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Archiv für den Monat März 2015

Shooter – Scharfschütze gegen Verschwörer

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Shooter

Actionthriller // Einsatz hinter feindlichen Linien: Scharfschütze Gunnery Sergeant Bob Lee Swagger (Mark Wahlberg) liegt in Äthiopien mit seinem Späher und Kumpel Donnie Fenn (Lane Garrison) auf der Lauer. Die beiden US-Marines von einer Aufklärungseinheit sollen den Rückzug eigener Truppen sichern. Präzise schaltet Swagger einige feindliche Ziele aus – bis er und Fenn unerwartete Gegenwehr erhalten.

Ein Attentat auf den Präsidenten?

36 Monate später lebt Swagger zurückgezogen irgendwo in den Bergen der USA. Dort sucht ihn Colonel Isaac Johnson (Danny Glover) auf, der ihn für einen heiklen Auftrag rekrutieren will: Ein Scharfschützen-Attentat auf den US-Präsidenten sei geplant. Swagger soll helfen, es zu verhindern, indem er sich an der Planung eines fiktiven Attentats auf den Präsidenten beteiligt. Nach einigem Zögern steigt Swagger ein.

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Bob (M.) lässt sich von Johnson (l.) anwerben

Von drei Städten, die der Präsident in Kürze besuchen will, macht der Scharfschütze a. D. Philadelphia als geeignet aus. Der Besuch des äthiopischen Erzbischofs erscheint als perfekte Gelegenheit. Doch Swaggers Anwerbung war eine Falle, plötzlich wird er als Attentäter gejagt. Auf der Suche nach Unterstützung sucht er Donnie Fenns Witwe Sarah (Kate Mara) auf.

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FBI-Agent Memphis (l.) hilft Bob

In Stephen Hunters Roman „Im Fadenkreuz der Angst“ ist Bob Lee Swagger Vietnamveteran und deutlich älter, das Attentat findet anlässlich eines Besuchs des Erzbischofs von San Salvador statt. Regisseur Antoine Fuqua macht aus der Vorlage einen ebenso intelligenten wie fesselnden Verschwörungsthriller, über dessen gelegentliche Logiklöcher wir gern hinwegsehen – welche Verschwörungstheorie hat die nicht?

Mark Wahlberg mag Actionfilme

Mark Wahlberg, zuletzt mit „2 Guns“, dem nicht ganz so gelungenen „Lone Survivor“ und „The Gambler“ wieder als Action- und Thrillerstar aktiv, trainierte sich für die Rolle 20 Kilogramm ab und überzeugt als einsamer Wolf, der nichtsdestoweniger einen Helfer in Gestalt des FBI-Agenten Nick Memphis (Michael Michael Peña) findet. In einer Nebenrolle als US-Senator ist Ned Beatty („Beim Sterben ist jeder der Erste“) zu sehen.

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Sarah Fenn weiß sich zu wehren

Denkt man an Top-Actionfilme, fällt einem „Shooter“ nicht unbedingt früh ein. Fuquas Thriller läuft für mein Gefühl ein klein wenig unter dem Radar. Das hat er nicht verdient, ein Grund mehr, ihn Actionfans mal wieder in den Fokus zu rücken – daher diese Rezension. Also: Anschauen, Leute, es lohnt sich!

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Voller Einsatz: Scharfschütze Bob ist sauer

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme von Antoine Fuqua sind in unserer Rubrik Regisseure aufgelistet, Filme mit Mark Wahlberg in der Rubrik Schauspieler.

Veröffentlichung: 26. März 2009 als Blu-ray, 13. September 2007 als DVD

Länge: 126 Min. (Blu-ray), 121 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 18
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch u. a.
Untertitel: Deutsch, Englisch u. a.
Originaltitel: Shooter
USA 2007
Regie: Antoine Fuqua
Drehbuch: Jonathan Lemkin, nach einem Roman von Stephen Hunter
Besetzung: Mark Wahlberg, Michael Peña, Rhona Mitra
Zusatzmaterial: Audiokommentar von Regisseur Antoine Fuqua, Die Besten überleben: Das Making-of von „Shooter“, Featurette „Independence Hall“, entfernte Szenen, Kinotrailer
Vertrieb: Paramount Home Entertainment

Copyright 2015 by Volker Schönenberger
Fotos & Packshots: © 2009 Paramount Home Entertainment

 
 

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Die letzten Amerikaner – Tödliche Jagd in den Sümpfen Louisianas

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Southern Comfort

Gastrezension von Simon Kyprianou

Action-Abenteuer // Walter Hills „Die letzten Amerikaner“ und Wes Cravens „Hügel der blutigen Augen“ sind fast Zwillingsfilme, entstanden auch lediglich vier Jahre auseinander und sind beide eine Aufarbeitung und eine Untersuchung des Vietnamkriegs. Beide gehen ähnlich vor, indem sie den Vietnamkonflikt in die USA tragen, ihn also „zu Hause“ wiederholen.

Bei Craven Wüste, bei Hill die Sümpfe

In einem versuchsanordnungsartigen Mikrokosmos, bei Craven eine Wüste, bei Hill eine Sumpflandschaft, lassen sie logistisch gut ausgerüstete, bewaffnete Amerikaner gegen Wüsten- bzw. Sumpfbewohner kämpfen, die ihnen mit ihren Guerilla-techniken weit überlegen sind. Bei Craven ist das etwas subtiler als bei Hill, bei beiden ist es aber vielschichtig und intelligent.

Wie bringe ich Einheimische gegen mich auf?

Wo Craven eine ganz normale amerikanische Familie mit dem Vietnamkonflikt konfrontiert, sind es bei Hill ganz unsubtil, dafür sehr wirkungsvoll, Nationalgardisten. Überfordert versuchen sie eine vermeintlich ungefährliche Übung in den Sümpfen Louisianas abzuhalten. Als sie dabei aber Kanus stehlen, um einen Fluss zu überqueren, und einer der Ihren auch noch eine Platzpatronensalve auf die am Ufer stehenden Cajuns abfeuert, beginnt ein Strudel aus tödlicher Gewalt.

Nationalgardisten als Aggressoren

Interessant ist, dass sich Walter Hill auf eine Schuldfrage einlässt. Es sind eindeutig die Amerikaner, die den ersten Schritt des Konflikts tun, wenn sie die Kanus stehlen. Lediglich zwei besonnene Soldaten, Spencer und Hardin (Keith Carradine, Powers Boothe) waren gegen den Diebstahl, sie stehen in diesem Film für die Vernunft, die angebrüllt und zum Schweigen gebracht wird. Was dann folgt ist eine unerbittliche Dekonstruktion der USA: Die Soldaten werden mehrheitlich als dümmliche, überforderte, sadistische Ungeheuer dargestellt, gefangen in einem Kampf, den sie nicht mal annähernd begreifen, geschweige denn gewollt haben.

Wenn sich zur Action der Horror gesellt

Zum Ende hin wird „Die letzten Amerikaner“ beinahe zum Survival-Horrorfilm, wenn die Nationalgardisten einer nach dem anderen umgebracht werden. Dann kommt Hills Film dem von Craven wirklich zum Greifen nah. „Die letzten Amerikaner“ ist kluge und hochspannende Selbstreflexion, von Carradine und Boothe roh und kraftvoll gespielt, von Hill kaltschnäuzig und kompromisslos inszeniert.

Walter Hill bei „Die Nacht der lebenden Texte“:

The Driver (1978)
The Warriors (1979)
Long Riders (1980, geplant)
Die letzten Amerikaner (1981)
Straßen in Flammen (1984)
Red Heat (1988)
Shootout – Keine Gnade (2012)

Veröffentlichung: 5. August 2004 als DVD, 17. Januar 2008 als DVD im limitierten Metallschuber (vergriffen)

Länge: 101 Min.
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Southern Comfort
USA/CH/GB 1981
Regie: Walter Hill
Drehbuch: Michael Kane, Walter Hill, David Giler
Besetzung: Keith Carradine, Powers Boothe, Fred Ward, Franklyn Seales, T.K. Carter, Lewis Smith, Les Lannom, Peter Coyote
Zusatzmaterial: keine Angabe
Vertrieb: EMS GmbH

Copyright 2015 by Simon Kyprianou

 

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Blackout – Anatomie einer Leidenschaft: Krieg der Emotionen

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Bad Timing

Gastrezension von Simon Kyprianou

Krimidrama // Alex Linden (Art Garfunkel) und Milena Flaherty (Theresa Russell) treffen sich in Wien auf einer Party und verlieben sich ineinander – Bad Timing. Die Liebe artet aus in einen Krieg der Emotionen und gipfelt in einem Verbrechen. Inspektor Netusil (Harvey Keitel) muss es aufklären.

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Undurchsichtig und zwielichtig: Alex

Nachdem sich Nicolas Roeg schon in „Wenn die Gondeln Trauer tragen“ mit der tödlichen Dynamik einer Beziehung befasst hat, verfilmt er mit „Bad Timing – Anatomie einer Leidenschaft“ einen ganz anderen, naturalistischeren Ansatz zum Thema Beziehungen, der sicher nicht weniger beängstigend ist. Die Narration seiner dem Leben und Lieben gegenüber durch und durch pessimistischen Geschichte funktioniert beinahe ausschließlich über Montage.

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Unglücklich und wütend: Milena

Dabei ist es paradoxerweise die Komplexität der Narration und der Montage, die die vielen Puzzleteile, die vielen kleinen Fragmente der Beziehung zusammensetzt und klar und deutlich macht, ein Mosaik entstehen lässt. Es ist der Wust aus Rückblenden und Vermischungen, der Sinnzusammenhänge entstehen lässt und die Gnadenlosigkeit und Unmenschlichkeit dieser Beziehung klar vor Augen führt.

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Das Wiener Nachtleben

Darum ist der deutsche Zusatztitel „Anatomie einer Leidenschaft“ zur Abwechslung auch ganz und gar nicht unpassend, führt Roeg uns die einzelnen Stationen der gescheiterte Beziehung doch mit klinischer Präzision vor. Roegs inkohärente Erzählung, die sich jeder Gradlinigkeit und Simplizität verweigert, zeugt von der Unmöglichkeit, Liebe und Beziehungen zu erfassen und zu begreifen. Genauso sind auch die Figuren, die sich selbst nicht begreifen und sich auf der Suche nach der eigenen Identität gegenseitig zerfleischen.

Am Ende, als das Leidenschafts-Verbrechen der Liebenden immer klarer erkennbar wird, scheitert der Ermittler daher auch nicht an der Wahrheitsfindung. Er scheitert an den Menschen, die nicht bereit sind, mit der Wahrheit zu leben.

Die Filme der Koch-Media-Reihe „Masterpieces of Cinema“:

01. Die Nacht des Jägers (The Night of the Hunter, 1955)
02. Einsam sind die Tapferen (Lonely Are the Brave, 1962)
03. Der große Treck (The Big Trail, 1930)
04. Das grüne Zimmer (La chambre verte, 1978)
05. Leben und Sterben des Colonel Blimp (The Life and Death of Colonel Blimp, 1943)
06. Rumble Fish (Rumble Fish, 1983)
07. Fahrenheit 451 (Fahrenheit 451, 1966)
08. Ostia (Ostia, 1970)
09. Außergewöhnliche Geschichten (Histoires extraordinaires, 1968)
10. Im Zeichen des Bösen (Touch of Evil, 1958)
11. Duell in den Wolken (The Tarnished Angels, 1957)
12. Ein Engel an meiner Tafel (An Angel at My Table, 1990)
13. Die Glenn Miller Story (The Glenn Miller Story, 1954)
14. Wenn die Ketten brechen (Captaion Lightfoot, 1955)
15. Wie herrlich eine Frau zu sein (La fortuna di essere donna, 1956)
16. Blackout – Anatomie einer Leidenschaft (Bad Timing, 1980)
17. Stromboli (Stromboli, terra di Dio, 1950)
18. Der Trost von Fremden (The Comfort of Strangers, 1990)
19. Wem die Stunde schlägt (For Whom the Bell Tolls, 1943)
20. Der Meister und Margarita (Il maestro e Margherita, 1972)
21. Die Stimme des Mondes (La voce della luna, 1990)

Veröffentlichung: 2. April 2015 als Blu-ray und DVD

Länge: 122 Min. (Blu-ray), 117 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Bad Timing
GB 1980
Regie: Nicolas Roeg
Drehbuch: Yale Udoff
Besetzung: Art Garfunkel, Theresa Russell, Harvey Keitel, Denholm Elliott, William Hootkins, Eugene Lipinski
Zusatzmaterial: Trailer, geschnittene Szenen (17 Minuten), Bildergalerie mit seltenem Werbematerial
Vertrieb: Koch Media

Copyright 2015 by Simon Kyprianou
Fotos & Packshot: © 2015 Koch Media

 

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