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Asterix im Land der Götter – Überraschend gut, beim Teutates!

24 Feb

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Astérix: Le domaine des dieux

Kinostart: 26. Februar 2015

Von Volker Schönenberger

Computertrick-Abenteuer // Als Asterix-Fan seit meiner Kindheit in den 70er-Jahren war ich skeptisch. Das tolle Comicalbum „Die Trabantenstadt“ umgesetzt als moderner Computertrick-Animationsfilm? Kann das gut gehen? Entwarnung: Es kann.

Veni, vidi vici (Ich kam, ich sah, ich siegte)

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Während Julius Cäsar einen perfiden Plan schmiedet, …

Julius Cäsar will endlich das von unbeugsamen Galliern bevölkerte Dorf von der Erdoberfläche tilgen, das nicht aufhört, dem Eindringling Widerstand zu leisten. Zu diesem Zweck hat der römische Imperator einen hinterlistigen Plan entwickelt: Im Wald rund um das Dorf sollen moderne Apartmenthäuser den römischen Lebensstil nach Aremorica bringen. „Im Land der Götter“ soll die Trabantenstadt heißen.

Ich bin nicht dick!

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… jagen Asterix (r.) und Obelix nach Herzenslust Wildschweine

Zu Beginn der Rodungsarbeiten gelingt es dem listigen Krieger Asterix und seinem vollschlanken Kumpel Obelix noch problemlos, dank von Druide Miraculix speziell präparierter Eicheln gefällte Bäume umgehend nachwachsen zu lassen. Doch Mitleid mit den schwer schuftenden Sklaven der Römer lässt bei Miraculix einen Plan heranreifen, der unglücklicherweise voll nach hinten losgeht. Bald ist das erste Gebäude bezugsfertig.

Cogito, ergo sum (Ich denke, also bin ich)

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Kriegsrat im Haus von Häuptling Majestix (r.)

Drei Siebenjährige waren mit mir in der Pressevorführung – meine beiden Zwillingstöchter und eine ihrer Schulfreundinnen – und ganz begeistert. Zu Recht: „Asterix im Land der Götter“ ist knuffig animiert und erzählt eine prima Story über Urbanisierung und Assimilation. Okay, das war etwas hoch gegriffen, aber die Geschichte macht wirklich Freude.

Alea iacta est (Der Würfel ist gefallen)

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Miraculix hat eine Idee

Mein Favorit unter den Asterix-Filmen: „Asterix erobert Rom“, den ich 1976 als Steppke im Kino gesehen habe. Das Zeichentrick-Abenteuer um herkulische Aufgaben bleibt auch nach „Asterix im Land der Götter“ vorn, und sei es aus nostalgischen Motiven. Ganz unten in der Rangliste stehen natürlich die drei unsäglichen Realverfilmungen mit Christian Clavier bzw. Clovis Cornillac und Gérard Depardieu als Asterix und Obelix. Möge den Verantwortlichen für diesen Firlefanz der Himmel auf den Kopf fallen.

Nunc est bibendum! (Jetzt heißt es trinken!)

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Der Sprecher der Sklaven erhält gallischen Besuch

Für „Asterix im Land der Götter“ haben die Macher jedenfalls ihre Hausaufgaben gemacht. Als Fan der Asterix-Comics ist die Computertrick-Visualisierung natürlich gewöhnungsbedürftig. Lässt man sich darauf ein, fallen einem umgehend viele liebevolle Details und liebgewonnene Figuren auf. Der Fischhändler Verleihnix und der Schmied Automatix mit ihren Reibereien etwa sind wunderbar charakterisiert.

Die spinnen, die Römer

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Zenturio und Baumeister müssen leiden

Wie Verleihnix seine Preise dank römischer Neukunden erhöhen kann, bis es sogar Asterix zu bunt wird, und Automatix den „Original“-Schild des Vercingetorix dank seiner Schmiedekunst mehrfach veräußert, das ist humorig und frisch (frischer als Verleihnix’ Fische). Auch die Rauflust der Gallier untereinander wird aufs Korn genommen und visuell gut umgesetzt – inklusive Fisch ins Gesicht, beim Belenus! Und wenn Barde Troubadix als Geheimwaffe der Gallier endlich ein Ständchen anstimmen darf, bleibt kein Auge trocken. Da sind ein paar Kalauer mit der lateinischen Namensendung -us zu verschmerzen. Wer will schon Anus heißen?

O tempora! O mores! (Oh Zeiten! Oh Sitten!)

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Es geht doch nichts über eine gallische Keilerei

Die 3D-Effekte haben mich nicht vom Hocker gerissen, aber das mag daran gelegen haben, dass ich vergleichsweise weit außen gesessen habe. Jedenfalls spricht nichts dagegen, sich den Film nur zweidimensional anzuschauen. So oder so ist „Asterix im Land der Götter“ ein gelungenes Animations-Abenteuer, bei dem die abgegriffene Formulierung „ein turbulenter Spaß für die ganze Familie“ endlich mal genau so zutrifft. Bei Belisama!

Länge: 85 Min.
Altersfreigabe: FSK noch nicht bekannt
Originaltitel: Astérix: Le domaine des dieux
F 2014
Regie: Louis Clichy, Alexandre Astier
Drehbuch: Alexandre Astier, nach der Comic-Vorlage „Die Trabantenstadt“ von René Goscinny (Text) und Albert Uderzo (Zeichnungen)
Deutsche Sprecher: Milan Peschel (Asterix), Charly Hübner (Obelix)
Verleih: Universum Film

Copyright 2015 by Volker Schönenberger


Filmplakat, Szenenbilder & Teaser: © 2015 Universum Film

 

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