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Hulk – Ein Mann sieht Grün

05 Jun

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Hulk

Gastrezension von Simon Kyprianou

I don’t think the Hulk is a superhero. He’s the first Marvel character who is a tragic monster. Really an anti-hero. (Ang Lee im Interview)

SF-Action // Wissenschaftler Bruce Banner (Eric Bana) und seine Kollegin und Liebste Betty Ross (Jennifer Connelly) wollen eine Substanz entwickeln, die Verletzungen heilt und Gewebe widerstandsfähiger macht. Ein Strahlungsunfall löst in Bruce etwas aus, das seit seiner Kindheit in ihm geschlummert hat – Spätfolgen von Selbstversuchen seines Vaters. Sobald er nun wütend wird verwandelt sich Bruce in ein großes grünes Monster – den Hulk. Betty und ihr Vater, ein hochrangiger Millitär-Kommandeur, finden das gar nicht lustig.

Der Hulk ragt aus Lees Filmografie heraus

Schaut man auf die Filmografie von Ang Lee, ist „Hulk“ schon ein Kuriosum: Zwischen Filmen wie „Der Eissturm“, „Brokeback Mountain“ und „Sinn und Sinnlichkeit“ wirkt die Marvel-Adaption beinahe fehl am Platz. Von der internationalen Filmkritik wurde „Hulk“ 2003 ziemlich negativ aufgenommen, bis heute scheint ihm ein schlechter Ruf anzuhaften. Dabei hat Ang Lee nicht nur eine der wundervollsten Comicverfilmungen gedreht, sondern bei genauerem Hinsehen eigentlich auch einen mehr oder weniger typischen Ang-Lee-Film. Lee legt seinen Fokus auf die menschlichen Belange, auf das menschliche Drama, er versteht Hulk nicht als Superheld, sondern im Gegenteil eher als tragisches Monster.

Der Regisseur interessiert sich für das Zusammenbrechen der Zwischenmenschlichkeit, die das Dasein als Monster mit sich bringt, für die Vater-Sohn- bzw. Vater-Tochter-Konflikte, für die tragische Liebe seiner Protagonisten. Jennifer Connellys Rolle nimmt dabei ganz zentralen Charakter ein, sie ist nie nur Beiwerk, ganz im Gegenteil: eine herrlich starke, emanzipierte Frauenrolle.

Sinnliche Comicverfilmung

Dabei ist „Hulk“ ein unheimlich sinnlicher Comic-Film. Lee betört mit einem hinreißenden Spiel aus Farben, mit wunderbar zärtlichen Momenten und auch mit herrlich spaßigem Krawall, wenn er Hulk freien Lauf lässt. Er überträgt die Bildstrukturen eines Comics radikal und konsequent auf seine Film-Bilder und auch seine oft stakkatoartige, sprunghafte Narration erinnert an die Erzählstrukturen eines Comics.

„Hulk“ ist ein schmerzlich verkanntes Meisterwerk.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Jennifer Connelly sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgeführt, Filme mit Nick Nolte unter Schauspieler.

Veröffentlichung (Auswahl): 4. November 2010 als Blu-ray im Quer-Steelbook, 24. Oktober 2008 als Blu-ray, 1. Juli 2004 als DVD, 27. November 2003 als 3-Disc Limited Edition DVD

Länge: 138 Min. (Blu-ray), 133 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch u. a.
Untertitel: Deutsch, Englisch u. a.
Originaltitel: Hulk
USA 2003
Regie: Ang Lee
Drehbuch: John Turman, Michael France, James Schamus, nach dem Marvel-Charakter von Stan Lee und Eric Kirby
Besetzung: Eric Bana, Jennifer Connelly, Sam Elliott, Josh Lucas, Nick Nolte, Cara Buono
Zusatzmaterial: keine Angabe
Vertrieb: Universal Pictures Germany GmbH

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Copyright 2015 by Simon Kyprianou
Packshots: © 2015 Universal Pictures Germany GmbH

 

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