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Begegnungen am Ende der Welt – Zum Glück kein Telefonbuch

22 Nov

Begegnungen_am_Ende_der_Welt-Cover

Encounters at the End of the World

Von Simon Kyprianou

Natur-Doku // „Begegnungen am Ende der Welt“ ist ein Dokumentarfilm, der am Zuschauer zehrt, der ihn entführt auf einen anderen Planeten. Es gibt keine nüchternen Fakten, sondern verrückte Menschen und Träumer, und die furiose Mischung aus der unendlichen Schönheit und der unerbittlichen Gefahr der Natur. Allein Werner Herzogs Stimme – ein Kunstwerk an sich, unendlich ruhig, vertrauenerweckend und beruhigend tönt sie aus dem Off, enzürnt über „unerträgliche“ Dinge wie Aerobic, Yoga und Hippies, angewidert von der Hässlichkeit des Forschungsstützpunkts und fasziniert von der Idee eines Affen, der auf einer Ziege in die untergehende Sonne reitet.

Das Eismeer als Kathedrale

Herzog zwingt den Dingen seine Sicht auf, und so verwandelt er Taucher in Priester und das endlose Eismeer in eine Kathedrale, während er dem drohenden Untergang der Menschheit entgegenblickt, in langen Einstellungen, unterlegt von Kirchenmusik. Herzog filmt Menschen in der Antarktis, interessante, faszinierende, verrückte Menschen, auf ihrer Reise ans Ende der Welt, oder Forscher auf ihrer Suche nach anderen Welten. Er lässt ihnen Zeit, von sich und ihren Träumen zu erzählen, und er filmt verrückte Pinguine, wie sie geradewegs von ihrer Herde wegwatscheln – ins ewige Eis und den sicheren Tod.

Traumhafte Bilderflut

„Begegnungen am Ende der Welt“ als Dokumentation zu bezeichen wird dem Film nicht gerecht, es ist eine traumartige Bilderflut irgendwo zwischen Terrence Malick und Andrei Tarkovsky. Herzogs Intention wird deutlich, wenn man sich sein folgendes Zitat vor Augen führt: Mich stört an dem Postulat, dass Dokumentationen ausschließlich faktenbestimmt sein müssen. Das ist öde. Dann wäre nämlich das Telefonbuch von Manhattan das Buch aller Bücher: alles verifizierbar, alles korrekt, jede Nummer ein Anschluss. Es ist aber leider nicht das spannendste Buch.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme von Werner Herzog sind in unserer Rubrik Regisseure aufgelistet.

Veröffentlichung: 26. November 2010 als Doppel-Blu-ray und Doppel-DVD

Länge: 99 Min.
Altersfreigabe: FSK freigegeben ohne Altersbeschränkung
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Encounters at the End of the World
USA 2007
Regie: Werner Herzog
Drehbuch: Werner Herzog
Zusatzmaterial: Audiokommentar von Regisseur Werner Herzog, Produzent Henry Kaiser, Filmgespräch zwischen Jonathan Demme und Werner Herzog, zusätzliche Szenen u. a.
Vertrieb: Polyband/WVG

Copyright 2014 by Simon Kyprianou

Packshot & Trailer: © 2010 Polyband/WVG

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