar ganz wunderbar aus – man kann bei den älteren Figuren beinahe die Falten im Gesicht zählen.

„Das unbesiegbare Schwert des Shaolin“ ist kein Film, den man sich wegen der bewegenden Story anschaut. Vielmehr setzt man sich am besten mit ein paar Freunden zusammen, redet ein wenig über seinen Tag und lässt sich einfach von den wunderbaren Kämpfen mitreißen.

Veröffentlichung: 14. August 2014 als Blu-ray in der „Shaw Brothers Collection“ zusammen mit „Zhao – Der Unbesiegbare“, „Die Todeshand des gelben Adlers“ und „Der Todesspeer der Shaolin“

Länge: ca. 101 Min. (Blu-ray)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Kantonesisch, Mandarin
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: To ching chien ko wu ching chien
HK 1977
Regie: Yuen Chor
Drehbuch: Yuen Chor
Besetzung: Lung Ti, Li Ching, Tung-Shing Yee, On-On Yu, Hua Yueh
Zusatzmaterial: Featurettes, Original Kinotrailer, Bildergalerien
Vertrieb: Koch Media

Copyright 2014 by Matthias Holm
Foto & Packshot: © 2014 Koch Media

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