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Tusk – Was. Zur. Hölle?

06 Mai

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Tusk

Gastrezension von Matthias Holm

Horror-Groteske // Ach, Kevin Smith. Lang ist es her, dass du mich so richtig zum Lachen gebracht hast. Wo sind deine Filme wie „Clerks“ oder „Mallrats“, die in ihrem Humor verdammt pubertierend waren, aber dennoch klug ihre jeweiligen Protagonisten und deren Umgebung beobachteten? Nun kommt also „Tusk“ – ein Film, dessen Idee aus Smiths eigenem Podcast stammt. Und so wahnsinnig die Prämisse des Films klingt, so verrückt gestaltet sich auch der Film.

Ein Walross als Lebensretter

Wallace (Justin Long) ist ein Podcaster, der zusammen mit seinem Freund Teddy (Haley Joel Osment) über Menschen im Internet herzieht. Als Wallace per Zufall ein Schreiben findet, das ihm eine tolle Story verspricht, reist er zu dem alten Seefahrer Howard Howe (Michael Parks). Doch der alte Mann hat ein ernsthaftes mentales Problem: Auf einer seiner Reisen strandete er auf einem Felsen und wurde angeblich von einem Walross beschützt. Nun möchte er seinen Retter wiedersehen – indem er Menschen zu Walrössen umoperiert. Wallace soll sein nächstes Opfer werden.

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Noch lacht Wallace

Natürlich ist sich Smith seiner komplett absurden Idee bewusst und versucht gar nicht erst, einen harten, ernsthaften Horrorfilm zu liefern. Vielmehr suhlt sich „Tusk“ förmlich in dieser Form der Verrücktheit. Das geht von Justin Longs lächerlichem Schnauzbart bis hin zum wirklich ekligen Walross-Anzug. Nur besteht das Problem darin, dass dieser Wahnsinn nicht über die komplette Laufzeit von 97 Minuten unterhalten kann.

Johnny Depp murmelt nur

Am Anfang mag das alles noch lustig sein, doch spätestens nach einer Stunde sitzt man gelangweilt vor dem Fernseher. Am besten charakterisiert dies der Auftritt von Johnny Depp. Ist das merkwürdige Gemurmel seiner Figur anfangs noch witzig, verliert sich dieser Reiz nach ungefähr fünf Minuten. Nur leider sieht man Depps Figur noch weitere 35 Minuten.

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Die Operation ist fast komplett

Ärgerlich, da der Rest eigentlich stimmt. Smith hat weiterhin ein gutes Gespür für Timing, wenn es um Musik und Gags geht. Auch auf seine Schauspieler kann er sich verlassen. Justin Long ist ein wunderbarer Kotzbrocken und Michael Parks geht in seiner Rolle als Walross-Fanatiker vollkommen auf.

Schade um eine Idee, die als Kurzfilm echt Potenzial gehabt hätte. Doch „Tusk“ bietet außer der Grundidee einfach zu wenig. Ich hoffe also, dass Smith bei „Clerks III“ mehr einfällt – dass er Fortsetzungen drehen kann, hat er mit dem zweiten Teil ja bereits bewiesen.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Johnny Depp sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

Veröffentlichung: 7. Mai 2015 als DVD

Länge: 97 Min.
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch, Spanisch, Italienisch
Untertitel: Deutsch, Englisch, Spanisch, Türkisch, Italienisch, Finnisch, Dänisch, Norwegisch, Schwedisch
Originaltitel: Tusk
USA 2014
Regie: Kevin Smith
Drehbuch: Kevin Smith
Besetzung: Justin Long, Michael Parks, Haley Joel Osment, Genesis Rodriguez, Johnny Depp, Harley Morenstein, Ralph Garman, Jennifer Schwalbach Smith
Zusatzmaterial: Kommentar von Kevin Smith, animierter Podcast, entfallene Szenen
Vertrieb: Sony Pictures Home Entertainment

Copyright 2015 by Matthias Holm
Fotos & Packshots: © 2015 Sony Pictures Home Entertainment

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