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Outcast – Die letzten Tempelritter: Ein Cage in Asien

16 Apr

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Outcast

Gastrezension von Matthias Holm

Abenteuer // „Für wen werden solche Filme eigentlich produziert?“ Diese Frage stellte ein Freund während der Sichtung von Nicolas Cages neuem Film „Outcast – Die letzten Tempelritter“. Tatsächlich ist das die zentrale Frage. Denn „Outcast“ kann sich nicht entscheiden, ob er unterdurchschnittliches Abenteuer oder purer Trash sein möchte.

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Wackere Recken: Gallain (l.) und Jacob

Im alten China ist die Hölle los: Der kriegerische Prinz Shing (Andy On) hat seinen Vater, den Kaiser, ermordet. Shing schiebt die Schuld seinem jüngeren Bruder Qiang (Lixin Zhao) in die Schuhe – der sollte nämlich entgegen der Tradition den Thron erben. Auf der Flucht mit seiner Schwester Lian (Yifei Liu) trifft Qiang den ehemaligen Tempelritter Jacob (Hayden Christensen). Der hat während der Kreuzzüge einige schlimme Dinge durchgemacht und rettet sich ins Opium. Dennoch heuern Qiang und Lian den Kämpfer als Bodyguard an. Doch Jacob wird von Bildern seiner Vergangenheit und der Erinnerung an seinen Lehrmeister Gallain (Nicolas Cage) verfolgt.

Vom Orient nach Asien

Der Film fängt vielversprechend an – für einen Trashfilm-Abend. Die erste Szene spielt offensichtlich im Morgenland. Wo genau? Das erfährt der Zuschauer nicht. Das Ganze wird lediglich mit „Orient“ beschrieben – ist ja recht klein, das muss man nicht genauer spezifizieren. Noch besser wird es, wenn es zum eigentlichen Schauplatz der Geschichte kommt. Die spielt nämlich in „Asien“.

Leider schafft es der Film nicht, diesen Trash-Appeal zu halten. Die Action-Szenen sind nicht auf dem höchsten Niveau, wirken aber auch nicht allzu stümperhaft. Jedoch wirkt das starke Kamera-Gewackel bei diesen Sequenzen nervtötend, vor allem am Anfang. Immerhin gibt es den einen oder anderen netten Action-Einfall. Schlampige Schnitt-Arbeit lässt das aber schnell ins Vergessen geraten. In den ruhigen Szenen gibt es zwar hübsche Landschaften zu begutachten, viel mehr geben die Bilder aber nicht her.

Auch die Schauspieler sind – mit einer Ausnahme – ein wenig zu weit weg vom schlechten Geschmack. Die Asia-Schauspieler hatten in der Schauspielschule vermutlich ein „Hat sich stets bemüht“ im Zeugnis stehen, vor allem der junge Lixin Zhao ist eher schlecht als recht besetzt.

Hayden Christensen oder Justin Bieber?

Das Herzstück des Films, Hayden „Anakin Skywalker“ Christensen, kommt während des gesamten Films nicht über zwei Gesichtsausdrücke hinaus. Entweder kneift er seine Augen nur ein wenig zusammen oder aber seine Figur ist auf einem Drogentrip – in dem Fall kneift er die Augen einfach ganz eng zusammen. Schick ist auch seine Frisur: Der Undercut schien schon bei den Kreuzrittern Mode zu sein – der saloppe Kommentar meines Mitguckers: „Seit wann ist Justin Bieber Schauspieler?“

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Lian ist auf der Flucht

Nicolas Cage mit wunderbarer Perücke

Nur einer schafft es, dem Film etwas Schwung zu verschaffen: Der gute alte Nicolas Cage. Die besten Zeiten seiner Schauspielkarriere hat er hinter sich, auch wenn er mit „Joe“ einen kleinen Achtungserfolg hinlegen konnte. Dessen scheint sich Cage auch bewusst zu sein. Tritt seine Figur am Anfang nur in Rückblenden auf, darf er in der letzten halben Stunde dem Affen so richtig Zucker geben – mit einer der wohl schönsten Perücken aller Zeiten. Für Freunde gnadenlosen Overactings ist das ein Genuss. Am besten ist die Sequenz, in der sich Gallain einfach nonchalant seinen Bart mit einer Schlange kratzt, die er um die Hand gewickelt hat. Warum die Schlange da ist? Egal, es sieht einfach richtig böse aus.

Doch bis dahin muss man erst mal kommen, ohne einzuschlafen. Lahme, weil vorhersehbare Geschichte, austauschbare Figuren, öde Musik – lediglich ein paar nette Bild-Ideen lockern das auf. Großen Unterhaltungswert bietet „Outcast“ bis zum Auftritt von Cage nicht, und selbst danach wird der Film nicht besser. Vielleicht hätten ihm ein paar Haie gutgetan.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Nicolas Cage sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

Veröffentlichung: 17. April 2015 als Blu-ray und DVD

Länge: 99 Min. (Blu-ray), 95 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte
Originaltitel: Outcast
KAN/CHN/USA/F/GB 2014
Regie: Nick Powell
Drehbuch: James Dormer
Besetzung: Hayden Christensen, Nicolas Cage, Yifei Liu, Andy On, Lixin Zhao
Zusatzmaterial: Interviews, B-Roll, Making-of, Trailer, Wendecover
Vertrieb: Universum Film

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Baby, baby, baby, oh!

Copyright 2015 by Matthias Holm
Fotos & Packshot: © 2015 Universum Film

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