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Another Me – Mein zweites Ich: Zwillings-Horror mit dem gewissen Nichts

19 Mai

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Another Me

Gastrezension von Simon Kyprianou

Horror // Teenager Fay (Sophie Turner) hat es nicht leicht: Ihr Vater Don (Rhys Ifans) ist an Multipler Sklerose erkrankt, ihre Mutter Ann (Claire Forlani) zerbricht nach und nach daran. In der Schule läuft es etwas besser: Sie bekommt von ihrem Theater-Lehrer John (Jonathan Rhys Meyers) die Hauptrolle in der Macbeth-Aufführung. Doch immer öfter fühlt sich Fay unwohl, als würde sich jemand für sie ausgeben. Immer öfter berichten Mitmenschen, sie anderswo gesehen zu haben, obwohl Fay dort gar nicht war.

Hommage auf Hitchcock und Polanski

„Another Me – Mein zweites Ich“ will anscheinend als Hommage auf Alfred Hitchcock und Roman Polanski verstanden werden – beide Regisseure werden auch ständig von den Figuren diskutiert. Leider ist dabei nur schrecklich misslungener Billig-Horror herausgekommen.

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Nicht gerade der schönste Schulweg

Die Geschichte will den Einbruch des Übersinnlichen in ein gewöhnliches Teenagerleben erzählen. Das hat ja durchaus Potenzial, leider verfällt der Film in jedes erdenkliche Klischee, das man sich zum Teenager-Dasein nur vorstellen kann. Damit wird er seinen Figuren und seiner Ambition ganz und gar nicht gerecht. Denn ambitioniert ist der Film durchaus, kein Wunder bei Isabel Coixet. Kaum zu glauben, dass die Regisseurin eines solch zärtlichen, menschlichen Films wie „Mein Leben ohne mich“ solch einen Unsinn verzapft.

Verschenkte Stars

Ekelhaftes Farbfilter-Kuddelmuddel verunstaltet die Bilder, ein generischer Soundtrack-Langweiler dudelt bedeutungsschwer im Hintergrund. Angst kommt da nicht auf, Atmosphäre schon gar nicht. „Another Me“ versucht ständig mit der Klaustrophobie von engen, abgeschlossenen Räumen wie Aufzügen und Unterführungen zu spielen, schafft es aber zu keinem Zeitpunkt, Beklemmung oder Furcht zu erzeugen. Stattdessen wird während unerträglichen Kamera-Wackelns schlicht die Musik immer lauter. Nicht einmal die großen Namen Rhys Ifans und „Game of Thrones“-Schauspielerin Sophie Turner können da was rausreißen. Auch Geraldine Chaplin und Claire Forlani sind verschenkt.

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Der böse Zwilling kündigt sich an

Von Coixet gab es bei der Berlinale aber schon wieder Besseres zu sehen: das Drama „Nobody wants the Night“, mit Juliette Binoche. „Another Me“ hat leider den Charme von miesem Direct-to-DVD-Horror von der Stange. Guten Direct-to-DVD-Horror gab es in letzter Zeit sehr wohl, gerade neulich zum Beispiel den erfreulichen „The Canal“ und Ti Wests „The Sacrament“.

Veröffentlichung: 22. Januar 2015 als DVD

Länge: 82 Min.
Altersfreigabe: FSK 12
Sprachfassungen: Deutsch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Another Me
GB/SP 2013
Regie: Isabel Coixet
Drehbuch: Isabel Coixet, nach dem Roman von Cathy MacPhail
Besetzung: Sophie Turner, Rhys Ifans, Claire Forlani, Jonathan Rhys Meyers, Geraldine Chaplin, Gregg Sulkin, Ivana Baquero
Zusatzmaterial: Original Kinotrailer
Vertrieb: Twentieth Century Fox Home Entertainment

Copyright 2015 by Simon Kyprianou
Fotos & Packshot: © 2015 Twentieth Century Fox Home Entertainment

 

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