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Coherence – Meisterhafte Science-Fiction trotz oder dank schmalen Budgets

23 Dez

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Coherence

Kinostart: 25. Dezember 2014

Von Simon Kyprianou

SF-Thriller // „Coherence“ ist wieder mal ein wunderbare Beispiel dafür, wie ein limitiertes Budget und logistische Einschränkungen den kreativen Prozess befeuern können – weit mehr befeuern als bei Millionenprojekten. Für kleines Geld im Wohnzimmer des Regisseurs mit befreundeten Darstellern gedreht, ist „Coherence“ bei Weitem einer der besten und klügsten Filme des Jahres geworden.

Ein Komet bringt Unheil

Ein paar gute Freunde (unter anderem: Emily Baldoni, Alex Manugian, Hugo Armstrong, Lauren Maher) treffen sich zum Abendessen, während ein Komet die Erde gefährlich nah passiert. Plötzlich spaltet sich die Welt auf, die Universen und die Menschen multiplizieren sich, Schrödingers Katze in Groß sozusagen. Mehr soll nicht verraten werden, die Überraschungen bringen hier erst den vollkommenen Genuss.

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Beziehungen geraten an diesem Abend in Schieflage

James Ward Byrkit hat nicht nur einen der klügsten und frischesten Science-Fiction-Filme der vergangenen Jahre gedreht, „Coherence“ ist vor allem ein sensibler Film über menschliche Beziehungsgefüge. Er betrachtet das hochempfindliche Beziehungsgeflecht der Freunde und untersucht, wie fragil und zärtlich es doch ist. Er zeigt, wie kompliziert und fragil menschliche Beziehungssysteme sind und wie man sie in einer einzigen Nacht zerstören und verlieren kann.

Vom Zerbrechen der Realität

Es ist auch ein Film über die Unvermeidbarkeit menschlicher Konfrontationen, über aufgedeckte Lebenslügen und brüchige Liebesbeziehungen. Zum Ende hin werden die – scheinbar so harmlosen Freunde – sogar zu Mördern, um ihre sozialen Geflechte nicht zu verlieren, um nicht allein sein zu müssen, denn wenn die sozialen Gefüge zerbrechen, dann zerbricht dadurch auch die Realität.

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Schnell merken die Freunde, dass etwas nicht stimmt mit der Welt

Die minimalistische Inszenierung, die nie in formale Exzesse ausbricht, das naturalistische Spiel der Darsteller und der epileptische Schnitt verdichten „Coherence“ zu einem höchst beklemmenden Kammerspiel, ein gewitztes Spiel mit der Realität die langsam aber sicher zur Unkenntlichkeit verschmiert. Grusel und Schrecken werden sehr subtil transportiert. Man sieht „Coherence“ jederzeit die wunderbare Fanboy-Hingabe der Macher an.

Zum Glück hat sich „Bildstörung“ dieses kleinen Meisterwerks angenommen und bringt es hierzulande in die Kinos. Die Filme der „Drop Out“-Reihe von Bildstörung haben wir in unserer Rubrik Filmreihen aufgeführt.

Länge: 89 Min.
Altersfreigabe: FSK 16
Originaltitel: Coherence
USA/GB 2013
Regie: James Ward Byrkit
Drehbuch: James Ward Byrkit
Besetzung: Emily Baldoni, Maury Sterling, Nicholas Brendon, Elizabeth Gracen, Alex Manugian, Lauren Maher, Hugo Armstrong, Lorene Scafaria
Verleih: Bildstörung / Drop-out Cinema

Copyright 2014 by Simon Kyprianou

Filmplakat, Fotos & Trailer: © 2014 Bildstörung

 

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