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Tatsächlich … Liebe – Alle Jahre wieder

13 Dez

Tatsaechlich_Liebe-Cover

Love Actually

Für Britta, ohne die ich die beschissenen vergangenen Monate nicht ertragen hätte

Liebeskomödie // Manche schauen zu Weihnachten gern „Ist das Leben nicht schön?“ – und in der Tat erwärmt das 1946er-Melodram mit James Stewart das Herz. Andere bevorzugen „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ oder „Der kleine Lord“, auch nett, aber vielleicht muss man damit aufgewachsen sein. Amüsiert Ihr euch vorzugsweise mit der Chaos-Familie Griswold um Oberhaupt Clark (Chevy Chase) in „Schöne Bescherung“? Varianten von Dickens‘ Weihnachtsgeschichte gehen auch immer, etwa „Die Muppets Weihnachtsgeschichte“ mit Michael Caine oder – na klar – „Die Geister, die ich rief“ mit Bill Murray. Ähnlich geisterhaft und bizarr, wenn auch auf ganz andere Weise, geht es im Stop-Motion-Puppentrickfilm „Nightmare Before Christmas“ zu.

Alles tolle Filme, alles in Ordnung, mein Weihnachtsfavorit aber ist „Tatsächlich … Liebe“.

Welche der Liebesgeschichten gefällt euch am besten?

Hand aufs Herz: Welcher Handlungsstrang ist euer Favorit? Ist es die Geschichte vom just ins Amt gewählten britischen Premierminister David (Hugh Grant), der sich in die Downing-Street-10-Bedienstete Natalie (Martine McCutcheon) verliebt? Oder bevorzugt Ihr die anfangs sehr traurige Story von Daniel (Liam Neeson), der seine geliebte Frau beerdigen muss und nicht weiß, wie er mit seinem Stiefsohn Sam (Thomas Brodie-Sangster) umgehen soll, bis er herausfindet, dass der … aber lassen wir das. Hach ja.

Ach du lieber Harry – tu’s nicht!

Mögt Ihr die beiden sympathischen Porno-Lichtdoubles (nennt man das so?) Judy (Joanna Page) und John (Martin Freeman, „Der Hobbit – Die Schlacht der fünf Heere”), die sich die Zeit bei den Dreharbeiten mit freundlicher Konversation vertreiben und dabei nach und nach merken, dass sie einander mögen? Schaut Ihr gern Familienvater Harry (Alan Rickman) dabei zu, wie er sehenden Auges in sein Unglück rennt, indem er sich von seiner Angestellten Mia (Heike Makatsch) um den Finger wickeln lässt und dabei seine Ehefrau Karen (Emma Thompson) unglücklich macht?

So nah und doch so fern

Berührt Mark (Andrew Lincoln, „The Walking Dead“) euer Herz, der unsterblich in Juliet (Keira Knightley) verliebt ist, die frisch angetraute Ehefrau seines besten Freundes Peter (Chiwetel Ejiofor, „12 Years a Slave“)? Oder mögt Ihr Colin (Kris Marshall), der sich für Gottes Geschenk an die Frauen hält, in die USA jettet, weil die Engländerinnen ihn verschmähen, und in Wisconsin Unglaubliches erlebt?

Christmas is all around

Hab‘ ich alle? Hoppla, beinahe die unscheinbare Sarah (Laura Linney) vergessen, die bei Harry (siehe oben) im Büro arbeitet und seit ihrem ersten Arbeitstag aus der Ferne ihren feschen Kollegen Karl (Rodgrigo Santoro, „300 – Rise of an Empire“) anschmachtet – und die gesamte Belegschaft weiß Bescheid. Geht euch das nah? Und dann ist da ja auch noch Billy Mack (Bill Nighy), der den alten Schmachtfetzen „Love Is All Around“ als Weihnachtssong neu einspielt und an Weihnachten merkt, dass er sein gesamtes Leben mit seinem treuen Manager Joe (Gregor Fisher) verbracht hat. Auch eine ganz wunderbare Episode, nicht wahr? Vorzugsweise im Original zu genießen: Let’s get pissed and watch porn! Herrlich!

Der Betrogene und die Haushälterin

Nun hab‘ ich aber wirklich alle erwähnt, oder? Ach nein, meinen eigenen Favoriten noch nicht: den Schriftsteller Jamie (Colin Firth, „Fever Pitch“), dessen Freundin ihn mit seinem eigenen Bruder betrogen hat und der sich daraufhin zum Schreiben in ein französisches Landhaus zurückzieht. Dort kommuniziert Jamie radebrechend und unbeholfen mit seiner Haushaltshilfe Aurelia (Lúcia Moniz), die im Übrigen sehr apart ist, wenn man sich erst einmal an ihre schüchtern-zurückhaltende Art gewöhnt hat. Die Sprachbarriere scheint ein Näherkommen zwischen Jamie und Aurelia zu verhindern. Schööön ist das.

Geht euch da nicht das Herz auf?

All diese Handlungsstränge sind auf gar zauberhafte Weise miteinander verwoben und ergeben ein Stelldichein sympathischer Akteure, die man allesamt ins Herz schließen muss. Wem dieses Herz bei „Tatsächlich … Liebe“ nicht aufgeht – und zwar weit! –, der sollte zum Arzt gehen und feststellen lassen, ob sich im linken Brustbereich nicht ein riesengroßes Loch befindet.

Welche Episode aus „Tatsächlich … Liebe“ bewegt euch am meisten? Und welchen Film schaut Ihr traditionell zu Weihnachten? Über Antworten im Kommentarfeld würde ich mich freuen.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Chiwetel Ejiofor, Colin Firth, Liam Neeson, Bill Nighy und/oder Alan Rickman sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

Veröffentlichung: 5. November 2009 als Blu-ray, 3. Februar 2005 als DVD

Länge: 135 Min. (Blu-ray), 130 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 6
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch, Spanisch, Französisch, Italienisch
Untertitel: Deutsch, Englisch, Spanisch, Französisch, Italienisch
Originaltitel: Love Actually
GB/USA/F 2003
Regie: Richard Curtis
Drehbuch: Richard Curtis
Besetzung: Hugh Grant, Martine McCutcheon, Billy Bob Thornton, Liam Neeson, Thomas Brodie-Sangster, Olivia Olson, Colin Firth, Lúcia Moniz, Emma Thompson, Alan Rickman, Heike Makatsch, Bill Nighy, Gregor Fisher, Martin Freeman, Andrew Lincoln, Keira Knightley, Chiwetel Ejiofor, Laura Linney, Rodrigo Santoro, Kris Marshall, Joanna Page, Ivana Milicevic, January Jones, Elisha Cuthbert, Denise Richards, Shannon Elizabeth, Julia Davis, Sienna Guillory, Nina Sosanya, Jo Whiley, Rowan Atkinson, Claudia Schiffer
Zusatzmaterial: Meine Szenen, unveröffentlichte Szenen mit Intros von Richard Curtis, die Musik von „Love Actually“ mit Intros von Richard Curtis, The Storytellers, Musikvideo Kelly Clarkson: „The Trouble With Love Is“, Musikvideo Billy Mack: „Christmas Is All Around“, Audiokommentar mit Regisseur Richard Curtis sowie den Darstellern Hugh Grant, Bill Nighy und Thomas Brodie-Sangster
Vertrieb: Universal Pictures Germany GmbH

Copyright 2014 by Volker Schönenberger

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8 Antworten zu “Tatsächlich … Liebe – Alle Jahre wieder

  1. Dirk Ottelübbert

    2014/12/31 at 14:00

    Ja, der ist immer wieder schön – obwohl, ich habe ihn erst zweimal gesehen, glaube ich, Kino und DVD. Egal. Mein Favorit ist auf jeden Fall DIE Szene mit Mark und Juliet. Sie sieht das Video und weiß – ein Schlag, ein Schock geradezu –, dass er sie liebt. Wunderbar. Dagegen ist der Handlungsstrang mit dem Premierminister fast „geschenkt“. Alles mit Bill Nighy ist natürlich auch herrlich. Und sein versöhnlicher Finalsatz zum hassgeliebten Manager, „Come on, let’s get pissed and watch porn“, steht natürlich als Motto für meinem diesjährigen Silvesterabend fest … Äh, also bis dann, Leute.

     
  2. Matthias

    2014/12/15 at 11:53

    Da muss ich mich mal wieder als Banause outen – habe den Film bis heute nie gesehen. Muss ich wohl an Heiligabend nachholen…
    Ansonsten gibt es bei mir zur Weihnachtszeit natürlich einen Anime: „Prinzessin Mononoke“ lief nämlich mal am 24. im Fernsehen, seitdem ist das mein persönlicher Weihnachtsfilm 🙂

     
  3. Zeilenkino

    2014/12/15 at 08:09

    Wir haben die gleiche Weihnachtstradition! Seit Jahren schaue ich auch jedes Jahr „Tatsächlich … Liebe“ – und habe die Befürchtung, dass mir irgendwann all seine Schwächen auffallen. Aber bislang finde ich es überwiegend schön. 🙂 Mein Lieblingshandlungsstrang ist ebenfalls Jamie und Aurelia, meine Lieblingszenen sind der Moment, in dem Emma Thompson entdeckt … naja, Du weißt schon … und Mark der Frau seines besten Freundes … Du weißt schon … gesteht. Da denke ich mir nämlich jedes Mal, dass sich Erwachsene genauso verhalten. Und das finde ich für eine durchaus kritische romantische Komödie bemerkenswert.

     
  4. Barbara

    2014/12/14 at 17:45

    „Tatsächlich … Liebe“ habe ich in der Tat schon eine Weile nicht mehr gesehen, insofern kann ich da auch gerade nicht mit einem Lieblings-Handlungsstrang aufwarten. Aber grundsätzlich mag ich Hugh Grant ja immer ganz gerne 😉 Meine klassischen Weihnachtsfilme sind ansonsten „Das letzte Einhorn“, weil der in meiner Kindheit (zumindest gefühlt) immer an Heilig Abend lief, und natürlich „Buddy – der Weihnachtself“.

     
  5. Stepnwolf

    2014/12/14 at 12:06

    „Polarexpress“ ist so ein Film, der in der Vorweihnachtszeit immer mal läuft. Und „Die Geister, die ich rief“. Ansonsten mache ich zu Weihnachten keine besonderen Filmausnahmen. Es wird auch weiterhin das geschaut, was ich gerade schauen will. 🙂

     
  6. Simon Kyprianou

    2014/12/13 at 19:17

    Tatsächlich Liebe gibt’s bei mir auch jedes Weihnachten wieder, schön facettenreicher Film, bei dem ich mich gar nicht richtig entscheiden kann, welcher Handlungsstrang der Schönste ist. Wenn ich müsste, wäre es wohl entweder die Neeson-Geschichte, die hat so ein tolles Ende auf dem Flughafen, oder die Hugh-Grant-Story.
    Unumstößliche Weihnachtsfavoriten sonst sind „Schöne Bescherung“ und natürlich „Stirb Langsam“.

     
  7. Mic

    2014/12/13 at 14:43

    „Tatsächlich Liebe“ wäre auch bei mir der Weihnachtsfilm, wenn ich mir selbst so eine Tradition auferlegen würde. Ein wirklich rundherum berührender Film. Die liebste Episode ist mir die in der Downing Street, weil hier Komik und Gefühl sich die Waage halten (und am Ende auch einige der anderen Handlungsstränge mit reinspielen, Stichwort Schulaufführung).

    Der singulär beste und mich am meisten berührendste Moment ist allerdings in der schmalen Handlung um Mark und Juliet, als sie erkennt, dass er die ganze Zeit nur so getan hat, als ob er sie nicht leiden könne. „Es hat etwas mit Selbstschutz zu tun“, die Flucht und dazu die Musik von Dido – Gänsehaut!

     
  8. Anja

    2014/12/13 at 13:54

    Ach, ich kann mich gar nicht entscheiden, welche Geschichte die schönste ist. Ich LIEBE Bill Nighy und seinen Song, und selber würde ich am liebsten Mia sein und Alan Rickman verführen. Die schönste Geschichte ist aber schon die mit dem Premierminister. Oder …? Aurelia ist natürlich auch soooo eine Süße. Schwierig! Vielleicht einfach mal wieder gucken …

     

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