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The Homesman – Regisseur Tommy Lee Jones war schon mal besser

17 Apr

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The Homesman

Von Simon Kyprianou

Westerndrama // Mary Bee Cuddy (Hilary Swank) lebt ein erfolgreiches Leben in einem kleinen Westernnest: Sie hat Geld, eine Farm, Tiere, ist belesen und gebildet, den meisten Männern haushoch überlegen. Was ihr zu ihrem Glück noch fehlt, ist ein Ehemann. Die meisten in Frage kommenden Männer empfinden Mary Bee allerdings als spröde und unfreundlich.

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Das Leben ist reich an Entbehrungen

Kneifende Kerle

Als es daran geht, drei unter den kargen Lebensbedingungen geisteskrank gewordene Frauen in eine weit entfernte Kirchengemeinde zu eskortieren, kneifen alle Männer. Mary Bee nimmt die Aufgabe an. Am Anfang ihrer Reise begegnet sie dem verdatterten alten Outlaw George Briggs (Tommy Lee Jones), dem sie aus einer Notlage hilft. Im Gegenzug nötigt sie ihn sie auf der Reise zu begleiten.

Es scheint, als hätte Tommy Lee Jones nicht recht gewusst, was er mit seiner vierten Regiearbeit anstellen soll. Löblich ist erst mal, dass er ein Thema anschneidet, das es selten in Western zu sehen gibt: das Thema der Geisteskrankheit. Dieses westernuntypische Thema verpackt er dann aber in eine ganz klassische Struktur, die Struktur der Reise, des Trecks. Die Figuren sind unnahbar, bieten kein Identifikationspotenzial, lassen keine Annäherung zu. Die Regie bleibt auf Distanz zu ihnen. Sie wirken hart und spröde, das gelingt Jones sehr gut. Hervorragend gespielt sind die Figuren ohnehin.

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Briggs muss seinen Mann stehen

Der Humor passt nicht recht

Doch „The Homesman“ verrennt sich oft im Timing, beinahe eine ganze Stunde benötigt Jones, bis der Treck endlich aufbricht – fast die Hälfte des Films. Auch im Tonfall hat der Film Probleme, will offenbar als bitteres Drama verstanden werden, aber der von Jones verkörperte Briggs hat dabei einen unangenehmen Sidekick-Charakter und mischt dem Film immer wieder Humor bei, der nicht so recht zum Rest passen will. Auch die Beziehung zwischen den ungleichen Protagonisten leidet unter den Mätzchen von Jones’ Figur.

Diese inszenatorischen Unentschlossenheiten nehmen dem Film viel, lassen ihn nicht wie aus einem Guss wirken. „The Homesman“ ist die bisher schlechteste und unausgegorenste Regiearbeit von Tommy Lee Jones – interessant allemal, gerade aufgrund seines ungewöhnlichen Themas, ein gelungener Film aber leider nicht. Zur Rezension anlässlich des Kinostarts geht’s hier. Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Meryl Streep und/oder Hilary Swank sind in unserer Rubrik Schauspielerinnen aufgelistet.

Veröffentlichung: 17. April 2015 als Blu-ray und DVD

Länge: 123 Min. (Blu-ray), 118 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte
Originaltitel: The Homesman
F/USA 2014
Regie: Tommy Lee Jones
Drehbuch: Tommy Lee Jones, Kieran Fitzgerald, Wesley A. Oliver, nach einem Roman von Glendon Swarthout
Besetzung: Tommy Lee Jones, Hilary Swank, Grace Gummer, Miranda Otto, Sonja Richter, Meryl Streep, James Fichtner, John Lithgow, Hailee Steinfeld, James Spader
Zusatzmaterial: B-Roll, Trailer, Featurettes (Die Geschichte, Ein typischer Western, Tommy Lee Jones & Hilary Swank), Interviews mit Tommy Lee Jones und Hilary Swank, Wendecover
Vertrieb: Universum Film

Copyright 2015 by Simon Kyprianou
Fotos & Packshots: © 2015 Universum Film

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