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A Most Violent Year – Sehr menschlich

24 Mrz

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A Most Violent Year

Kinostart: 19. März 2015

Gastrezension von Simon Kyprianou

Drama // Im Jahr 1981 ist die Kriminalitätsrate in New York so hoch wie nie zuvor. Abel Morales (Oscar Isaac, „Inside Llewyn Davis“) hat mit seiner Familie ein Unternehmen für Heizöllieferung aufgezogen. Als Firmensitz erwirbt er ein Grundstück, ihm bleibt ein Monat Zeit, die Kaufsumme zu bezahlen. Aber ständige Überfälle auf seine Lieferwagen machen ihm das Leben schwer, vor allem weil er legal bleiben möchte, nicht zurückschlagen will, friedlich und standhaft bleiben will.

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Geschäftsmann Abel will sich seine Integrität bewahren

Wie schon in Chandors vorherigem Film „All Is Lost“ geht es in „A Most Violent Year“ um Menschen. „All Is Lost“ war ein Film der Beobachtungen, Chandor hat einem Menschen einfach zugesehen. Dabei zugesehen, wie er sich behauptet, wie er sich verteidigt, wie er fühlt, eben wie er lebt. So – wenn auch nicht so radikal wie „All Is Lost“ – funktioniert auch „A Most Violent Year“. Wir schauen Abel Morales dabei zu, wie er seinen Lebensplan, seine Moralvorstellungen, seine Ideologie gegen ein System verteidigt, das ihm all dies streitig machen will, dass ihn kompromittieren will.

Passivität als Strategie

Chandor schaut Abel und auch seiner Familie zu. Er beobachtet die Zweifel, die Angst und die Wut von Abels Frau Anna (Jessica Chastain, „Interstellar“). Morales ist, der Name deutet es an, ein Mann der Moral, der immer den ehrlichen Weg gehen will; der sich nicht in den in seinem Gewerbe laufenden Krieg hineinziehen lassen will. Seine Verteidigungsstrategie ist die Passivität, die Hoffnung auf Besserung, das Standhaftbleiben.

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Seine Frau Anna verzweifelt

„A Most Violent Year“ ist ein Film über ein Individuum, das sich seine Individualität bewahren will. Gangsterfilmklischees bleiben außen vor, werden gebrochen oder umgangen. An einem Gangsterfilm hat Chandor gar kein Interesse, auch die Form von „A Most Violent Year“ ist zurückhaltend und simpel gehalten. In den Mittelpunkt stellt Chandor nur seine Figuren. Nur der wunderbare Soundtrack von Alexander Ebert darf manchmal ganz laut, prägnant und bedrohlich sein. Ein herrlich menschlicher Film.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme von J. C. Chandor sind in unserer Rubrik Regisseure aufgelistet. Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Jessica Chastain und/oder Oscar Isaac sind in unserer Rubrik Schauspielerinnen bzw. Schauspieler aufgelistet.

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Kann der Staatsanwalt helfen?

Länge: 125 Min.
Altersfreigabe: FSK 12
Originaltitel: A Most Violent Year
USA/UAE 2014
Regie: J. C. Chandor
Drehbuch: J. C. Chandor
Besetzung: Oscar Isaac, Jessica Chastain, David Oyelowo, Alessandro Nivola, Albert Brooks, Elyes Gabel, Catalina Sandino Moreno, Christopher Abbott
Verleih: Universum Film

Copyright 2015 by Simon Kyprianou

Filmplakat, Fotos & Trailer: © 2015 SquareOne / Universum Film

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