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Der Hobbit – Die Schlacht der fünf Heere: Ein Fall von Ejaculatio praecox

10 Dez

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The Hobbit: The Battle of the Five Armies

Kinostart: 10. Dezember 2014

Gastrezension von Florian Schneider

Fantasy-Abenteuer // Der Drache Smaug (gesprochen von Benedict Cumberbatch) ist richtig sauer: Der Hobbit Bilbo Beutlin (Martin Freeman) und die Zwergenschar um ihren Anführer Thorin Eichenschild (Richard Armitage) haben das Ungeheuer aus der alten Zwergenresidenz im Einsamen Berg vertrieben und es damit seiner Schätze beraubt. Als erste Racheaktion greift Smaug nun das von Menschen bewohnte Seestadt an, um es buchstäblich in Schutt und Asche zu legen. Einzig Bard (Luke Evans) stellt sich dem Kampf mit dem fliegenden Feuerspeier.

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Das Städtchen Seestadt bekommt gleich Ärger mit dem Drachen Smaug

Die Schlacht um Seestadt sollte eigentlich nur das Vorspiel zur „Schlacht der fünf Heere“ sein, doch ist sie tatsächlich bereits visueller und narrativer Höhepunkt des letzten Films der trilogischen Adaption um J. R. R. Tolkiens Roman „Der Hobbit“. Erzählerisch würde man diese Episode eher als Finale des zweiten Teils verorten, doch ironischerweise kommt „Smaugs Einöde“ wunderbar ohne sie aus, da an Höhepunkten überaus reich.

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Bard ist mit den Waldelben ein Bündnis eingegangen

Ihre Verwendung in „Die Schlacht der fünf Heere“ rettet den Film immerhin vor der völligen Inhaltsleere. Denn viel passiert nicht mehr, doch das noch 120 Minuten lang: Die überlebenden Menschen und ein Heer Waldelben treffen sich an der von den Zwergen verrammelten Bergfestung, um sich ihren Teil am Schatz zu holen. Thorin, dem Goldfieber erlegen, weigert sich, auch nur ein Kupferstück herauszugeben, und ruft seinerseits ein Zwergenheer zu Hilfe. Als ein riesiges Heer aus Orks und anderen Schurken erscheint, um einfach alle anderen niederzumachen (warum kompliziert, wenn es auch einfach geht), werden die Allianzen neu gemischt.

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Galadriel kümmert sich um den verletzten Zauberer Gandalf

Klar, Regisseur Peter Jackson kann Schlachten inszenieren. Das hat er in „Der Herr der Ringe“ ausgiebig bewiesen. Doch dieses Mal überspannt er den Bogen. Nach 60 Minuten unblutigem Gemetzel interessiert es keine Sau mehr, wer hier noch gegen wen kämpft, geschweige denn warum. Da hilft es auch wenig, dass es noch ein Stelldichein bekannter Ringe-Figuren gibt, die in einem klassischen Neben-Quest den Oberbösen Sauron in den Osten (nach Mordor) verjagen. Letztlich bleibt „Die Schlacht der fünf Heere“ substanzlos und wirkt ohne gelungene zusätzliche Narrationselemente wie ein aufgeblähtes Finale eines Kinderbuches – was es ja auch ist.

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Ratloser Hobbit: Bilbo Beutlin steht zwischen den Fronten

Bei der Herr-der-Ringe-Trilogie war es von Anfang an klar: Die literarische Vorlage würde Federn lassen müssen, denn zu umfangreich ist das Werk. Bei der Hobbit-Trilogie war die Kardinalsfrage eine andere: Würde es Jackson gelingen, der Handlung soviel kongeniale Elemente hinzuzufügen, dass die Filme über die ganze Dauer der Reihe zu unterhalten vermögen? Die Beantwortung dieser Frage fällt mir leicht: Dies ist leider lediglich im zweiten Teil gelungen. Zu Weihnachten 2015 wünsche ich mir also einen Director’s Cut, der aus drei Filmen einen macht, dabei den ersten und den letzten Teil erheblich gekürzt enthält und den zweiten Teil unberührt lässt. Amen.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Cate Blanchett und/oder Benedict Cumberbatch sind in unserer Rubrik Schauspielerinnen bzw. Schauspieler aufgelistet.

Länge: 144 Min.
Altersfreigabe: FSK 12
Originaltitel: The Hobbit: The Battle of the Five Armies
USA/NZ 2014
Regie: Peter Jackson
Drehbuch: Fran Walsh. Philippa Boyens, Peter Jackson, Guillermo del Toro, nach einem Roman von J. R. R. Tolkien
Besetzung: Martin Freeman, Ian McKellen, Benedict Cumberbatch, Luke Evans, Orlando Bloom, Evangeline Lilly, Cate Blanchett, Mikael Persbrandt, Stephen Fry, Richard Armitage, Ken Stott, Graham McTavish, William Kircher, James Nesbitt, Stephen Hunter, Dean O’Gorman, Aidan Turner, John Callen, Manu Bennett, Sylvester McCoy, Billy Connolly, Ian Holm
Verleih: Warner Bros. Pictures Germany

Copyright 2014 by Florian Schneider

Filmplakate, Fotos & Trailer: © 2014 Warner Bros. Ent.

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4 Kommentare

Verfasst von - 2014/12/10 in Film, Kino, Rezensionen

 

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4 Antworten zu “Der Hobbit – Die Schlacht der fünf Heere: Ein Fall von Ejaculatio praecox

  1. franziska-t

    2015/02/24 at 11:42

    In meiner Vorstellung (OmU, ca. 15 Leute, Spätvorstellung) haben wir nach einer Weile einfach alle gelacht und die Leinwand angeschrien. Ganz besonders wenn Legolas auf herunterfallenden Steinen wie auf einer Treppe nach oben läuft. In meiner Rezension habe ich Peter Jackson die Drachenkrankheit attestiert (https://filmkompass.wordpress.com/2014/12/26/the-hobbit-the-battle-of-the-five-armies-omu-2014/) und wenn er nicht unter – achtung Wortspiel – Geldsucht leidet, dann zumindest das produzierende Studio. Richard Armitage und Benedict Cumberbatchs Stimme waren die einzigen, die mich überzeugt haben. Der Rest war in der Tat einfach nur nervtötend.

     
  2. Florian Schneider

    2014/12/11 at 10:28

    Genau so ist es. Kein Tröpfchen Blut fließt, selbst wenn Aberhunderte sterben. Das hätte mir gut gefallen, wenn das Sterben und Leiden auf dem Schlachtfeld tatsächlich zum Thema gemacht worden wäre (selbst der Tod eines Orks könnte dann Mitleid wecken). Aber naturalistische Darstellungen sind selten FSK 12 – und Jackson wollte natürlich auch keinen Fantasy-(Anti-)Kriegsfilm-Mix drehen (auch wenn der Gedanke durchaus Reiz besitzt).

     

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