RSS

Young Ones – Dystopischer Neo-Western ohne Tempo

19 Nov

Young_Ones-Cover

Young Ones

Gastrezension von Simon Kyprianou

SF-Endzeitdrama // Das erste Bild in Jack Paltrows „Young Ones“ ist die unerbittlich vom Himmel scheinende Sonne im Fokus, die Amerika zu einem staubigen, trockenen Land gemacht hat, in dem Wasser ein selten gewordenes und hart umkämpftes Gut ist. Zu diesem Motiv kehrt der Film auch immer wieder zurück.

Kampf ums Wasser

In diesem dürren Niemandsland muss der Farmer Ernest Holm (Michael Shannon) mit den korrupten Bauarbeitern der Wasserwerke erbittert für eine Leitung zu seinem Haus kämpfen und auch seine Familie zusammenhalten. Bei seinem Sohn Jerome (Kodi Smit-McPhee) ist das einfach, bei seiner Tochter Mary (Elle Fanning) nicht, denn sie bändelt mit dem zwielichtigen und brutalen Flem Lever (Nicholas Hoult) an, der Ernest ein Dorn im Auge ist.

Westernsymbolik wird von Paltrow in dieser Dystopie geradezu überdeutlich bedient, das Leben im Amerika der Zukunft hat sich wieder zurückentwickelt zum unzivilisierten Wilden Westen. Die Menschen werden gezwungen, wieder zu Cowboys zu werden, zu stehlen, ihre eigenen Babys zu verkaufen und zu töten, um zu überleben.

Herausragend: Michael Shannon

Das Bild dieser tristen Zukunft gelingt Paltrow sehr gut, er lässt sich lange Zeit für die Exposition, konzentriert sich auf die Charaktere. Vor allem Michael Shannon („Man of Steel“) brilliert als alkoholkranker Familienvater, als innerlich zerrissener Charakter. Aber auch die Tochter wird sehr fein und klug gezeichnet, ihre Sehnsucht nach Normalität ist präzise und sensibel beobachtet.

Just in dem Moment, wenn die Familie auseinanderbricht werden die lebensrettenden Wasserrohre gebaut, eine bittere Szene. Vielleicht, so deutet Paltrow an, muss die amerikanische Familie zerbrechen, um das Glück zu finden.

Es mangelt an Tempo

Leider ist „Young Ones“ nach kraftvollem Beginn schnell öde, er verlangt einiges an Sitzfleisch ab. Paltrow findet nach der Exposition zu keinem Tempo, und der Film plätschert zum Ende hin beinahe unerträglich und spannungslos daher. Das Interesse für die Figuren verfällt. Das ist schade, denn Paltrows Neo-Western hat durchaus interessante Gedanken, kluge Ansätze und vor allem überzeugendes Schauspiel. Leider misslingt es ihm, all das zu einer stimmigen Einheit zu verbinden. Sucht man dieses Jahr eine wirklich überzeugende Neo-Western-Dystopie, so lohnt eher der Griff zu „The Rover“.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Michael Shannon sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

Veröffentlichung: 18. November 2014 als Blu-ray und DVD

Länge: 100 Min. (Blu-ray), 96 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Young Ones
USA 2014
Regie: Jake Paltrow
Drehbuch: Jake Paltrow
Besetzung: Nicholas Hoult, Kodi Smit-McPhee, Michael Shannon, Elle Fanning, Aimee Mullins
Zusatzmaterial: Originaltrailer, Trailershow, Wendecover
Vertrieb: Ascot Elite Home Entertainment

Copyright 2014 by Simon Kyprianou

Packshot & Trailer: © 2014 Ascot Elite Home Entertainment

Advertisements
 

Schlagwörter: , , , , , , , , , ,

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

 
%d Bloggern gefällt das: