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Mad Max – Fury Road: Irrsinns-Spektakel auf der Straße des Zorns

14 Mai

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Mad Max – Fury Road

Kinostart: 14. Mai 2015

SF-Endzeit-Action // Ein Vierteljahrhundert haben die Fans auf den vierten Auftritt von Max Rockatansky gewartet. Hat es sich gelohnt? Aber sicher!

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Max gibt eine gute Kühlerfigur ab

Erinnert sich noch jemand an den jungen Mel Gibson? Jenen Mel Gibson, der 1979 in seinem ersten Auftritt als „Mad Max“ wie eine Urgewalt über das Kinopublikum kam und im folgenden Jahrzehnt dank dieser Rolle und seinen Auftritten als etwas durchgeknallter Cop in der „Lethal Weapon“-Reihe zu einem der größten Actionstars aufstieg? Das waren noch Zeiten für Typen wie mich, die mit dem Actionkino der 80er-Jahre aufgewachsen sind. Behalten wir Gibson einfach so in Erinnerung, er war zwar für den vierten „Mad Max“-Film vorgesehen, aber es sollte nicht sein.

Tom Hardy beerbt Mel Gibson

Wenden wir uns Tom Hardy zu – der coolen Sau. Schon seit der Jahrtausendwende aktiv, hatte er 2001 eine nicht allzu große Rolle in Ridley Scotts „Black Hawk Down“. Von da an ging es stetig bergauf, „Inception“ (2010) und „Warrior“ (2011) markieren weitere wichtige Stationen, bevor Hardy 2012 als Batmans Gegenspieler Bane in „The Dark Knight Rises“ endgültig in die Riege der Großen vorstieß. Dass er einen Film auch allein tragen kann, bewies er 2008 mit der Titelrolle in Nicolas Winding Refns Knastdrama „Bronson“ und zuletzt mit „No Turning Back“. Aber Mel Gibsons Erbe als Mad Max ist doch eine ganz eigene Hausnummer. Schauen wir es uns an:

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Gejagte: Furiosa

In einer postapokalyptischen Wüstenwelt Mitte des 21. Jahrhunderts geht Hardys Max Rockatansky gleich in die Vollen. Kaum dass er eine zweiköpfige Eidechse verspeisen konnte, wird er auch schon von den wahnwitzigen Horden des Despoten Immortan Joe (Hugh Keays-Byrne) gejagt und gefangen. Fortan soll er einem der anämischen Krieger als lebender Dauer-Blutspender dienen. Doch ehe er es sich versieht, hat man ihn als lebende Gallionsfigur vorn an einem Wagen befestigt, der als Teil einer motorisierten Streitmacht die abtrünnige Imperator Furiosa (Charlize Theron) jagt.

Street-Action ohne Innehalten

Ein Action-Roadmovie ist „Mad Max – Fury Road“ geworden – und was für eins. Zeit zum Durchatmen? Fehlanzeige. Der Film beginnt furios und legt dann permanent eine Schippe drauf. Und wenn man glaubt, dass nichts mehr geht, kommt noch eine Schippe. Auf der Fury Road entbrennt von Anfang bis Ende eine irrwitzige Verfolgungsjagd mit Wagen, die ganz sicher nicht in den Designstudios der Autohersteller entworfen worden sind. Wer seinerzeit die Fahrzeuge in „Mad Max 2 – Der Vollstrecker“ mochte, müsste angesichts dieser Vehikel in Entzücken verfallen. Ihre morbide Detailverliebtheit harmoniert dabei ganz vorzüglich mit den Schergen des Immortan Joe und anderer finsterer Gesellen.

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Das Jagdgeschwader

Das Ganze wird vorangetrieben von einem mächtigen Soundtrack. Der folgt zwar dem an sich nervigen Trend zur Dauerbeschallung, in diesem Fall passt das aber. Gedreht wurde übrigens hauptsächlich in Namibia, weil der zwischenzeitlich vorgesehene Wüsten-Drehort in Australien nach einer plötzlichen Regenphase in voller Blüte stand, was logischerweise nicht zum Endzeit-Szenario gepasst hätte.

Mehr herumfliegende Körperteile bitte!

Etwas blutiger hätte all das sein können. Obwohl es gnadenlos zugeht und Menschenleben nichts zählen, galt der Blick der Produzenten doch einer Altersfreigabe, die das Kino auch jugendlichen Zuschauern öffnet. Bei der Vielzahl an Zusammenstößen, Überschlägen und Explosionen wären ein paar derbere Sequenzen angemessen gewesen, in denen Körper zerfetzt und Gliedmaßen abgetrennt werden.

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Immortan Joe will zurück, was seins ist

Fein, dass die Kontinuität auf dem Regiestuhl gewahrt bleibt. Drehbuchautor und Regisseur George Miller weiß eben, was einen „Mad Max“-Film ausmacht, auch wenn er sich zwischenzeitlich mit „Schweinchen Babe“ und Pinguin Mumble aus den „Happy Feet“-Filmen ganz anderen Figuren zugewandt hatte.

Charlize Theron als Einarmige

Das Panoptikum der Figuren ist eine Augenweide. Charlize Theron steht als coole Kämpferin mit künstlichem Arm Tom Hardy adäquat zur Seite. Dann haben wir Nicholas Hoult („X-Men – Zukunft ist Vergangenheit“) als Nux, einer der „War Boys“ von Immortan Joe. Zu Beginn schien mir die Figur eher Staffage zu sein – ein Durchgeknallter, der bald draufgeht. Doch im Verlauf erweist sich Nux als zäher und wandlungsfähiger Bursche.

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Blutarm und durchgeknallt: Nux hofft auf Valhalla

Immortan Joe hat mit dem von Nathan Jones verkörperten Rictus Erectus einen grobschlächtigen, aber unbesiegbar scheinenden Bodyguard an der Seite. Apropos Immortan Joe: Seinen Darsteller Hugh Keays-Byrne kennen wir als Oberschurke Toecutter aus – genau: „Mad Max“.

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Deutsche Wertarbeit im Schlachtengetümmel

Wo genau „Mad Max – Fury Road“ zeitlich im Kosmos des Herrn Rockatansky angesiedelt ist, bleibt offen. Vielleicht nach Teil 2? Oder anschließend an „Mad Max – Jenseits der Donnerkuppel“ mit Tina Turner? Egal – der Film dient ohnehin als Vehikel weiterer Fortsetzungen, da ist es ohne Belang, ob man ihn als Sequel oder als Reboot sieht. Warner Bros. hat zwar noch nicht bestätigt, dass es einen fünften und sechsten Teil geben wird, Tom Hardy hingegen schon. Freuen wir uns darauf? Aber sicher!

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Inferno im Wüstensand

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Tom Hardy sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

Länge: 120 Min.
Altersfreigabe: FSK 16
Originaltitel: Mad Max – Fury Road
AUS/USA 2015
Regie: George Miller
Drehbuch: George Miller, Brendan McCarthy, Nick Lathouris
Besetzung: Tom Hardy, Charlize Theron, Nicholas Hoult, Hugh Keays-Byrne, Zoë Kravitz, Rosie Huntington-Whiteley, Megan Gale, Riley Keough, Nathan Jones
Verleih: Warner Bros. Pictures Germany

Copyright 2015 by Volker Schönenberger

Filmplakat, Fotos & Trailer: © 2015 Warner Bros. Ent.

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2 Kommentare

Verfasst von - 2015/05/14 in Film, Kino, Rezensionen

 

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2 Antworten zu “Mad Max – Fury Road: Irrsinns-Spektakel auf der Straße des Zorns

  1. Fuckman

    2015/09/17 at 18:24

    Finde die IMDb wertung zu hoch. Viele haben geschrieben er hebt sich vom kommerz. Kino ab. Finde ich jetzt nicht viel kitschige Szenen dabei. Vom Gewaltpegel her auch zu zahm. Vielleicht kommt er beim zweiten mal schauen besser weg. Die Fahrzeuge sind schon Hammer. Fand halt das Auto mit der Rockband voll daneben. Hörrt sich jetzt alles negativ an ist es nicht. Unterhaltsamer Blockbuster aber anders wie die alten Teile. Ich freu mich auf,Fury:the Tales of Ronan Pierce!!!!!!!!

     
  2. Loretta Cosgrove

    2015/05/14 at 13:28

    Jetzt hab ich wirklich ein bisschen Sabber in der Tastatur. Und dass mir, die ich doch eigentlich mit Remakeboots auf Kriegsfuß stehe! Aber Tom Hardy als Mad Max… der Arsch passt wenigstens luftdicht auf den rostigen Eimer!

     

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