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These Final Hours – Was tun in den letzten Stunden der Menschheit?

18 Feb

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These Final Hours

Von Volker Schönenberger

SF-Endzeit-Drama // Das Ende ist nah! Es kommt in Form eines Meteoriten, der im Nordatlantik eingeschlagen ist und bereits Europa und Nordamerika vernichtet hat. Den Australiern bleiben noch zwölf Stunden, bis die Apokalypse auch über Down Under hereinbricht. Das nahende Ende lässt die sozialen Dämme brechen, die Zivilisationstünche fällt auch in Perth schnell ab, man lässt niederen Instinkten seinen Lauf. Mordlust und Zerstörungswut greifen um sich. Allerorten gibt es sexuelle Ausschweifungen, ob einvernehmlich oder mit Gewalt.

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Bei Zoe hält es James nicht aus

James (Nathan Phillips) will angesichts des drohenden Endes nur eins: Party machen! Mit viel Alkohol und Koks. Auf dem Endzeit-Rave seines Kumpels Freddie (Daniel Henshall) wartet zudem seine Freundin Vicky (Kathryn Beck) auf ihn. Dafür lässt er sogar Zoe (Jessica De Gouw) allein zurück, mit der ihn etwas verbindet – die Zuschauer erfahren etwas später, dass sie schwanger ist. Doch dann rettet James die neunjährige Rose (Angourie Rice) aus den Fängen zweier Unholde. Anschließend will er sie lediglich bei ihrem Vater abliefern. Das gestaltet sich schwierig, und so übernimmt James in den letzten Stunden seines Lebens zum ersten Mal Verantwortung.

Bekannte Motive – neu arrangiert

Der Nichtsnutz, der angesichts umwälzender Ereignisse auf den richtigen Weg gerät – diese Figur ist nicht neu. Ebenfalls bekannt ist das Motiv vom Ende der Menschheit. Das macht aber nichts, solange diese bewährten bis ausgewalzten Versatzstücke derart versiert zu etwas Neuem kombiniert werden, wie es bei „These Final Hours“ der Fall ist. Das beginnt bei den überzeugenden Leistungen der bei uns wenig präsenten Darsteller. Der Film fokussiert auf James und Rose und ihre Beziehung – Nathan Phillips und Angourie Rice bringen sowohl das Handeln ihrer Figuren als auch deren gegenseitige Annäherung glaubwürdig rüber.

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Dafür gerät er an einen Psychopathen

James’ Motive sind ambivalent, aber Phillips versteht es, ihn nie als allzu oberflächlich einerseits und einsichtig andererseits zu porträtieren. Der aus „Wolf Creek“ und „Chernobyl Diaries“ bekannte Schauspieler vermeidet so das „Vom Saulus zum Paulus“-Motiv. Rose als James’ Gegenpol wirkt authentisch. Das Mädchen ist nicht frühreif, bleibt aber in seiner kindlichen Verzweiflung zu vernünftigem Denken fähig. Das ist nicht ganz einfach zu vermitteln, gelingt der jungen Angourie Rice aber vorzüglich.

Das Ende naht in klaren Bildern

Auch visuell überzeugt „These Final Hours“. Dem Szenario des von der anderen Seite der Erde herannahenden Unheils geschuldet, beschränken sich Bilder der Naturkatastrophe ohnehin auf die letzten paar Minuten des Films – ein sehr schönes und übermäßige Rührseligkeit vermeidendes Ende übrigens, das zu verraten, gestatte ich mir hier einfach. Bis dahin beherrschen klares Wetter und helles Tageslicht die Atmosphäre, was den Figuren Raum zur Entfaltung gibt.

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James und Rose erreichen die Party

Regisseur Zak Hilditch macht aus der Not des geringen Budgets eine Tugend und verzichtet auf die Darstellung eines großflächigen Chaos. Die Weltuntergangs-Atmosphäre entsteht anhand von Details, die nur kurz im Bild sind – hier ein von einer Straßenlampe baumelnder nackter Erhängter, dort ein Paar an einer Hauswand beim hemmungslosen Sex. Ein Wüterich mit Machete, dem James zu Beginn nur knapp entkommt, Russisches Roulette und Sexorgien auf der Party, die er und Rose irgendwann erreichen – so entsteht ein fein gezeichnetes Bild von den letzten Stunden der Menschheit. So mag es tatsächlich sein, wenn’s denn soweit ist – oder auch ganz anders, wer weiß das schon?

Im Angesicht der Apokalypse

Ebenfalls richtig gemacht: Was die Zuschauer im Film über die Hintergründe der Katastrophe erfahren, ist für den Verlauf der Handlung völlig ausreichend. Als Countdown-Lieferant fungiert dabei ein Radiomoderator. Wer mehr erfahren will, bleibt in Zeiten viralen Marketings aber nicht auf dem Trockenen: Unter http://thesefinalhours.com.au/ lässt es sich prima stöbern. „These Final Hours“ wird als sehr gelungener Beitrag hoffentlich einen einigermaßen prominenten Platz in der langen Reihe der Endzeitfilme einnehmen. Bleibt die Frage: Was würde man selbst tun, wenn die Apokalypse heranrauscht?

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Zeitvertreib vor dem Ende

Veröffentlichung: 19. Februar 2015 als Blu-ray und DVD

Länge: 87 Min. (Blu-ray), 84 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: These Final Hours
AUS 2013
Regie: Zak Hilditch
Drehbuch: Zak Hilditch
Besetzung: Nathan Phillips, Angourie Rice, Jessica De Gouw, Kathryn Beck, Daniel Henshall, David Field, Sarah Snook, Nelson Aspen
Zusatzmaterial: Trailer, Wendecover
Vertrieb: Studiocanal Home Entertainment

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Freundin Vicky bedrängt James – sie will an Rettung glauben

Copyright 2015 by Volker Schönenberger
Fotos & Packshot: © 2015 Studiocanal Home Entertainment / Weltkino

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