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The Purge – Anarchy: Gelungene Genrekost mit aufgesetzter Sozialkritik

12 Dez

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The Purge – Anarchy

Von Simon Kyprianou

SF-Horrorthriller // Eine neue Purge-Night steht bevor. Sie bewirkt, dass Armut und Arbeitslosigkeit auf ein Minimum sinken. Der Preis dafür ist eine Nacht voll Mord und Totschlag pro Jahr.

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Auf der Flucht

Handwerklich geht Regisseur James DeMonaco ähnlich vor wie John Carpenter in „Assault – Anschlag bei Nacht“, in dem es ebenfalls gilt, eine Nacht zu überstehen. Verschiedene Handlungsstränge münden nach und nach ineinander, wie bei Carpenter spielt das Davonlaufen der Zeit eine Rolle.

Odyssee durch eine Nacht des Terrors

Einfach als Genrefilm betrachtet, ist „The Purge 2 – Anarchy“ durchaus gut anzusehen, eine irre Odyssee durch eine irre Nacht: vorbei an Reichen, die die Armen in Paintball-Centern nachempfundenen Arenen jagen, vorbei an Regierungstruppen und an Normalos, die einfach mal Lust auf Mord oder Vergewaltigung haben. Das ist spannend anzusehen und handwerklich gut gemacht, keine Frage.

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Eine Nacht voll Anarchie

Die sich durch die Nacht kämpfende Gruppe ist bunt gemischt. Sergeant Leo (Frank Grillo) will die Gelegenheit nutzen, den Mörder seines Sohns zu töten. Er muss sich dann aber der Frauen Eva und Cali (Carmen Ejogo und Zoë Soul) und dem Pärchen Shane und Liz (Zach Gilford, Kiele Sanchez) annehmen, die es nicht rechtzeitig nach Hause geschafft haben.

Dystopischer Ansatz wird nicht weiter verfolgt

Zu der behaupteten Sozialkritik, die ja immer wieder in Besprechungen des Films frenetisch hervorgehoben und gelobt wird: Es gibt keine, eher das Gegenteil trifft zu. Sicher entwerfen die beiden „The Purge“-Filme eine beängstigende Dystopie, aber sie gehen leider nicht klug damit um. Es gibt zwar eine Revolutionsbewegung gegen das Purgen und den Staat, aber sie hat kaum Bildschirmzeit. Am Ende verpufft sie im Nichts, wird zu einem bloßen Drehbuchkniff. Es gibt am Ende keine Revolution, doch 365 Tage später wird wieder gepurged. Statt eine Revolution zu entwerfen, es ernst zu meinen mit der Sozialkritik, verpufft die Revolution im Nichts. Sie dient einzig dem Zweck, einen dritten Teil zu ermöglichen, um weiter an dem Franchise verdienen zu können. Genau das ist auch die politische Einstellung der Macher: Ja, die Purge ist schlecht, aber der Zweck heiligt die Mittel. So ist „The Purge – Anarchy“ ein spannender Genrefilm geworden, der die durchaus vorhandene Möglichkeit der Sozialkritik leider vollkommen verschenkt.

Das „The Purge“-Franchise haben wir in unserer Rubrik Filmreihen aufgeführt.

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Schafft es die Gruppe durch die Nacht?

Veröffentlichung: 11. Dezember 2014 als limitiertes Blu-ray-Steelbook, Blu-ray und DVD

Länge: 103 Min. (Blu-ray), 99 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch, Hindi
Untertitel: Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Niederländisch, Portugiesisch, Spanisch
Originaltitel: The Purge – Anarchy
USA/F 2014
Regie: James DeMonaco
Drehbuch: James DeMonaco
Besetzung: Frank Grillo, Carmen Ejogo, Zach Gilford, Carmen Ejogo, Zoë Soul, Kiele Sanchez, Justina Machado, Edwin Hodge
Zusatzmaterial: Unveröffentliche Szenen, Hinter den Kulissen von Anarchy
Vertrieb: Universal Pictures Germany GmbH

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Die Gewalt triumphiert

Copyright 2014 by Simon Kyprianou
Fotos & Packshot: © 2014 Universal Pictures Germany GmbH

 

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