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Kikis kleiner Lieferservice – Willkommen im Reich der Computeranimationen

27 Jan

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Majo no takkyûbin

Gastrezension von Matthias Holm

Fantasy-Abenteuer // Die junge Hexe Kiki (Fûka Koshiba) steht vor der wichtigsten Aufgabe für jede Hexe ihres Alters: Nach einer langen Tradition müssen die Mädchen mit 13 Jahren für ein Jahr von zu Hause ausziehen. In diesem Jahr sollen sie sich entscheiden: Wollen sie Hexen bleiben oder doch lieber ein ganz normaler Mensch werden? Kiki sucht sich für diese Aufgabe ein verschlafenes Küstenstädtchen aus. Da sie mit ihrer Zauberkraft nur fliegen kann, macht sie das Beste draus und eröffnet einen Lieferservice.

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Das sah schon bei Harry Potter besser aus

Realverfilmung eines Miyazaki-Animes

Beim Anime-Fan klingelt es natürlich sofort: Diese Geschichte wurde bereits einmal umgesetzt – 1989 vom Altmeister Hayao Miyazaki. Und auch wenn man jener Version den Zahn der Zeit ein wenig ansieht, bleibt er ein wunderbarer Kinderfilm. An dessen Klasse reicht die Realverfilmung des Kinderbuchs von Eiko Kadono nicht ansatzweise ran.

Das liegt an mehreren Faktoren. Als Erstes haben wir die Effekte. Alles, was aus dem Computer kommt, sieht sehr künstlich aus. Als ich das erste Mal die Katze Jiji und ein Flusspferd-Baby sah, kamen unangenehme Erinnerungen an „Parasite Doctor Suzune“ auf. Zwar gibt es durchaus schöne Panoramaaufnahmen zu bestaunen, doch der Großteil der Bilder wirkt lächerlich.

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„Heute bist du mit Putzen dran!“

Dagegen können auch die Darsteller nichts machen. Meist tapsen sie hilflos durch die künstlichen Szenerien. Dass dann zum Beispiel mit Ryohei Hirota ein Schauspieler gecastet wurde, der schlappe fünf Jahre älter als seine Figur Tombo ist, ist nur das i-Tüpfelchen.

Coming-of-Age-Story wird nicht ausgereizt

Das ist insofern schade, als es sich bei „Kikis kleiner Lieferservice“ trotz allem um eine schöne Coming-of-Age-Story handelt. Doch auch hier patzt die Realverfilmung: Nicht alle neuen Erzählstränge, die gegenüber dem Anime ihren Weg in den Film gefunden haben, sind interessant, gegen Ende hin wird das Geschehen doch eine Spur zu kitschig.

Also: Lasst besser die Finger von dieser Adaption – schiebt lieber die Version von Miyazaki in den Player!

Veröffentlichung: 22. Januar 2015 als Blu-ray und DVD

Länge: 108 Min. (Blu-ray), 104 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK freigegeben ohne Altersbeschränkung
Sprachfassungen: Deutsch, Japanisch
Untertitel: k. Ang.
Originaltitel: Majo no takkyûbin
JAP/CHN 2014
Regie: Takashi Shimizu
Drehbuch: Satoko Okudera, Takashi Shimizu, nach einem Roman von Eiko Kadono
Besetzung: Fûka Koshiba, Tadanobu Asano, Machiko Ono, Rie Miyazawa
Zusatzmaterial: Wendecover
Vertrieb: EuroVideo

Copyright 2015 by Matthias Holm
Fotos & Packshot: © 2015 EuroVideo

 
 

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Eine Antwort zu “Kikis kleiner Lieferservice – Willkommen im Reich der Computeranimationen

  1. Barbara

    2015/01/28 at 10:59

    Den Miyazaki-Film liebe ich ja sehr … insofern bin ich auch auf die Realverfilmung jetzt zumindest neugierig, auch wenn sie nicht so toll ist. :/

     

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