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Blackhat – Cyber-Thriller ohne Cyber

02 Feb

Blackhat-Plakat

Blackhat

Kinostart: 5. Februar 2015

Von Matthias Holm

Actionthriller // Michael Mann hat mal große Filme gemacht. „Heat“ zum Beispiel. Oder „Collateral“. Seine beiden letzten Regiearbeiten „Miami Vice“ und „Public Enemies“ jedoch konnten den hohen Erwartungen nicht gerecht werden. Nun befasst sich der inzwischen 71-Jährige mit einem Thema, dass schwierig für die Leinwand zu adaptieren ist: Hackern.

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Bei der Terroristen-Jagd: Die Frisur sitzt

Wer hat das Kraftwerk gehackt?

Aufruhr in China: Durch einen Hacker-Angriff kommt es in einem Atomkraftwerk zur Explosion. Die zuständigen Behörden beauftragen Chen Dawai (Leehom Wang) mit der Aufklärung. Der fliegt direkt in die USA, denn den Code, der zur Explosion führte, hat er seinerzeit am MIT selbst geschrieben. Chen war allerdings nur Handlanger, der Erfinder des Codes ist Meisterhacker Nicholas Hathaway (Chris Hemsworth). Also holt Chen seinen Kumpel aus dem Gefängnis, gemeinsam machen sie sich auf die Jagd nach den Cyber-Terroristen.

Wie bringt man etwas auf die Leinwand, das eigentlich nur digital abläuft? Auf diese Frage findet der eigentlich optisch versierte Regisseur Mann auch keine Antwort. Anfangs gibt es zwei Mal eine Art Kamerafahrt durch die Innereien des Internets mit vielen Bits und Bytes. Doch diese beiden Fahrten sind beinahe komplett identisch – und folgen kurz hintereinander. Ansonsten beschränkt sich das Hackien darauf, dass Hathaway ein paar Mal auf einer Tastatur herumdrückt.

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Auf der Flucht: Die Frisur sitzt

Ab und zu gibt’s sogar eine Schießerei

Das ist deutlich zu wenig für einen Film, der über zwei Stunden geht und sich mit genau diesem Thema beschäftigt. Den Rest der Zeit sieht man die Protagonisten von Ort zu Ort reisen. Zwischendurch wird ein wenig geredet, hin und wieder wird sogar geschossen. Man merkt: Mit Spannungsspitzen geht der Film sparsam um – zu sparsam.

Die Geschichte bleibt also weit hinter ihren Möglichkeiten. Statt auf dem atmosphärischen Start im Atomkraftwerk aufzubauen, verkommt die Suche nach den Terroristen zu einer langweiligen Schnitzeljagd. Sämtliche Nebenhandlungen wirken dabei im Übermaß konstruiert – sei es die Beziehung von Hathaway zu Chens Schwester Chen Lien (Wie Tang), von der man auch nicht genau weiß, warum sie dabei ist, oder aber die Vergangenheit der Agentin Carol Barret (Viola Davis), die auf Hathaway aufpassen soll. Nichts an dem Film vermag zu fesseln. Erst gegen Ende, wenn der große Bösewicht sich zeigt, nimmt die Geschichte etwas an Fahrt auf – viel zu spät.

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Hathaway gegen den Strom

Hacker Thor

Auch die Figuren bleiben blass: Lediglich Chris Hemsworth hinterlässt mit seiner körperlichen Präsenz einen Eindruck. Dass der durchtrainerte „Thor“-Darsteller natürlich nicht dem Klischee-Bild eines Hackers entspricht, ist in diesem Falle egal – und er darf natürlich in einigen Szenen seinen nackten Oberkörper zeigen. Der Rest der Besetzung verschwindet, sobald nicht mehr auf der Leinwand zu sehen, sofort aus dem Gedächtnis.

Zwar sieht der Film durchaus ansprechend und stylish aus, mehr hat „Blackhat“ aber auch nicht zu bieten. So bleibt am Ende ein Hacker-Film, in dem zu wenig gehackt wird und zu viel Leerlauf herrscht.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme von Michael Mann sind in unserer Rubrik Regisseure aufgelistet, Filme mit Chris Hemsworth unter Schauspieler.

Länge: 135 Min.
Altersfreigabe: FSK 16
Originaltitel: Blackhat
USA 2015
Regie: Michael Mann
Drehbuch: Morgan Davis Foehl, Michael Mann,
Besetzung: Chris Hemsworth, Viola Davis, Leehom Wang, Wei Tang, John Ortiz, William Mapother, Sara Finley, Spencer Garrett
Verleih: Universal Pictures Germany GmbH

Copyright 2015 by Matthias Holm

Filmplakat, Fotos & Trailer: © 2015 Universal Pictures Germany GmbH

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