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Fullmetal Alchemist – Brotherhood: Vol. 1 (Episode 1-8): Emotionale Reise

14 Nov

Fullmetal Alchemist - Brotherhood - Vol. 1 - Blu-ray 3D

Hagane no renkinjutsushi

Gastrezension von Matthias Holm

Anime-Action-Serie // „Fullmetal Alchemist“ ist für mich eine äußerst persönliche Serie. Denn der Manga war, nach einer langen Pause, für mich der Wiedereinstieg in die japanischen Comics. Dementsprechend glücklich bin ich, dass jetzt endlich auch die Animeserie „Brotherhood“ vier Jahre nach ihrem Ende in Japan nach Deutschland kommt.

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Der Moment, in dem Ed seinen Arm verliert

Führt Alchemie nicht an Menschen aus!

Alchemie ist die Wissenschaft, die Struktur eines Materials zu verstehen, sie zu dekonstruieren und wieder neu zu errichten. Was im Vorspann der Serie so mysteriös klingt, ist im Grunde genommen nichts anderes als: Ein Alchemist kann Dinge zersetzen, um aus ihnen komplett neue Sachen zu erschaffen. Allerdings lautet ein Grundsatz der Alchemie, dass man nicht aus dem Nichts etwas erschaffen kann, sondern immer etwas vom „gleichen Wert“ transmutieren muss. Des weiteren haben Alchemisten eine wichtige Regel: Alchemie darf nicht an Menschen ausgeführt werden.

Edward Elric und sein Bruder Alphonse leben in einem äußerst europäisch wirkenden Staat, der vom „Führer“ Bradley beherrscht wird. Edward, kurz Ed, ist ein Staatsalchemist, was bedeutet, dass er dem Staat untersteht, allerdings darf er dabei forschen, wie er möchte. Dies ist nämlich seine Intention, denn bei einem Unfall verlor Ed seinen rechten Arm und sein linkes Bein, sowie Alphonse seinen gesamten Körper. Seitdem wandelt Al in einer Rüstung herum, an die seine Seele gebunden ist, und Ed hat Metall-Prothesen, sogenannte Automail. Die Brüder sind auf der Suche nach dem Stein der Weisen, mit dessen Hilfe Alchemisten die Regel des äquivalenten Tausches umgehen können.

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Roy Mustang ist Vorgesetzter von Edward

Große Themen: Liebe, Verlust, Tod, Krieg, Völkermord

Von dem Stein erhoffen sich die Brüder also, ihre Körper wieder in ihrer Ursprungsform zu erhalten. Dies ist allerdings nur die Prämisse zu einer Geschichte, die sich mit etlichen Themen auseinandersetzt: die Liebe zur Familie, die Trauer, die man beim Verlust eines geliebten Menschen spürt. Der Kampf zwischen Wissenschaft und Religion wird aufgegriffen, auch vor Themen wie Krieg und Genozid wird nicht zurückgeschreckt.

„Brotherhood“ ist bereits der zweite Versuch, den Manga von Hiromu Arakawa als Anime umzusetzen. Nachdem der erste Anime aus 2003 einige Teile der Geschichte abändern musste, da der Manga noch nicht zu Ende war, orientiert sich „Brotherhood“ jetzt deutlich näher am Original – mit Ausnahme der ersten Folge. Die wird dafür verwendet, um dem Zuschauer die Welt der Alchemisten näher zu bringen und verwendet hierfür einen selbst erfundenen Antagonisten. Doch bereits hier werden erste Brotkrumen gestreut, die auf den weiteren Handlungsverlauf hindeuten – richtig erkennen kann man das allerdings nur als Kenner des Mangas. Die zweite Folge beschäftigt sich dann mit der tragischen Vergangenheit der Elric-Brüder – viel früher, als man es als Manga-Leser erfahren hat.

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Warum ist Scar hinter den Staatsalchemisten her?

Danach zieht die Serie ihr Tempo unfassbar an. Innerhalb der nächsten sechs Folgen werden ungefähr die ersten drei Bände der Vorlage nacherzählt, das umfasst immerhin fast 570 Seiten Manga. Dementsprechend ist es schön zu sehen, dass die Serie erst in der letzten Folge dieses Volumes dem typischen Shōnen-Anime-Problem unterliegt. Es gibt in dieser Folge nämlich zwei harte Kämpfe, doch anstatt hier eine schöne Dynamik wie bei den ganzen Konfrontationen davor einzubauen, verbringen die Kontrahenten lieber ihre Zeit damit, sich gegenseitig Dinge zu erzählen. Das ist teilweise der Vorlage geschuldet, allerdings hätte man hier mehr mit Bildern als mit Worten arbeiten können.

Geduld tut Not

64 Folgen umfasst die ganze Serie. Bis die deutschen Zuschauer also wissen, wer die komischen Personen mit dem Drachentattoo sind, was beim Bürgerkrieg in Ishbal wirklich passiert ist und wer der Drahtzieher hinter allem ist, muss man sich noch ein wenig gedulden. Bis dahin hat man aber vermutlich einen Ohrwurm vom großartigen Intro-Song („Again“ von der Sängerin Yui). „Fullmetal Alchemist: Brotherhood“ schafft es, spannende und komplexe Themen auf einfache Art und Wiese zu verpacken und dabei eine höchst emotionale Geschichte zu erzählen, die mich das eine oder andere Mal zu Tränen gerührt hat.

Veröffentlichung: 17. November 2014 als Blu-ray und Doppel-DVD

Länge: 196 Min. (Blu-ray), 188 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Japanisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Hagane no renkinjutsushi
JAP 2009
Regie: Yasuhiro Irie
Drehbuch: Hiroshi Ōnogi, nach einem Manga von Hiromu Arakawa
Zusatzmaterial: Mini-Clips, Opening- / Closing-Songs, Trailer, Bildergalerie, Episodenguide, umfangreiches Booklet mit Rohzeichnungen, Settings, Omakes (Bonus-Sketche), Verpackung: Digipack im Schuber mit Hochprägung und Silberglanzfolie
Vertrieb: KSM GmbH

Copyright 2014 by Matthias Holm

Szenenbilder, Packshot & Trailer: © 2014 KSM GmbH

 

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