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John Carpenter (III): Die Mächte des Wahnsinns – Von nun an geht’s bergab

11 Feb

Die_Maechte_des_Wahnsinns-Cover

In the Mouth of Madness

Von Simon Kyprianou

Horror // „Die Mächte des Wahnsinns“ markiert wohl exakt den Zeitpunkt an dem sich John Carpenters Werk gewandelt hat: vom grandiosen Frühwerk mit „Halloween – Die Nacht des Grauens“, „The Fog – Nebel des Grauens“, und „Das Ding aus einer anderen Welt“ zum miserablen Spätwerk, bei dem man – genau wie bei seinem auch einst hoch talentierten Kollegen Dario Argento – wirklich nur noch den Kopf schütteln kann. Der Tiefpunkt kam 2001 mit „Ghosts of Mars“.

John Carpenters letzter guter Film?

„Die Mächte des Wahnsinns“ platziert sich auch qualitativ irgendwo zwischen Früh- und Spätwerk, man könnte vielleicht sagen es ist der letzte gute Film von Carpenter, obwohl er nicht ganz die Klasse der vorherigen erreicht. Dabei unterscheidet er sich von seinen früheren Filmen, ist kein klarer, ruppiger Genrefilm, sondern ein surrealer Albtraum.

Wo ist Sutter Crane?

Der Versicherungsdetektiv John Trent (Sam Neill) soll den verschwundenen Schriftsteller Sutter Cane (Jürgen Prochnow) suchen, dessen Bücher gerade in aller Munde sind. Trent findet Cane in der Stadt Hobb’s End, in der Canes Werke spielen, die aber auf keiner Landkarte verzeichnet ist und von der niemand je gehört hat. Mit seinen Büchern will der Autor die Welt ins Chaos stürzen.

Gefangen in der Fantasie eines Schriftstellers

In Hobb’s End verwischt die Realität, man kann nicht mehr unterscheiden zwischen Albtraum, Halluzination, Literatur und Wirklichkeit. Die Welt wird zur Kunst, die Welt wird zum Schundroman, aus dem man nicht mehr ausbrechen kann, man ist gefangen in der Fantasie eines verrückten Horror-Meisters, das ist eine wunderbar bekloppte Meta-Ebene. Die Horrorromane von Cane werden in Hobb’s End Wirklichkeit. Es ist Carpenters irrsinnige Ode an den Horrorroman.

Geisterbahn der Verrücktheiten

Carpenters Regie ist überbordend, ein Karussell der Verrücktheiten, ohne Stillstand, vollgestopft mit aberwitzigen visuellen Effekten, eine wohlig hyperaktive Geisterbahn, immer ganz nah am Trash. Dazu passt auch Sam Neills grotesk schönes Overacting, mit dem er schon in Zulawskis Meisterwerk „Possession“ begeistern konnte. „Die Mächte des Wahnsinns“ zählt sicherlich nicht zu den Sternstunden des Filmemachers, ist aber unglaublich spaßig und unterhaltsam. Danach ging es mit Carpenter leider ganz tief bergab.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme von John Carpenter haben wir in unserer Rubrik Regisseure aufgeführt, Filme mit Charlton Heston unter Schauspieler.

Veröffentlichung: 25. Oktober 2013 als Blu-ray

Länge: 95 Min.
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch, Spanisch, Französisch, Italienisch
Untertitel: Deutsch, Englisch und Italienisch für Hörgeschädigte, Spanisch, Französisch
Originaltitel: In the Mouth of Madness
USA 1994
Regie: John Carpener
Drehbuch: Michael De Luca
Besetzung: Sam Neill, Jürgen Prochnow, Julie Carmen, Charlton Heston, David Warner, John Glover, Peter Jason, Bernie Casey, Frances Bay
Zusatzmaterial: Audiokommentar von John Carpenter und Kameramann Gary B. Kibbe, US-Kinotrailer
Vertrieb: Warner Home Video

Copyright 2014 by Simon Kyprianou
Packshot: © 2014 Warner Home Video

 

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