RSS

Electric Boogaloo – Die unglaublich wilde Geschichte der verrücktesten Filmfirma der Welt! … und Action!

25 Apr

Electric_Boogaloo-Cover-DVD Electric_Boogaloo-Cover-BR

Electric Boogaloo – The Wild, Untold Story of Cannon Films

Von Andreas Eckenfels

Film-Doku // Eine 51-Minuten-lange Trailershow als Extra! Was will man mehr? Vor dem Hauptfilm ließ ich erstmal die alten Zeiten aufleben und die krachenden Trailer auf mich wirken. Charles Bronson in „Death Wish 2“, Chuck Norris in „Missing in Action“, Richard Chamberlain in „Quatermain“, Jean-Claude Van Damme in „Cyborg“ und viele weitere Filmtrailer mehr flimmerten über den Schirm. Ein Dauergrinsen stellte sich ein: Da waren mit einem Schlag meine Helden von damals zurück. Als Kind der 80er-Jahre bin ich mit diesen Actionstars aufgewachsen. In den Kinos und Videotheken konnte man sich an den reißerischen Plakatmotiven und Aushangfotos nicht sattsehen.

Mehr geht nicht!

Die damals häufig wegen ihrer Gewaltdarstellungen verbotenen Filme schaute man auf abgenudelten VHS-Kassetten an, wenn die Eltern nicht zu Hause waren. Man fieberte mit, bis Michael Dudikoff oder Dolph Lundgren auch den letzten Terroristen platt gemacht hatten und kam ins Schwitzen, wenn Sylvia Kristel oder Bo Derek die Hüllen fallen ließen! Explosionen, Sprüche, Adrenalin, Brüste, Blut und pausenlose Action! Das Maximum an Unterhaltung für die damalige Zeit! Ich glaube nicht, dass mir damals bewusst war, dass eine Produktionsfirma namens Cannon Films für diese Meisterwerke verantwortlich war.

Electric_Boogaloo-1

Chuck Norris in „Missing in Action“ (1984)

Nachdem sich Regisseur Mark Hartley u. a. schon in „Not Quite Hollywood“ dem australischen Exploitationfilm der 70er- und 80er-Jahre genähert und im Anschluss mit „Machete Maidens Unleashed!“ eine Doku über das philippinische Genrekino abgeliefert hat, widmet er sich nun mit „Electric Boogaloo“ dem Aufstieg und Fall von Cannon Films.

Zwei verrückte Israelis

Die beiden israelischen Cousins Menahem Golan († 2014) und Yoram Globus hatten in ihrer Heimat mit der auch in Deutschland äußerst beliebten „Eis am Stiel“-Reihe eine Menge Geld gemacht. Anfang der 80er-Jahre wollten sie mit ihrer Produktionsfirma Cannon Films auch Hollywood erobern. Sie setzten auf Action, Sex und Stars. In einem Wahnsinnstempo kurbelten sie auf den Massengeschmack zugeschnittene Filme runter und verkauften sie in die ganze Welt. Mit Erfolg! Manche Filme wurden nur aufgrund ihrer Plakate bereits verkauft, bevor sie überhaupt produziert waren. Wie es hieß, waren 52 Filme im Jahr nicht genug für Golan und Globus.

Electric_Boogaloo-3_Assassination

Charles Bronson in „ Der Mordanschlag“ (1987)

Stars von damals erzählen

Hartley bekam für seine Doku eine beeindruckende Zahl von Altstars vor die Kameras, die offen über die Arbeit mit den leicht verrückten Cousins und deren Enthusiasmus sprechen. Viele Anekdoten über die Drehbedingungen oder Filmpremieren sorgen für reichlich Spaß. Durch die zahlreichen Filmausschnitte schwelgt man in nostalgischen Erinnerungen. Der Regisseur schneidet das ganze Material so dynamisch zusammen, als würde er selbst ein Werk aus dem Hause Cannon Films drehen.

Spaß, aber wenig Tiefe

Dabei bemerkt man erst am Ende, dass man zwar einiges gehört hat und bestens unterhalten wurde, aber doch nicht komplett hinter die Kulissen des Cannon-Imperiums blicken konnte. Die Schauspieler, Regisseure und Autoren lassen nur selten Kritik gegenüber den Cousins walten. Man kann es ihnen nicht verübeln: Immerhin wurden sie durch die filmliebenden und geschäftstüchtigen Israelis reich und berühmt. Beide kommen in „Electric Boogaloo“ übrigens nicht zu Wort. Ihnen ist der Kultstatus ihrer Filme natürlich bewusst. Menahem Golan und Yoram Globus ließen mit „The Go-Go-Boys – The Inside Story of Cannon Films“ kurzerhand ihre eigene Doku drehen.

Electric_Boogaloo-4_IntervieweeBoDerek1

Bo Derek reitet gern

Nach der Sichtung habe ich erstmal meine Chuck Norris-Blu-ray-Box herausgeholt und „Delta Force“ eingelegt. Ich hatte wieder ein Grinsen im Gesicht! Die Einkaufsliste ist gewachsen: Den mir noch unbekannten Bronson-Film „Ein Mann wie Dynamit“ habe ich nach Sichtung des Trailers in Großbritannien bestellt. Auch „Masters of the Universe“ ist in den Warenkorb gewandert. Es werden nicht die letzten Cannon-Filme sein, die in meinem Player rotieren.

Electric_Boogaloo-2_OvertheTop

Sylvester Stallone in „Over the Top“ (1987)

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Charles Bronson, Jean-Claude Van Damme, Dolph Lundgren und/oder Sylvester Stallone sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

Veröffentlichung: 21. April 2015 als Blu-ray und DVD

Länge: 107 Min. (Blu-ray), 102 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK ab 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Electric Boogaloo – The Wild, Untold Story of Cannon Films
AUS/USA/UK/ISR 2014
Regie: Mark Hartley
Drehbuch: Mark Hartley
Mitwirkende: Bo Derek, Dolph Lundgren, Franco Nero, Richard Chamberlain, Robert Foster, Tobe Hooper, Michael Dudikoff
Zusatzmaterial: entfernte und erweiterte Szenen, Menahem Golan Imitationen, Marks T-Shirt Kollektion, Roy & John lesen aus ihrer Lieblingskritik, Originaltrailer, Wendecover, nur Blu-ray: Cannon Films Trailersammlung, Easter Egg
Vertrieb: Ascot Elite Home Entertainment

Electric_Boogaloo-6_Cyborg

Jean-Claude Van Damme in „Cyborg“ (1989)

Copyright 2015 by Andreas Eckenfels
Fotos & Packshots: © 2015 Ascot Elite Home Entertainment

Advertisements
 

Schlagwörter: , , , , , , , , , , , ,

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

 
%d Bloggern gefällt das: