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Red River – Kapitalismuskritik, Männerfehde und Liebesglück beim Viehtrieb

09 Dez

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Red River

Von Simon Kyprianou

Western // „Red River“ ist eine Westernchronik: Der Film beginnt, als der Farmer Thomas Dunson (John Wayne) noch ein junger Mann ist und zusammen mit seinem Gefährten Groot (Walter Brennan) und seinem Ziehsohn Matt (Montgomery Clift) genau zwei Rinder besitzt. Zehn Jahre später sind es annähernd zehntausend Rinder. Dunson gehört die größte Farm weit und breit, er ist vom einfachen Cowboy zum Geschäftsmann geworden und muss sich nun nach den Gesetzen des Marktes richten – er muss Geld verdienen.

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Tom (l.) und Matt – erst Vater und Sohn, dann erbitterte Todfeinde

Auf nach Missouri!

Also stellt er sich der Mammutaufgabe, seine gesamte Herde nach Missouri zu führen, um die Tiere dort teuer zu verkaufen. Je weiter der Weg führt, je größer der Unmut seiner Truppe wird und je größer die Probleme werden, desto mehr wird Dunson zu einem Tyrann, dem Stereotyp des wütenden, größenwahnsinnigen Unternehmensvorsitzenden, einem astreinen Kapitalisten. Die Männer meutern, lassen ihn allein und verletzt in der Wüste zurück und wählen Matt zum Anführer. Aber Dunson schwört Rache an Matt.

„Red River“ dürfte eines der großen Vorbilder für Paul Thomas Andersons Kapitalismus-Horror „There Will Be Blood“ gewesen sein. Ein Mann lässt sich durch Besitz und durch Macht verlocken, verfällt seiner Größe und wird zum Tyrann, zum Unmensch.

5000 Rinder bei den Dreharbeiten

Hawks‘ Regie ist makellos. Größenwahnsinnig drehte er mit 5000 Rindern, findet beeindruckende Bilder, unglaubliche Aufnahmen einer Stampede, er zeigt, wie sich der Treck durch das feindselige Land kämpft, Schritt für Schritt dem Ziel nähert. Das ist wunderbar versiert erzählt und wunderbar ruppig gespielt von Wayne und Clift.

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: Tess verliebt sich in Matt

Zum Finale hin ist es dann eine Frau – Tess Millay (Joanne Dru) die Geliebte von Matt –, die der unsinnigen Fehde zwischen Matt und dem von seiner Hybris verblendeten Dunson mit einer Pistole in der Hand ein Ende bereitet und eine Botschaft der Liebe verbreitet. Ein schöneres Ende kann man sich nicht wünschen.

Die Qualität der Blu-ray ist nicht immer makellos, oft sehr rieselig, insgesamt aber wohl dem Alter des Films angemessen. Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme von Howard Hawks sind in unserer Rubrik Regisseure aufgelistet, Filme mit Montgomery Clift und John Wayne in der Rubrik Schauspieler.

Veröffentlichung: 28. November 2014 als Blu-ray, 12. Oktober 2011 als DVD (Süddeutsche Zeitung Cinemathek)

Länge: 133 Min. (Blu-ray), 126 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 12
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch u. a.
Untertitel: Deutsch, Englisch u. a.
Originaltitel: Red River
Alter deutscher Verleihtitel: Panik am roten Fluss
USA 1948
Regie: Howard Hawks, Arthur Rosson
Drehbuch: Borden Chase, Charles Schnee
Besetzung: John Wayne, Montgomery Clift, Joanne Dru, Walter Brennan, Coleen Gray, Harry Carey, John Ireland, Noah Beery Jr.
Zusatzmaterial: Original Kinofassung (ohne deutschen Ton nur deutsche Untertitel)
Vertrieb: Twentieth Century Fox Home Entertainment

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Indianerüberfälle sind nur eine Gefahr von vielen

Copyright 2014 by Simon Kyprianou
Fotos & Packshot: © 2014 Twentieth Century Fox Home Entertainment

 

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