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Battle for Skyark – Dystopie in preiswert

24 Jun

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Battle for Skyark

Gastrezension von Matthias Holm

Science-Fiction // Es war nur eine Frage der Zeit: Nachdem die Jugend-Dystopien trotz Rückschlägen wie „Hüter der Erinnerung“ mit der „Die Tribute von Panem“-Reihe oder auch mit „Maze Runner – Die Auserwählten im Labyrinth“ an den Kinokassen Erfolge feiern konnten, kommt mit „Battle for Skyark“ nun der erste Low-Budget-Vertreter dieses Genres.

Waisenkinder blieben zurück

Die Menschheit hat die Erde mehrheitlich verlassen. Sie ist nach Skyark gezogen, einer riesigen Stadt in der Umlaufbahn des Blauen Planeten. Doch nicht alle haben das Privileg, in Skyark zu wohnen: Waisenkinder zum Beispiel wurden auf der Erde zurückgelassen. Das schmeckte nicht allen, doch Aufständische wurden hart bestraft: Ihre Kinder werden für jede Sünde, die sie begangen haben, mit einem schwarzen Tatoo auf dem Arm gekennzeichnet und zum Sterben auf die Erde geschickt – dort leben inzwischen grausige Monster. Eines Tages kommt Rags (Caon Mortenson) auf die Erde. Sofort wird er von den überlebenden Kindern feierlich empfangen – unter ihnen geht die Legende, dass ein Junge mit 13 Zeichen am Arm ihnen die Freiheit bringen wird. Und Rags’ Vater hat 13 Sünden begangen …

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Über der Erde thront Skyark

„Battle for Skyark“ ist über weite Strecken ein ärgerlicher Film. Ich vermeide das Wort schlecht, denn er birgt viel Potenzial: Die Grundidee ist vielversprechend, während der Filmhandlung gibt es die eine oder andere nette Wendung und Skyark sieht, wenn die Kinder mal zum Himmel sehen, toll getrickst aus. Leider reicht das nicht für einen guten Film.

Zu wenig Skyark in „Battle for Skyark“

Wer hofft, mehr als nur ein paar Sekunden von der Stadt im Orbit zu sehen, wird enttäuscht. In „Battle for Skyark“ geht es nie um Skyark, sondern um das Überleben der Kinder auf der Erde. Die Schauspieler wirken durchweg recht hölzern – das ist in Ordnung für ihr Alter, aber bessere Darsteller hätten dem Film eine größere emotionale Fallhöhe geben können.

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Mit dieser Kapsel kommen die Kinder zur Erde

Die fehlt nämlich komplett. Auch wenn es um den Überlebenskampf in den Überresten der Zivilisation geht, ist dem Zuschauer das recht egal. Ich war sogar eher erleichtert, dass relativ früh im Film die kleinsten Kinder aus dem Film verschwinden – man mag mich für grausam halten, aber die wenige Zeit, die sie auf dem Schirm waren, haben diese Figuren genervt.

Zum Monster werden

Trotz seiner moderaten Länge ist der Film zudem zäh wie Kaugummi. Rags’ Wandlung vom normalen Teenager zum Kämpfer für die richtige Sache dauert viel zu lange. Und die Moral am Ende? „Um Monster zu bekämpfen, musst du selbst zum Monster werden.“ Na vielen Dank auch.

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Rags soll zum Erlöser werden

Stichwort „bekämpfen“: Die Kämpfe haben etwas Tölpelhaftes. Das ist sogar als Kompliment gemeint – immerhin kämpfen hier Teenager. Aber warum bleibt Rigs’ Schwert auch nach dem Durchbohren einer Kehle komplett frei von Blut? Ob ein höherer Gewaltgrad den Film aufgewertet hätte, bleibt zu bezweifeln – geschadet hätte es allerdings nicht.

„Battle for Skyark“ leidet einfach zu sehr unter seinem geringen Budget und dramaturgischen Mängeln. Simon Hung sollte vielleicht als nächstes versuchen, das Drehbuch eines anderen Schreibers umzusetzen. Talent hat der Mann bei seinem Langfilmdebüt bewiesen, es gibt ausreichend Szenen, die schön fotografiert und atmosphärisch sind. Und vielleicht kommt ja auch so genügend Geld für die am Ende angeteaserte Fortsetzung zusammen, dann bitte auch endlich auf Skyark. Bis dahin können wir uns nach „Elysium“ begeben.

Veröffentlichung: 9. Juni 2015 als Blu-ray und DVD

Länge: 88 Min. (Blu-ray), 85 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 12
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Battle for Skyark
USA 2015
Regie: Simon Hung
Drehbuch: Simon Hung
Besetzung: Caon Mortenson, Garret Coffey, Taylor Coliee, Luke Davis, Chantal Thuy
Zusatzmaterial: Die Welt von „Battle for Skyark”, Interviews, Trailer, Wendecover
Vertrieb: Ascot Elite Home Entertainment

Copyright 2015 by Matthias Holm

Fotos, Packshots & Trailer: © 2015 Ascot Elite Home Entertainment

 
 

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2 Antworten zu “Battle for Skyark – Dystopie in preiswert

  1. Mic

    2015/06/24 at 12:47

    Der Trailer sieht definitiv nicht schlechter aus (von den Effekten mal abgesehen) als die Maze Runners & Co. dieser Welt. Hoffentlich wird das cutten von Trailern in Billigschmieden gut bezahlt, die Jungs und Mädels machen einen hervorragenden Job!

     
    • Matthias

      2015/07/03 at 20:55

      Rein vom Potenzial her ist der Film auch nicht unbedingt schlechter – einfach nur weniger durchdacht. Leider verrät der Trailer schon ungefähr 80 Prozent der Twists, aber ja, der ist schon gut geschnitten.

       

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