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96 Hours – Taken 3: Liam Neeson auf der Flucht

02 Jun

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Taken 3

Von Andreas Eckenfels

Actionthriller // Darüber, dass Liam Neeson noch im hohen Alter zum Actionstar mutiert ist, wurde schon genügend geschrieben. Übersehen wird allerdings dabei häufig, dass Neeson eigentlich schon seit 1999 regelmäßig mit Laserschwertern („Star Wars: Episode 1 – Die dunkle Bedrohung“), Schwertern („Königreich der Himmel“) oder Pistolen („Das A-Team“) hantiert. Dabei hat er durchaus große Vorbilder: Auch andere Charakterdarsteller wie Clint Eastwood („Rookie – Der Anfänger“ mit 60 Jahren) oder Charles Bronson („Death Wish V“ mit 74 Jahren) haben actionmäßig auch noch spät auf die Pauke gehauen.

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Mills ist auf der Flucht und muss seine Unschuld beweisen

Mehr Gage, mehr „Taken“!

Schon nach „96 Hours: Taken 2“ konnte sich Liam Neeson eigentlich keine Fortsetzung mehr vorstellen. Zudem hatte er mit „Non-Stop“ einen weiteren Action-Reißer gedreht, der ebenfalls unter dem „Taken“-Siegel hätte laufen können. Doch eine Gage von 20 Millionen US-Dollar – fünf Millionen mehr als für Teil 2 und 15 Millionen mehr als für den brillanten Erstling – überzeugte ihn, noch einmal den Ex-Top-Agenten Bryan Mills zu verkörpern. Produzent Luc Besson überredete auch Famke Janssen und Maggie Grace, erneut als Mills Ex-Frau Lenore bzw. als Tochter Kim dabei zu sein. Auf dem Registuhl nahm Olivier Megaton Platz, der auch schon den mäßigen zweiten Teil inszeniert hatte.

Mills macht’s wie Dr. Kimble

Die grelle Hochglanz-Optik hat sich im französischen Actionkino spätestens seit der ebenfalls von Luc Besson produzierten „Transporter“-Reihe etabliert. Auch hier inszenierte Megaton den dritten Teil mit Jason Statham am Steuer. So weiß man auch, was einen in „Taken 3“ erwartet: Explosionen, Schlägereien, Schießereien, Verfolgungsjagden, schicke Autos und eine schnell heruntergeschriebene Story: Mills wird fälschlichweise des Mordes an Lenore beschuldigt. Auf der Flucht vor dem hartnäckigen Polizeiinspektor Dotzler (Forest Whitaker) sucht er nach den Tätern, die, wie er bald herausfindet, der russischen Mafia angehören. Doch wer hat ihn eigentlich in diese Bredouille gebracht?

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Cop Dotzler ist ihm dicht auf den Fersen

Das hier veranstaltete Schnittmassaker hilft Neeson gewaltig, seine schwindende Agilität zu vertuschen. In den Nahkämpfen wirken seine gezielten Schläge so leicht und locker, dass er jeden noch so jugendhaften Widersacher in seine Schranken verweisen kann. Für den schnellen Action-Genuss zwischendurch ist das in Ordnung, aber man sollte nicht viel mehr als formelhafte Figuren und ein paar nette Stunts erwarten, etwa, wenn ein Polizeiauto in vollem Tempo einen Fahrstuhlschacht herunterkracht.

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Mills weiht Tochter Kim in seinen Plan ein

Dem gemeinsamen Charisma von Liam Neeson und Forest Whitaker ist es geschuldet, dass man wenigstens ein wenig mehr mitfiebert als in Teil 2, auch wenn die Story teils wieder merkwürdige Haken schlägt. Dafür kennt man nach drei Filmen die Eigenarten der einzelnen Familienmitglieder bestens. Wenn Mills seiner Tochter einen übergroßen Plüschhasen zum Geburtstag schenkt, ist dies natürlich absolut kitschig, geht aber irgendwie doch ans Herz des Actionfans. Und auch seine alten Kameraden dürfen nicht fehlen und unterstützen ihren Freund wieder in schweren Zeiten.

Mehr Mills? Nein, danke!

Einen vierten „Taken“-Teil wird es hoffentlich nicht mehr geben. Das fällt allerdings etwas schwer zu glauben, wenn man betrachtet, dass die lukrative Trilogie weltweit inzwischen 928 Millionen US-Dollar eingespielt hat. Versteht mich nicht falsch: Neeson darf gern weiter Actionheld sein. Zuletzt war er klasse in „Run All Night“, aber das Konzept von „96 Hours – Taken“ und die Geschichte von Mills waren eigentlich schon nach dem ersten Teil auserzählt.

Sechs Minuten mehr? Ist ok!

Universum Film spendiert uns freudigerweise den etwa sechs Minuten längeren Extended Cut. Im Gegensatz zur Kinofassung gibt es ein bisschen mehr CGI-Blut zu sehen und es darf auch etwas mehr geflucht werden. Obwohl die Laufzeit für einen Actionfilm ohne große Story schon in der Kinofassung üppig ist, wirken sich die Erweiterungen nicht negativ auf die Gesamthandlung aus.

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Warum haben es die Russen auf Mills abgesehen?

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Liam Neeson und/oder Forest Whitaker sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

Veröffentlichung: 29. Mai 2015 als Blu-ray und DVD (auch als „Taken“-Trilogie mit den beiden Vorgängern)

Länge: 115 Min. (Blu-ray), 110 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch, Deutsch für Hörgeschädigte
Originaltitel: Taken 3
F 2014
Regie: Olivier Megaton
Drehbuch: Luc Besson, Robert Mark Kamen
Besetzung: Liam Neeson, Maggie Grace, Famke Janssen, Dougray Scott, Forest Whitaker, Sam Spruell, Don Harvey
Zusatzmaterial: Featurettes, Fun Clips, Interviews, Sams Geheimversteck, Entfallene Szenen
Vertrieb: Universum Film

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Copyright 2015 by Andreas Eckenfels
Fotos & Packshots: © 2015 Universum Film

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