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Schlacht in den Wolken – Abenteurer der Lüfte

12 Jun

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Aces High

Von Volker Schönenberger

Kriegs-Action // Ein Theaterstück über den Luftkampf im Ersten Weltkrieg – das klingt erst einmal widersprüchlich. Wie will man Lufteinsätze auf die Bühne bringen? Doch siehe da: R. C. Sherriffs 1928 entstandenes „Die andere Seite“ („Journey’s End“), auf dem „Schlacht in den Wolken“ beruht, handelt vielmehr von Angehörigen einer britischen Infanterieeinheit in den Schützengräben der Westfront. Erstmals verfilmte der ansonsten eher für Horrorfilme bekannten James Whale („Frankenstein“ „Das alte finstere Haus“) das Stück im Jahr 1930, sieben Jahre später folgte eine Adaption fürs britische Fernsehen.

Von den Schützengräben in den Luftkampf

„Schlacht in den Wolken“ von 1976 nun verlegt die Handlung von der Infanterie zur Luftwaffe – das Drehbuch verbindet das Theaterstück mit den unter dem Titel „Sagittarius Rising“ veröffentlichten Memoiren des englischen Kriegshelden Cecil Lewis: Auf Fronturlaub in der Heimat hält Major John Gresham (Malcolm McDowell) am Eton College 1916 einen Vortrag über seine Erfahrungen beim Royal Flying Corps und den Luftkampf gegen die Deutschen.

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Desillusioniert: Major Gresham

Ein Jahr später wird seiner Schwadron ein neuer Rekrut zugeteilt: der junge Lieutenant Croft (Peter Firth), den Gresham aus Eton kennt und dessen Schwester seine Freundin ist. Croft bekommt wegen seiner Unerfahrenheit am Boden und in der Luft bald Probleme. Ein anderer Kamerad, Lieutenant Crawford (Simon Ward), ist mit den Nerven am Ende und versucht, Kampfeinsätze zu vermeiden.

Malcolm McDowell führt erlesene Besetzung an

Als väterlicher Offizier Captain Sinclair ist Christopher Plummer zu sehen. Obendrein sind ein paar kleine Nebenrollen mit John Gielgud, Trevor Howard und Ray Milland ebenfalls erlesen besetzt. Dieses tolle Ensemble bietet dann auch hervorragendes Schauspiel. McDowell ragt hier etwas heraus. Die innere Zerrissenheit seiner Figur wird deutlich, sein Major Gresham schwankt zwischen Pflichtbewusstsein, Verantwortung für seine Untergebenen und Desillusioniertheit, weil seiner Einheit immer wieder junge und unerfahrene Piloten als Kanonenfutter zugeteilt werden.

Beeindruckende Flugsequenzen

Die Beziehungen der Protagonisten untereinander werden fein herausgearbeitet. Zu den großen Pluspunkten des Films zählen auch die hervorragenden Flugsequenzen. Etwas zu kurz kommt leider eine kritische Perspektive auf den Krieg als barbarische Tötungsmaschinerie. Über weite Strecken zeigt „Luftschlacht in den Wolken“ den Krieg als Abenteuer, zwar gefährlich, aber der Mannwerdung dienend.

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Die deutschen Piloten sind zähe Gegner

Gegen Ende wird diese Sicht etwas aufgebrochen, wenn bei einem Kampfeinsatz Piloten auf beiden Seiten abgeschossen werden und wie die Fliegen sterben. Man sieht sogar einen Engländer, der brennend und ohne Fallschirm aus seinem Flugzeug stürzt und am Boden aufprallt. Diese Tonalität hätte schon früher kommen können.

Deutsche Erstveröffentlichung?

Zur Sichtung lag mir die DVD vor, die mit sehr gutem Bild überzeugt. Die Studiocanal-Blu-ray und -DVD sind nach meiner Kenntnis die deutschen Erstveröffentlichungen des Films in diesen Formaten. Eine VHS mag es mal gegeben haben, ist mir allerdings nicht bekannt. „Schlacht in den Wolken“ ist zwar kein herausragender, aber doch ein anständiger Kriegsfilm, mit dessen Veröffentlichung Studiocanal durchaus eine Lücke schließt.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Malcolm McDowell sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

Veröffentlichung: 5. Februar 2015 als Blu-ray und DVD

Länge: 114 Min. (Blu-ray), 109 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 12
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch, Englisch, Französisch
Originaltitel: Aces High
GB/F 1976
Regie: Jack Gold
Drehbuch: Howard Barker, nach Vorlagen von R. C. Sherriff und Cecil Lewis
Besetzung: Malcolm McDowell, Christopher Plummer, Simon Ward, Peter Firth, John Gielgud, Trevor Howard, Ray Milland
Zusatzmaterial: Interviews mit Jack Gold und Malcolm McDowell, Aufnahmen von der Premiere, Die Restaurierung – Vergleich, Trailer, Wendecover
Vertrieb: Studiocanal Home Entertainment

Copyright 2015 by Volker Schönenberger
Fotos & Packshots: © 2015 Studiocanal Home Entertainment

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