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Ridley Scott (II): Ein gutes Jahr – Sinneswandel in der Provence

06 Feb

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A Good Year

Von Simon Kyprianou

Liebeskomödie // Der Film beginnt mit einer Rückblende: Als kleiner Junge verbringt Max Skinner (Freddie Highmore) die Ferien auf dem Weingut seines Onkels (Albert Finney) in der Provence. Das nächste Mal sehen wir Max in London, wo er sich zu einem kalten Wirtschafts-Manager (Russell Crowe) entwickelt hat. Eines Abends erfährt er vom Tod seines Onkels, der ihm das Weingut vermacht hat. Also reist Max widerwillig in die Provence, um es zu verkaufen. Doch natürlich kommt alles ganz anders.

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Kindheit in der Provence

„Ein gutes Jahr“ ist ein ungewöhnlicher Film in Ridley Scotts Werk, das ja eher von Thrillern, Historienepen und Science-Fiction dominiert wird. Die Verfilmung von Peter Mayles Roman „Ein guter Jahrgang“ ist von Kontrasten geprägt: Die Kindheit wird dem Erwachsensein gegenübergestellt, die Finanzwelt dem einfachen Leben und London der Provence.

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Aus dem coolen Manager …

Max Skinner ist ein Mann, der genau wegen dieser Gegensätze innerlich zerrissen ist. Natürlich verliebt er sich bei seiner Rückkehr in die Provence in eine hübsche Französin (Marion Cotillard, „Zwei Tage, eine Nacht“), natürlich macht er nach und nach einen Sinneswandel durch. Ridley Scott frisst sich geradezu fest, in jedem nur erdenklichen Klischee – man kann die Komödie beinahe schon als lustvolles Spiel mit den Genre-Klischees sehen.

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… wird ein Genießer …

Man könnte „Ein gutes Jahr“ sicher in Grund und Boden stampfen, ist er doch einer dieser unsäglichen Wohlfühlfilme ohne Fallhöhe, ohne Aufrichtigkeit dem Leben gegenüber. Schlimmer sind freilich jene Vertreter, die sich ein Thema wie Rassismus („Ziemlich beste Freunde“) oder eine schlimme Krankheit („Honig im Kopf“) zu eigen machen und es in ihrer Unehrlichkeit verhandeln. Scotts Film ist dann doch zu frivol, zu spaßig, und zu harmlos, als das man ihn nicht mögen könnte – jongliert er doch ausschließlich mit unverfänglichen Themen. Ja, er erzählt sogar eine schöne Geschichte, deren utopischer Charakter von Scott stets mit augenzwinkernd-ironischer Regie kommentiert wird. Gut inszeniert und gut gespielt ist er sowieso. Auch Marc Streitenfelds Soundtrack macht Spaß. Herausgekommen ist ein durch und durch vergnüglicher Film.

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… der es sich gut gehen lässt

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme von Ridley Scott sind in unserer Rubrik Regisseure aufgelistet, Filme mit Marion Cotillard in der Rubrik Schauspielerinnen.

Veröffentlichung: 5. Februar 2015 als Blu-ray und DVD

Länge: 117 Min. (Blu-ray), 112 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK freigegeben ohne Altersbeschränkung
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch, Französisch u. a.
Untertitel: Deutsch, Englisch, Französisch u. a.
Originaltitel: A Good Year
USA/GB 2006
Regie: Ridley Scott
Drehbuch: Marc Klein, nach einem Roman von Peter Mayle
Besetzung: Russell Crowe, Marion Cotillard, Abbie Cornish, Albert Finney, Freddie Highmore, Rafe Spall, Richard Coyle, Archie Panjabi, Tom Hollander
Zusatzmaterial: Erweiterter Wiedergabemodus: Postkarten aus der Provence, Promo: Russell Crowe und Ridley Scott, Kinotrailer, TV-Spots, Musikvideos
Vertrieb: Twentieth Century Fox Home Entertainment

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Die Liebe, die Liebe …

Copyright 2015 by Simon Kyprianou
Fotos & Packshot: © 2015 Twentieth Century Fox Home Entertainment

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