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Can a Song Save Your Life? Danke für die schönen Ohrwürmer

05 Jan

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Begin Again

Gastrezension von Matthias Holm

Melodram // Dan (Mark Ruffalo) ist am Ende. Aus seiner eigenen Firma geschmissen und von der Frau (Catherine Keener) verlassen, streift der Musikproduzent abends durch die Bars. In einer davon findet gerade ein kleines Konzert statt. Die junge Musikerin Gretta (Keira Knightley) gibt ein selbst komponiertes Stück zum Besten, was Dan derart fasziniert, dass er sofort ein Album mit ihr aufnehmen möchte. Gretta reagiert anfangs ablehnend – hat doch ihr Freund Dave (Adam Levine) sie betrogen, während er sein erstes eigenes Album produziert hat. Doch Dan hat eine wahnwitzige Idee, mit der er Gretta umstimmt: Das Album wird nicht, wie üblich, im Studio aufgenommen, sondern an verschiedenen Stellen in ganz New York City.

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Dan müsste sich mal wieder rasieren

Ein Gute-Laune-Film

Als Erstes frage ich mich: Warum hat man diesen deutschen Titel gewählt? Es geht in dem Film nicht darum, ob irgendwelche Leben gerettet werden. Der englische Titel „Begin Again“ passt da schon besser – sämtlichen Figuren gelingt im Lauf des Films ein Neuanfang. Das ist auch nicht zu viel verraten, denn „Can a Song Save Your Life?“ versprüht durchgehend gute Laune, was nicht durch eine komplizierte Dramaturgie durchbrochen werden soll.

Bereits von Anfang an weiß der aufmerksame Zuschauer, wie sich die Geschichte entwickeln wird. Umso schöner, dass Drehbuchschreiber und Regisseur John Carney („Once“) immerhin ein paar kleine Überraschungen einstreut, wie zum Beispiel den Grund für die Trennung von Dan und seiner Frau. So driftet der Film nicht komplett in die Beliebigkeit ab.

Keira Knightley kann singen

Dafür sorgen auch die beiden Hauptdarsteller. Mark Ruffalo kann sowieso machen, was er möchte, ich finde den Mann einfach immer sympathisch. Sein Dan hat so viele Rückschläge einstecken müssen, trotzdem kann er sich immer noch für gute Musik begeistern. Keira Knightley überzeugt mit einer schönen Singstimme, die ich ihr nicht zugetraut hätte. Auch sie strahlt eine Natürlichkeit aus, die zwar im Kontrast zu der 08/15-Dramaturgie steht, die sie aber einfach liebenswert macht.

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Gretta und ihre Gitarre

Ein kleiner Widerspruch findet sich in der Figur des Maroon-5-Sängers Adam Levine. Der Film prangert mehrfach die überproduzierte, austauschbare Popmusik von heute an – und besetzt eine Rolle mit einem der Männer, der genau für diese Art von Musik steht. Da hätte ich mir mehr Szenen mit CeeLo Green gewünscht, der einen von Dan produzierten Rapper darstellt.

Musikvideos unter den Extras

Die Blu-ray bietet ein wunderbares Bild. Leider konnte ich den Ton mangels geeigneter Ausstattung nicht überprüfen, obwohl dies doch das Wichtigste an einem Musikfilm ist. Immerhin gibt es bei den Extras wunderbare Musikvideos zu einzelnen Songs – mitsamt eingeblendeten Texte

Über den grandiosen Soundtrack muss ich nichts mehr sagen – das geschah schon in der Rezension anlässlich des Kinostarts. Mein persönlicher Lieblingssong ist übrigens „Tell Me If You Wanna Go Home“ – am besten mit dem schrammeligen Gitarrenspiel von Hailee Steinfeld. „Can a Song Safe Your Life?“ macht vielleicht nicht alles richtig und ihm fehlt die emotionale Fallhöhe, wie sie zum Beispiel „Pride“ hat. Dennoch ist es der wohl schönste Musikfilm, den man in den vergangenen Jahren sehen durfte.

Zur Rezension anlässlich des Kinostarts geht’s auch hier.

Veröffentlichung: 29. Dezember 2014 als Blu-ray und DVD

Länge: 104 Min. (Blu-ray), 100 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 6
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Begin Again
USA 2013
Regie: John Carney
Drehbuch: John Carney
Besetzung: Keira Knightley, Mark Ruffallo, Catherine Keener, Hailee Steinfeld, Adam Levine, CeLoo Green, James Corden
Zusatzmaterial: Making-of, Musikvideos, Trailer, Wendecover
Vertrieb: Studiocanal

Copyright 2014 by Matthias Holm
Fotos & Packshot: © 2014 Studiocanal

 
 

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Eine Antwort zu “Can a Song Save Your Life? Danke für die schönen Ohrwürmer

  1. Barbara

    2015/01/05 at 12:52

    Der jetzige deutsche Titel war auch der einstige englische Titel – soll aber angeblich zu kompliziert gewesen sein (steht zumindest auf Wikipedia). Anscheinend traut man dem deutschen Publikum mehr zu als dem englischsprachigen. 🙂 Ich finde aber auch den längeren Titel gar nicht so unpassend, im übertragenen Sinne rettet die Zusammenarbeit ja schon das Leben der beiden.

     

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