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Project Almanac – Zurück in die Vergangenheit

03 Mrz

Project Almanac

Kinostart: 5. März 2015

Gastrezension von Matthias Holm

Science-Fiction // Schon wieder eine Michael-Bay-Produktion! Zusammen mit den „Teenage Mutant Ninja Turtles“ und „Ouija“ ist „Project Almanac“ bereits der dritte Film innerhalb kurzer Zeit, dem der Krawumm-Meister seinen Stempel aufdrückt, ohne selbst auf dem Regiestuhl zu sitzen. Doch im Gegensatz zu den genannten weiß „Project Almanac“ immerhin, wie man dem Zuschauer eine ordentliche Portion Spaß beschert.

Besuch deine Geburtstagsfeier von damals

David (Jonny Weston) ist ein ganz normaler Teenager – durchaus attraktiv, hochintelligent und von keinem Mädchen beachtet. Mit seiner äußerst gut aussehenden Schwester Christina (Virginia Gardener), die gemobbt wird und alles und jeden mit ihrer Kamera filmt, sowie seinen Kumpels Adam (Allen Evangelista) und Quinn (Sam Lerner) findet David ein Video von der Feier seines siebten Geburtstags. Auf dieser Aufnahme ist Davids und Christinas Vater zu sehen, der an jenem Tag gestorben war. Doch nicht nur das: Im Hintergrund erkennt sich David auf einmal selbst – als Teenager, obwohl er zu jener Zeit ein Kind war.

Als die vier dann auch noch ein merkwürdiges Gerät in einem Glaskasten finden, ist klar: Es muss sich um eine Zeitmaschine handeln. In Begleitung von Davids Flamme Jessie (Sofia Black-D’Elia) reist die Gruppe in der Zeit umher. Fortan gewinnt man im Lotto, besteht problemlos Prüfungen und reist zum Lollapalooza-Festival. Doch aus vielen Zeitreisefilmen wissen wir ja bereits, dass es fatale Folgen haben kann, die Zukunft zu verändern.

Wenn Teenies auf dumme Ideen kommen

Dass Teenager mit einer derart mächtigen Technologie allerlei Schabernack treiben, ist nachvollziehbar. Umso witziger wird es für den Zuschauer, wenn es für die Zeitreisenden nicht so läuft wie geplant – wie zum Beispiel bei Quinns Chemie-Prüfung. Der Film tut gut daran, sich nicht allzu lange mit Logikfragen aufzuhalten. Sobald die Zeitreisen möglich sind, gibt der Film Gas und macht gute Laune.

Bis zu diesem Punkt dauert es jedoch eine gefühlte Ewigkeit. Die Figuren werden allesamt eingeführt, allem voran natürlich der begabte David, dauernd gefilmt von seiner Schwester. Bis die Gruppe alle Utensilien beisammen hat, um den Zeitsprung zu machen, ist schon zu viel Zeit vergangen, als dass man als Zuschauer wirklich noch Interesse an den Schicksalen der handelnden Personen hat.

Der aufmerksame Leser wird bemerkt haben: Bei „Project Almanac“ handelt es sich um einen Found-Footage-Film. Doch außer ein paar netten Spielereien mit fliegenden Handys und Störbildern fällt dem Regisseur Dean Israelite nichts ein, was man noch Innovatives aus dem Format herausholen könnte. Die Wackelkamera-Ästhetik wirkt nicht so realitätsnah wie bei vergleichbaren Filmen, und so hätte man den Film auch einfach mit normalen Kameras drehen können – was vermutlich teurer geworden wäre.

Mit der Zeit pfuscht man nicht herum

Wenn die Geschichte gegen Ende hin immer dramatischer wird, nimmt der Film wieder einiges an Fahrt raus. Das ist etwas schade, passt aber recht gut zum Leinwandgeschehen. David wird hierbei zu einer Teenage-Variante von Ashton Kutchers Figur im großartigen „The Butterfly Effect“ von 2004: Im Bestreben, alles wieder gut zu machen, verschlimmert er die Lage zusehends. Leider vermiest die letzte Szene das Ende des Films. Wäre der Abspann fünf Minuten früher gerollt, hätte der Film ein wunderbares, weil unkonventionelles Ende gehabt. Aber nein, es muss ja Happy Ends oder die Möglichkeit für eine Fortsetzung geben …

Trotzdem bleibt „Project Almanac“ ein solider Film. Für junge Teenager auf jeden Fall eine Empfehlung, um sich ein paar Gedanken über Zeitreisen zu machen, für alle anderen durchaus einen Blick auf Blu-ray später im Jahr wert.

Länge: 106 Min.
Altersfreigabe: FSK 6
Originaltitel: Project Almanac
USA 2014
Regie: Dean Israelite
Drehbuch: Andrew Deutschman, Jason Pagan
Besetzung: Jonny Weston, Amy Landecker, Sofia Black-D’Elia, Virginia Gardner, Allen Evangelista, Agnes Mayasari, Katie Garfield, Gary Grubbs, Michelle DeFraites, Gary Weeks
Verleih: Paramount Pictures Germany GmbH

Copyright 2015 by Matthias Holm

Trailer: © 2015 Paramount Pictures Germany GmbH

 

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