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From Hell – Johnny Depp jagt Jack the Ripper

13 Jul

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From Hell

Von Volker Schönenberger

One day men will look back and say I gave birth to the Twentieth Century. (Jack the Ripper zugeschriebenes Zitat, zu Beginn des Films eingeblendet)

Horrorthriller // Ah – Jack the Ripper. Eine der großen mythischen Gestalten der Kriminalgeschichte. Der Serienkiller trieb 1888 im heruntergekommenen Londoner Stadtteil Whitechapel sein Unwesen und meuchelte auf bestialische Weise Frauen, meist Prostituierte. Mindestens fünf Morde werden ihm zugeschrieben, womöglich waren es mehr. Der Täter wurde nie gefasst. Um die Identität von Jack the Ripper ranken sich diverse Theorien.

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Die Prostituierten von Whitechapel leben in Angst

Bei aller Entsetzlichkeit der Taten war es doch zwangsläufig so, dass die sagenumwobene Gestalt Einzug in die populäre Kultur halten würde. Judas Priest widmeten dem Serienmörder 1976 auf ihrem Album „Sad Wings of Destiny“ den Song „The Ripper“ – nicht die einzige musikalische Umsetzung.

Auch Klaus Kinski war schon mal Jack the Ripper

Filmische Adaptionen des Rippers unseligen Treibens gibt es einige. In „Sherlock Holmes’ größter Fall“ („A Study in Terror“, 1965) untersuchte Arthur Conan Doyles von John Neville verkörperter Meisterdetektiv den Fall. Trashfilmer Jess Franco würzte seine Adaption „Jack the Ripper – Der Dirnenmörder von London“ 1976 mit viel nackter Haut, ließ Klaus Kinski in der Titelrolle aber etwas lustlos agieren. Michael Caine spielte den Ermittler Inspector Abberline im herausragenden TV-Zweiteiler „Jack the Ripper – Das Ungeheuer von London“ („Jack the Ripper“, 1988).

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Mary Kelly wird von ihren „Beschützern“ bedrängt

Von Alan Moore (Autor) und Eddie Campbell (Zeichnungen) stammt die großartige Graphic Novel „From Hell“, auf der die Verfilmung der Hughes Brothers („Menace II Society“, 1993) beruht. Gastautor Matthias Holm hat den Comic andernorts vorgestellt. Der Film beginnt mit Inspector Abberline (Johnny Depp), der sich sorgfältig eine Opiumpfeife bereitet. Alsdann wechselt die Szenerie in die Straßen des Whitechapel-Distrikts, wo sich allerlei armes Volk herumtreibt.

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Inspector Abberline frönt dem Absinth …

Die Hure Mary Kelly (Heather Graham) muss sich geldgieriger „Beschützer“ erwehren. Kurz darauf beobachtet sie, wie ihre Freundin Ann Crook (Joanna Page) von einigen Männern verschleppt wird. Offenbar hatte Ann zuvor Sex mit einer hochrangigen Persönlichkeit. Etwas später wird eine Prostituierte in einen Hauseingang gezerrt und dort abgestochen. Schnell geschieht ein zweiter Mord.

Verschwörung der Freimaurer?

Abberline und sein Assistent Sergeant Peter Godley (Robbie Coltrane) stoßen auf Sir William Gull (Ian Holm), einen hoch angesehenen Arzt, der auch die Königsfamilie betreut. Gull ist Freimaurer wie Abberlines Vorgesetzter Sir Charles Warren (Ian Richardson), der die Ermittlungen auffällig behindert.

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… und dem Opium

Auch Sir William Gull gab es wirklich. „From Hell“ offeriert in Graphic Novel wie filmischer Adaption eine Lösung des Jack-the-Ripper-Falls, die eine Weile kursierte und auch die oben erwähnte Verfilmung mit Michael Caine abschließt. Sie wird heute aber als unwahrscheinlich angesehen.

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Jack the Ripper hat wieder zugeschlagen

Mit seinen sorgfältig zusammengestellten Kostümen und Kulissen hätte sich „From Hell“ durchaus einen Ausstattungs-Oscar verdient gehabt (Nominierungen gab’s aber keine). Einige Gassen in Prag fungierten bei den Dreharbeiten als Straßen von Whitechapel. Dank der vorzüglichen Besetzung zeigt der Film hervorragende Schauspielkunst. Obgleich ein Ensemble-Film, fokussiert „From Hell“ doch stark auf Inspector Abberline, den Johnny Depp als zerbrochenen Drogensüchtigen feinfühlig spielt. Die Hure Mary Kelly erinnert ihn offenbar an seine verstorbene Frau, weshalb er sie retten will.

Alan Moore war nicht sehr angetan

Zwar haben wir es nicht mit einem herkömmlichen „Wer war der Täter?“-Krimidrama zu tun, dennoch bleibt man allein schon deshalb gern dran, um zu erfahren, welche Verwicklungen und Verschwörungen zu den Whitechapel-Morden geführt haben. Alan Moore soll zwar nicht sehr erbaut von der filmischen Umsetzung seiner Story gewesen sein, das ändert aber nichts daran, dass „From Hell“ ein klasse gespieltes und formidabel ausgestattetes Schauerstück mit herrlicher viktorianischer Atmosphäre ist.

Zu Matthias Holms Rezension der Graphic Novel geht’s auch hier. Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Johnny Depp sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

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Kann Abberline ihn endlich stoppen?

Veröffentlichung: 23. Oktober 2009 als Blu-ray, 28. November 2005 als DVD

Länge: 122 Min. (Blu-ray), 117 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch u. a.
Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch u. a.
Originaltitel: From Hell
USA 2001
Regie: The Hughes Brothers (Albert & Allen Hughes)
Drehbuch: Terry Hayes, Rafael Yglesias, nach der Graphic Novel von Alan Moore und Eddie Campbell
Besetzung: Johnny Depp, Heather Graham, Ian Holm, Robbie Coltrane, Ian Richardson, Jason Flemyng, Katrin Cartlidge, Susan Lynch
Zusatzmaterial: Audiokommentare der Hughes Brothers, 20 unveröffentlichte Szenen mit zuschaltbaren Regisseur-Kommentaren, alternatives Ende, Trailer
Vertrieb: Twentieth Century Fox Home Entertainment

Copyright 2015 by Volker Schönenberger
Packshots & Fotos: © 2015 Twentieth Century Fox Home Entertainment

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