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The Drop – Bargeld: Wunderbares Gangsterdrama

15 Apr

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The Drop

Von Simon Kyprianou

Krimidrama // Das 2002er-US-Remake von Jean-Pierre Melvilles „Drei Uhr nachts“ von 1956 trägt den Originaltitel „The Good Thief“. Der doch etwas plakative Titel „The Good Thief“ passt gut zu der ebenfalls plakativen, metaphorischen Herangehensweise von Michaël R. Roskam an „The Drop – Bargeld“.

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Auf den Hund gekommen: Bob

Bob Saginowski (Tom Hardy) arbeitet als Barkeeper in der Bar seines Cousins Marv (James Gandolfini). Die Bar gehört allerdings in Wirklichkeit der tschetschenischen Mafia. Alle paar Monate wählt diese eine ihrer Bars als „Drop-Bar“ aus, als Umschlagpunkt aller illegalen Geldgeschäfte des jeweiligen Tages. Eines Tages findet Bob einen verprügelten, blutenden Pitbull-Welpen in der Mülltonne der schönen Russin Nadia (Noomie Rapace). Er beschließt, sich um den Hund zu kümmern. Dabei kommt er auch Nadia näher. Gleichzeitig bahnt sich in der Bar Ärger an: Marv hat es satt, sich von der Mafia kontrollieren zu lassen und plant einen Überfall auf seine eigene Bar und zwar an besagtem Tag, an dem die Bar als „Drop-Bar“ auserkoren und damit voll mit Geld ist.

Hommage an Jean-Pierre Melville

„The Drop – Bargeld“ ist eine Hommage an Jean-Pierre Melville, speziell eine Hommage an „Bob le flambeur“, so der Originaltitel von „Drei Uhr nachts“. Bob Saginowski ist hier der gute Dieb. Der verletzte Hund, der völlig unschuldig die geballte Grausamkeit der Welt abbekommen hat und um den sich Bob aufopfernd kümmert, ist Roskams manchmal allzu offensichtliche Metapher für Bobs Charakter.

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Ein Hund – der Weg ins Herz einer Frau

Roskam erzählt seine Geschichte kontemplativ und bedrohlich ruhend. Abgeklärt untersucht er die dreckige, urbane Welt in der seine Figuren leben, die kleinen, engen Wohnungen, die schäbigen Straßen. Ebenso ruhig beobachtet er die immer fortschreitende Eskalation und die fatalistischen, schicksalsergebenen Entscheidungen seiner Figuren.

Bob in der Welt der Gangster

Bob ist ein durch und durch passiver Charakter, er ergreift nicht die Initiative, er reagiert nur auf Situationen. Er wird in die Verbrechen hineingezogen, findet sich im Chaos wieder und wird dann zum Handeln gezwungen. Er kennt die Regeln und Funktionalismen der Gangster-Welt, er kennt die Abgründe und Sünden, und obwohl er sie verabscheut, obwohl er fremd wirkt in dieser Welt, ist er doch auch ein funktionierender Teil dieser Welt.

Tom Hardy ist grandios, er spielt diesen Mann den nichts mehr erschrecken kann, der alle Abgründe seiner Welt kennt, mit großer innerer Ruhe und Abgeklärtheit. Einen so schön inszenierten und geschriebenen Gangsterfilm gab es lange nicht zu sehen.

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Marv (l.) plant einen Coup

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Tom Hardy sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

Veröffentlichung: 16. April 2015 als Blu-ray und DVD

Länge: 106 Min. (Blu-ray), 102 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 12
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch u. a.
Untertitel: Deutsch, Englisch u. a.
Originaltitel: The Drop
USA 2014
Regie: Michaël R. Roskam
Drehbuch: Dennis Lehane, nach seiner Kurzgeschichte „Animal Rescue“
Besetzung: Tom Hardy, Noomi Rapace, James Gandolfini, Matthias Schoenaerts, John Ortiz, Elizabeth Rodriguez, Ann Dowd
Zusatzmaterial: Von der Kurzgeschichte zum Kinofilm, Hinter den Kulissen des Films, Schauplatz Brooklyn, Die Hunde im Film, James Gandolfini spielt „Marv“, Audiokommentar von Michaël R. Roskam und Dennis Lehane, Bildergalerie, Kinotrailer, nur Blu-ray: entfallene Szenen (Millie und Bob unterhalten sich in der Bar, Bob hängt den Weihnachtsbaumschmuck ab, Bob spricht mit dem Pfarrer, Bob schimpft mit Rocco)
Vertrieb: Twentieth Century Fox Home Entertainment

Copyright 2015 by Simon Kyprianou

Fotos, Packshots & Trailer: © 2015 Twentieth Century Fox Home Entertainment

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2 Antworten zu “The Drop – Bargeld: Wunderbares Gangsterdrama

  1. franziska-t

    2015/04/15 at 09:56

    Mir hat der Film auch gut gefallen. Tom Hardy ist spätestens seit LOCKE einer der Schauspieler, die man „auf dem Zettel haben“ muss.

    Hier meine Review: https://filmkompass.wordpress.com/2014/12/23/the-drop-omu-2014/

     

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