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Predestination – Timecop jagt Bomber

25 Feb

Predestination-Cover

Predestination

Gastrezension von Matthias Holm

Science-Fiction // Zeit ist eine Konstante in unserer Welt. Sie bewegt sich immer weiter vorwärts, niemand kann sie aufhalten. Was aber, wenn man in der Zeit zurück reisen könnte? Etliche Filme haben sich – mehr oder weniger erfolgreich – mit dieser Frage auseinandergesetzt. Es gibt Komödien wie „Zurück in die Zukunft“, Dramen wie „Butterfly Effect und Action-Filme wie „Looper“. In fast jedem Genre kann man einen Zeitreisefilm finden. Und fast alle haben eine Sache gemeinsam: Es gibt immer ein Paradoxon, das es während der Reise durch die Zeit zu verhindern gilt. Auch „Predestination“ befasst sich mit einem solchen Paradoxon – jedoch geht der Film das Zeitreise-Problem etwas anders an.

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John/Jane erhält ein Angebot

Achtung! Die Inhaltsangabe enthält ein paar Spoiler zur ersten Stunde des Films. Wer lediglich eine Bewertung lesen möchte, überspringt am besten den nächsten beiden Absätze.

Geschlechtsumwandlung wider Willen

Ein Barkeeper (Ethan Hawke) geht 1970 seiner Arbeit nach, als ein Mann (Sarah Snook) die Bar betritt. Der Mann heißt John und schreibt unter dem Namen „The Unmarried Mother“ Kurzgeschichten für billige Magazine. John geht mit dem Barkeeper eine Wette ein: Er habe die beste Geschichte auf Lager, die dem Barkeeper jemals erzählt worden sei. Im Lauf des Gespräches stellt sich einiges heraus: John hieß einst Jane, wurde durch eine Affäre schwanger und musste aufgrund einiger Verwicklungen gegen ihren Willen zum Mann umoperiert werden.

Unvermittelt unterbreitet der Barkeeper John/Jane einen Vorschlag: Was, wenn man diesen Fehler wieder berichtigen und er/sie den Mann, der sie geschwängert hat, umbringen könnte? Der Barkeeper ist tatsächlich ein Zeitagent, der den Auftrag hat, den Fizzle-Bomber aufzuhalten – dieser wird im Jahr 1975 eine Bombe zünden, die zahlreiche Menschen in den Tod reißt.

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Ein mysteriöser Test

Der Zuschauer weiß mehr

Wer sich trotz der Warnung die Inhaltsangabe durchgelesen hat und nun meint, es sei zu viel verraten worden, der sei beruhigt. Bei „Predestination“ handelt es sich nicht um klassisches Twist-Kino, in dem der Zuschauer eine Wendung nach der anderen um die Ohren geknallt bekommt. Eigentlich ist der Handlungsverlauf so gestrickt, dass findige Zuschauer den Protagonisten stets einen Schritt voraus sind – was aber im Falle von „Predestination“ gut ist.

So kann man sich nämlich während des Films den Kopf zerbrechen. Passen die Ereignisse gerade zum restlichen Handlungsverlauf? Ergibt das alles einen Sinn? Wie wird es wohl weiter gehen? Dabei ist es den Spierig-Brüdern („Daybreakers“) hoch anzurechnen, dass sie ganz auf der physikalischen und philosophischen Ebene des Films bleiben. „Predestination“ hat nur an den Stellen Action-Szenen, an denen welche durch die Handlung erforderlich sind.

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Der Barkeeper ist ein Agent – ein ganz besonderer

Ein furchtbarer Witz

Der Film nimmt sich selbst auch sehr ernst. Nur an einer Stelle gibt es eine kleine, ironische Szene – was würden die weiblichen Leser des Blogs wohl als Erstes machen, wären sie plötzlich ein Mann? Dementsprechend passt es auch, dass der Witz, den der Barkeeper John erzählt, einfach furchtbar ist – und doch hält dieser Witz eine wichtige Komponente zum Entschlüsseln des Rätsels.

„Predestination“ ist kein einfaches Konsumkino. Seine Prämisse ist für Science-Fiction-Fans ein gefundenes Fressen. Wem jedoch die Zeitreise im vierten Star-Trek-Film bereits zu kompliziert war, der versteht wohl nur Bahnhof. Dennoch entwickelt „Predestination“ eine Sogwirkung, der man sich kaum entziehen kann. Wer nach der Sichtung mit einem Fragezeichen vor dem Fernseher sitzt, der sollte beruhigt sein – im Internet sammeln sich bereits einige Interpretationen an.

Die Regie-führenden Spierig-Brüder inszenierten 2009 mit „Daybreakers“ einen sehenswerten Beitrag zum Vampirhorror-Genre. „Predestination“ ist mit einer Altersfreigabe ab 12 Jahren versehen worden. Das blaue FSK-16-Logo auf dem Cover resultiert aus dem einen oder anderen FSK-16-Trailer im Zusatzmaterial der Discs.

Veröffentlichung: 5. Februar 2015 als 3D Blu-ray, Blu-ray und DVD

Länge: 97 Min. (Blu-ray), 93 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Predestination
AUS 2014
Regie: The Spierig Brothers
Drehbuch: The Spierig Brothers, nach einer Vorlage von Robert A. Heinlein
Besetzung: Ethan Hawke, Sarah Snooke, Noah Taylor
Zusatzmaterial: Trailer, Trailershow, Wendecover
Vertrieb: Tiberius Film

Copyright 2015 by Matthias Holm

Fotos, Packshot & Trailer: © 2015 Tiberius Film

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Eine Antwort zu “Predestination – Timecop jagt Bomber

  1. Fatherleft

    2015/02/25 at 11:18

    Was vielleicht noch zu diesem großartigen Film hinzuzufügen ist: Wie bei DAYBREAKER kann man sich die 3D-Ausgabe getrost schenken. Der Film ist großartig, der 3D-Effekt absolut zu vernachlässigen.

     

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