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Oculus – Das Böse ist in dir: Spieglein, Spieglein an der Wand …

06 Dez

Oculus-Cover

Oculus

Von Simon Kyprianou

Horror // „Oculus“ projiziert den Horror auf einen abstrakten Gegenstand: einen alten Spiegel. Wir erfahren etwas über seine Herkunft, vor allem aber darüber, dass er bei all seinen Besitzern über die Jahrhunderte hinweg zu grausamen Gewaltausbrüchen, Selbstverstümmlungen, Krankheiten und schließlich stets zum Tod geführt hat.

Lastet ein Fluch auf dem Spiegel?

Eines Tages kauft der Familienvater Alan Russell (Rory Cochrane) diesen Spiegel für sein Arbeitszimmer. Kurze Zeit später hält er seine Ehefrau Maria (Katee Sackhoff) über Tage im Schlafzimmer gefangen, foltert und tötet sie schließlich. Als er versucht, auch seine kleine Tochter Kaylie (Karen Gillan) zu töten, erschießt ihn sein Sohn Tim (Brenton Thwaites). Zehn Jahre später haben die Geschwister den Spiegel wieder in ihren Besitz gebracht. In einer wissenschaftlich präzise ausgetüftelten Versuchsanordnung wollen sie beweisen, dass der Spiegel verflucht ist.

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Alan will seine Tochter töten

Diese beiden zeitlich versetzten Handlungsstränge erzählt Regisseur Mike Flanagan parallel. Sie wechseln sich ab, vermischen sich und werden zu einer wirren halluzinatorischen Einheit. Durch diese epileptisch-hektische Erzählweise verliert der Zuschauer den Überblick, verliert die Realität aus den Augen. Dabei erweist sich der Spiegel als effizientes Motiv, kann er doch jederzeit Halluzinationen auslösen, die Flanagan gruselig und erschreckend inszeniert.

Horror in hohem Tempo

Das ist alles recht simpel erdacht, aber ungemein wirkungsvoll. „Oculus“ kann ängstigen und Flanagan zieht das Tempo immer mehr an, es ist kein langsamer, bedächtiger Horror – „Oculus“ ist Hochgeschwindigkeits-Horror. Auch das ist nicht gerade virtuos, aber sehr wirkungsvoll.

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Zehn Jahre später …

Auf die Dauer überreizt er das Motiv des Spiegels, der Film wird zu einem endlos erscheinenden und etwas ermüdenden Loop aus Halluzinationen. Das ist aber egal, denn über einen Großteil der Laufzeit hinweg funktioniert „Oculus“ so wie er soll, als gruseliger Horrorfilm. Ein Blick lohnt in jedem Fall.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme von Mike Flanagan sind in unserer Rubrik Regisseure aufgelistet.

Veröffentlichung: 5. Dezember 2014 als Blu-ray und DVD

Länge: 104 Min. (Blu-ray), 100 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte
Originaltitel: Oculus
USA 2013
Regie: Mike Flanagan
Drehbuch: Mike Flanagan, Jeff Howard,
Besetzung: Karen Gillan, Brenton Thwaites, Katee Sackhoff, Rory Cochrane, Annalise Basso, Garrett Ryan, James Lafferty, Miguel Sandoval
Zusatzmaterial: Making-of, Deleted Scenes, Original Kurzfilm, Audiokommentar von Mike Flanagan und Trevor Macy, Wendecover
Vertrieb: Square One / Universum Film

Copyright 2014 by Simon Kyprianou
Fotos & Packshot: © 2014 Square One / Universum Film

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