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Wie schreibt man Liebe? Viel mehr als nur Hugh Grant

28 Mai

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The Rewrite

Liebeskomödie // Fürs Originaldrehbuch von „Paradise Misplaced“ hat Keith Michaels (Hugh Grant) vor Jahren den Oscar erhalten. Einige Flops haben die Karriere ins Stocken geraten lassen. Auch seine Ehe ist gescheitert, mit seinem mittlerweile 18-jährigen Sohn hat er vor einem Jahr zuletzt gesprochen. Aus Geldnot nimmt er lustlos einen Job als Gastdozent an: Im provinziellen Binghamton im Staat New York soll er ein Drehbuchseminar leiten.

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Studentin und Dozent: Holly und Keith

Kaum angekommen, fängt er sogleich eine Affäre mit der Studentin Karen (Bella Heathcote) an. Mit der Literaturwissenschaftlerin Mary Weldon (Allison Janney, „The West Wing“) aus dem Kollegium macht er sich ebenso schnell eine einflussreiche Kollegin zur Gegnerin.

Zu faul zum Lesen

Als Sympath wird Hugh Grants Figur zu Beginn nicht gerade präsentiert: Weil er keine Lust hat, 70 Drehbuchauszüge à 30 Seiten zu lesen, wählt er die Teilnehmer seines Kursus einfach nach Aussehen aus. Das führt dazu, dass sich im Seminarraum acht attraktive junge Frauen und die beiden Alibi-Nerds Billy und Clem (Andrew Keenan-Bolger, Steven Kaplan) versammeln. Kurz darauf kommt noch die alleinerziehende Mutter Holly Carpenter (Marisa Tomei) hinzu, die ihm gekonnt Paroli bietet. Unterrichten will Keith allerdings nicht wirklich.

Diese Charakterisierung des Protagonisten macht es zu Beginn etwas schwierig, in den Film hineinzukommen, zumal die Figur des verkrachten Drehbuchautors nicht gerade vor Originalität strotzt. Zum Glück ändert sich das schnell, was nicht zuletzt der zauberhaften Marisa Tomei zu verdanken ist. Ihre Szenen gehören zu den gelungensten der Liebeskomödie.

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Keith fördert den begabten Clem

Wie die Handlung voranschreitet, ist einigermaßen vorhersehbar, keine Frage. Natürlich kriegt der vom mondänen Hollywood in die Ostküsten-Einöde versetzte Dozent wider Willen bald die Kurve, und er beginnt, seinen Studenten die Faszination des Drehbuchschreibens nahezubringen. Die Szenen, in denen es genau darum geht, sind sogar tiefgründig und wahrhaftig geraten. Hugh Grant zeigt einige Male, dass er mehr vermitteln kann als unbeschwertes Charmeursdasein mit trockenem Humor. Sogar das ebenso abgehangene wie obligatorische Motiv des entfremdeten Vaters ist vergleichsweise feinfühlig eingebaut.

Zwei Oscars

Mit zwei Oscar-Preisträgern wartet „Wie schreibt man Liebe?“ auf: Außer der 1993 für ihre Nebenrolle in „Mein Vetter“ prämierten Marisa Tomei ist J. K. Simmons aus „Whiplash“ als Dekan Dr. Lerner zu sehen. Überzeugendes Schauspiel ist da garantiert. Überhaupt ist die Besetzung sorgfältig zusammengestellt, das Ensemble funktioniert gut. Auch Keiths Antagonistin Mary Weldon ist kein eindimensionales Abziehbild, sondern ein Mensch aus Fleisch und Blut. Das gilt ebenso für die Studenten im Seminar.

Regisseur und Hauptdarsteller zum vierten Mal vereint

Vier Kinofilme hat Marc Lawrence bislang geschrieben und inszeniert. Nach „Ein Chef zum Verlieben“, „Mitten ins Herz – Ein Song für dich“ und „Haben Sie das von den Morgans gehört?“ ist „Wie schreibt man Liebe?“ der vierte. Vier Mal war Hugh Grant sein Hauptdarsteller. Von den anderen kenne ich nur den ersten, und der hat mir überhaupt nicht gefallen. Wenn Lawrence und Grant so fortfahren wie mit „Wie schreibt man Liebe?“, dürfen sie aber gern weiter zusammenarbeiten.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Hugh Grant sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgeführt.

Veröffentlichung: 7. Mai 2015 als Blu-ray und DVD

Länge: 107 Min. (Blu-ray), 103 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK freigegeben ohne Altersbeschränkung
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte
Originaltitel: The Rewrite
USA 2014
Regie: Mark Lawrence
Drehbuch: Mark Lawrence
Besetzung: Hugh Grant, Marisa Tomei, J. K. Simmons, Allison Janney, Bella Heathcote, Olivia Luccardi,
Zusatzmaterial: Blick hinter die Kulissen (8 Min.), Interviews (30 Min.), deutscher und englischer Trailer, Booklet, Wendecover
Vertrieb: Constantin Film

Copyright 2015 by Volker Schönenberger

Fotos, Packshot & Trailer: © 2015 Constantin Film

 
 

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Eine Antwort zu “Wie schreibt man Liebe? Viel mehr als nur Hugh Grant

  1. Barbara

    2015/05/28 at 09:24

    „Mitten ins Herz“ habe ich irgendwann mal gesehen und kann mich dunkel erinnern, dass der ganz gut war. „Haben Sie das von den Morgans gehört?“ hat mir hingegen nicht gefallen – allerdings weiß ich nicht mehr, warum. Und „Ein Chef zum Verlieben“ steht zwar hier, aber ich kann beim besten Willen nicht sagen, ob ich den mal gesehen habe… Scheint, dass Filme von Mark Lawrence nicht unbedingt die sind, die großen Eindruck hinterlassen 😉

     

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