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Clint Eastwood (VIII): Agenten sterben einsam – Himmelfahrtskommando in den Alpen

04 Jul

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Where Eagles Dare

Kriegs-Action // Obwohl – oder gerade weil? – Clint Eastwood 1968 bereits ein Superstar war, war er seinerzeit offenbar nicht vor gewissen Eitelkeiten gefeit: Weil der alte Recke Richard Burton offiziell als Hauptdarsteller von „Agenten sterben einsam“ agierte, sicherte sich Eastwood im Gegenzug für seinen Job als Co-Star die für damalige Verhältnisse astronomische Gage von 800.000 Dollar – Burton erhielt 1,2 Millionen Dollar. Der Actionfilm sollte die damals etwas stockende Karriere von Burton wieder ins Laufen bringen, weshalb die Produzenten mit Alistair MacLean einen versierten Thrillerautor engagierten, der bereits die Romanvorlagen zu „Die Kanonen von Navarone“ (1961) und „Eisstation Zebra“ (1968) geliefert hatte. Zu „Agenten sterben einsam“ schrieb MacLean ein Originaldrehbuch, das er erst im Anschluss zu einem Roman adaptierte.

Per Fallschirm in die Bergwelt

Burton spielt Major Smith, der im Kriegswinter 1943/1944 einen britischen Kommandotrupp führt. Dabei ist auch der US-Elitesoldat Lieutenant Schaffer (Eastwood). Per Fallschirm springen die Männer aus dem Flugzeug über den Alpen ab, wobei sich einer von ihnen das Genick bricht. Die übrigen sammeln sich und gelangen ins Alpendorf Werfen. Dort findet ein weiterer ihrer Kameraden den Tod. Trotz dieser und anderer Widrigkeiten gelingt es Smith, Schaffer & Co. schließlich, in die Alpenfestung Schloss Adler einzudringen. Dort halten die Deutschen einen US-General gefangen, der Kenntnisse über die Invasionspläne der Alliierten hat.

„Agenten sterben einsam“ lebt mit für damalige Verhältnisse ausufernden 1.472 Schnitten von seiner rasanten Action mit permanenten Schusswechseln und Detonationen. Obendrein gilt der Film als derjenige mit dem höchsten Body Count in Clint Eastwoods Karriere, auch wenn die genaue Zahl im Netz variiert (und ich beim Schauen zu faul zum Zählen war). Auf der Habenseite stehen darüber hinaus pittoreske Schauplätze, die beiden charismatischen Stars und die wendungsreiche Story, auch wenn man in puncto Logik ein paar Mal ein Auge zudrücken muss.

So soll Action sein

Als Schloss Adler diente die Festung Hohenwerfen im Salzburger Land, die atemraubende Seilbahnsequenz wurde in der Feuerkogelseilbahn gedreht. Die winterliche Alpenwelt ist perfekt in Szene gesetzt, „Agenten sterben einsam“ ist keineswegs vom modernen Actionkino überrollt worden, sondern lässt sich auch nach bald 50 Jahren als kerniges Männer-Abenteuer ganz wunderbar genießen.

Zur Sichtung lag mir die deutsche DVD vor, Bild und Ton sind solide, ohne überragend zu sein. Über die 2010 erschienene Blu-ray kann ich keine Auskunft liefern.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme von oder mit Clint Eastwood sind in unserer Rubrik Regisseure aufgelistet.

Veröffentlichung: 4. Juni 2010 als Blu-ray, 23. Oktober 2003 als DVD

Länge: 155 Min. (Blu-ray), 151 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch u. a.
Untertitel: Deutsch, Englisch u. a.
Originaltitel: Where Eagles Dare
GB/USA 1968
Regie: Brian G. Hutton
Drehbuch: Alistair MacLean
Besetzung: Richard Burton, Clint Eastwood, Mary Ure, Donald Houston, Peter Barkworth, Robert Beatty, Brook Williams, Derren Nesbitt, Ingrid Pitt
Zusatzmaterial: keine Angabe
Vertrieb: Warner Home Video

Copyright 2015 by Volker Schönenberger
Packshot: © 2010 Warner Home Video

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