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Escape From Tomorrow – Ein Gimmick-Film

23 Apr

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Escape From Tomorrow

Gastrezension von Matthias Holm

Horror-Fantasy // Es gibt Filme, die wegen ihrer Geschichte berühmt werden. Und solche, die sich nur über Effekte definieren. Was seltener vorkommt, sind Filme, die nur aufgrund ihrer Entstehungsgeschichte berühmt werden. Ein solcher Fall ist der in Schwarz-Weiß gedrehte „Escape From Tomorrow“.

Halluzinationen in Disneyland

Eigentlich wollte Jim (Roy Abramsohn) mit seiner Frau Emily (Elena Schuber) und seinen beiden Kindern ein entspanntes Wochenende im Disneyland verbringen. Doch das Paradies wird für ihn zur Hölle. Jim fängt an zu halluzinieren, seine Frau wird zunehmend nervtötend und dann gibt es da noch diese beiden Französinnen, die ihm immer wieder über den Weg laufen.

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Jim scheint allmählich …

„Mit Guerilla-Methoden und ohne Genehmigung“ wurde der Film laut Rückseite der Blu-ray-Hülle gedreht. Doch Regisseur Randy Moore hatte anscheinend das Glück, richtig gute Kameraleute gefunden zu haben. Denn der Film hat zwar Perspektiven wie aus einem Urlaubsfilm, wirkt aber zu keiner Zeit billig oder gar wie ein Found-Footage-Film. Doch so reizvoll das auch klingt: In manchen Sequenzen sieht man einfach, dass die Schauspieler in einem Studio agieren und gar nicht im Disneyland sind.

Vorbild David Lynch

Die Geschichte erinnert an die Filme von David Lynch. Doch im Gegensatz zu diesem auffälligen Vorbild misslingt es Moore, eine auch nur annähernd ähnliche Atmosphäre aufzubauen. Zwar gibt es einen schönen gruseligen Einstieg, doch bald dümpelt die Geschichte vor sich hin.

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… den Kopf zu verlieren

Wenn nach knapp einer Stunde endlich wieder Schwung in den Film kommt, wirkt es so, als ob Moore unzählige Ideen innerhalb kurzer Zeit umsetzen wollte. All diese Ideen haben keinen roten Faden, man erkennt einfach nicht, auf was das Ganze hinaus laufen soll. Und wenn dann die letzten fünf Minuten ohne Dialog den Film abschließen, wird das viele Zuschauer verwirrt vor dem Fernseher zurücklassen.

Auch in den Extras sucht man vergebens nach einem Interpretationsansatz. Im Making-of erzählen die Mitwirkenden lediglich, wie aufregend die Dreharbeiten waren und dass ihr Film rechtlich gesehen nicht verboten werden darf. Auch bei den Audiokommentaren erfährt man nicht viel Neues. Und hier sieht man perfekt das Problem – „Escape From Tomorrow“ ist ein Gimmick-Film, der sich auf seiner turbulenten Entstehungsgeschichte ausruht – viel mehr leider nicht.

Veröffentlichung: 23. April 2015 als Blu-ray und DVD

Länge: 90 Min. (Blu-ray), 86 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Escape From Tomorrow
USA 2013
Regie: Randy Moore
Drehbuch: Randy Moore
Besetzung: Roy Abramsohn, Elena Schuber, Katelynn Rodriguez, Jack Dalton, Annet Mahendru
Zusatzmaterial: Audiokommentare, Making-of, Postergalerie, Trailer, Wendecover
Vertrieb: Koch Media

Copyright 2015 by Matthias Holm
Fotos & Packshot: © 2015 Koch Media

 

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