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Archiv für den Monat Juli 2015

The Vatican Tapes – Lächerlicher Exorzismus

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The Vatican Tapes

Kinostart: 30. Juli 2015

Gastrezension von Simon Kyprianou

Horror // Angela Holmes (Olivia Taylor Dudley) ist von einem Dämon besessen. Zuerst landet sie in der Nevenheilanstalt, die sie bald auf den Kopf stellt. Dann versuchen ihr Vater Roger (Dougray Scott) und der Priester Lozano (Michael Peña) einen Exorzismus.

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Ist Angela besessen?

„The Vatican Tapes“ funktioniert als herausragendes Beispiel für die Krise, in der das Horrorkino zurzeit steckt: schnell und billig in der Produktion und dadurch mühelos imstande, Gewinn abzuwerfen. Der Found-Footage-Stil ist nur formale Spielerei, wird inhaltlich nicht begründet. Ein Bewusstsein für die Figuren sucht man vergebens. Auch Angst und Schrecken löst der Film nicht aus. „Vatican Tapes“ ist nur interessiert am schnellen Erschrecken. Hier ein Jump Scare, dort ein lautes Dröhnen, mehr ist nicht zu finden. Um den Schlaf bringen wird das keinen Zuschauer.

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Ihr Vater Roger ist besorgt

Regisseur Mark Neveldine ist ja grundsätzlich ein durchaus interessanter Filmemacher, hat zusammen mit Brian Taylor aus den beiden „Crank“-Filmen mit Jason Statham und „Gamer“ mit Gerard Butler hochkinetisches Bewegungskino gemacht, das durchaus seinen Reiz hat. Vielleicht sollte man ihm raten: Schuster, bleib bei deinen Action-Leisten! „The Vatican Tapes“ ist hässliches, schlechtes und einfach grundfalsches Kino. Unbeholfen und ohne jede sinnliche Qualität inszeniert, dafür mit einem erzkonservativ katholischen Gestus versehen, gleitet Neveldine der Exorzismus ab in die Lächerlichkeit.

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Vater Lozano will der jungen Frau helfen

Michael Paré bei „Die Nacht der lebenden Texte“:

Das Philadelphia Experiment (1984)
Straßen in Flammen (1984)
Moon 44 (1990)
Bone Tomahawk (2015)
The Good, the Bad and the Dead (2015)
The Vatican Tapes (2015)
Abattoir – Er erwartet dich! (2016)

Länge: 91 Min.
Altersfreigabe: FSK 16
Originaltitel: The Vatican Tapes
USA 2015
Regie: Mark Neveldine
Drehbuch: Christopher Borrelli, Michael C. Martin
Besetzung: Olivia Taylor Dudley, Michael Peña, Dougray Scott, Kathleen Robertson, Djimon Hounsou, Michael Paré, Noemi Gonzalez
Verleih: Universum Film / 24 Bilder

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Angela küsst das Kreuz – ein gutes Zeichen?

Copyright 2015 by Simon Kyprianou
Filmplakat & Fotos: © 2015 Universum Film / 24 Bilder

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Rurouni Kenshin – Kyoto Inferno: Ernsthaftigkeit und Einsatz erhöht

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Rurôni Kenshin: Kyôto taika-hen

Gastrezension von Matthias Holm

Abenteuer // Kenshin (Takeru Satô) lebt mit seinen Gefährten nach den Geschehnissen des ersten Teils in Tokio. Eines Tages wird er zum Innenminister zitiert: Der Samurai Shishio (Tatsuya Fujiwara) will Kyoto angreifen und damit ein Zeichen gegen die Meiji-Regierung setzen. Kenshin soll Shishio stoppen, bevor es zur Katastrophe kommt.

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Shishio will Kyoto brennen sehen

Konnten wir als Zuschauer im ersten Teil Kenshin und seine Vergangenheit in Ruhe kennenlernen, drückt der zweite Teil „Kyoto Inferno“ schnell das Gaspedal durch. Es dauert nicht lange, bis das erste Mal die Schwerter gezückt werden und aufeinanderklirren. Dabei fällt dem geneigten Zuschauer etwas auf: Die Kämpfe sind weiterhin schön choreografiert, auch den Manga-Ursprung sieht man nur vereinzelt. Allerdings fehlt den Kämpfen eine gewisse Intensität. Ich erwarte keine Action wie in „The Raid 2“, aber das Krachende hat ein wenig gefehlt.

Ein Schurke wie der Joker

Warum das so auffällt, hat allerdings einen einfachen Grund: Der Film ist von Beginn an deutlich atmosphärischer als sein Vorgänger. Bereits die erste Szene, in der Shishio eingeführt wird, ist unbequem und grausam – also perfekt für einen Bösewicht. Generell erinnert der aus „Battle Royale“ und „Wara no tate – Die Gejagten“ bekannte Tatsuya Fujiwara als Bösewicht mit seinen Absichten und Methoden ein wenig an Heath Ledgers Joker. Auch der wollte Chaos säen und Batman zum Töten zwingen. Nun ist Ledger mit dem Joker unsterblich geworden, und Fujiwara kann auch nicht gegen die Verbände in seinem Gesicht anspielen. Aber er ist auf jeden Fall ein deutlich besserer Antagonist als Jine Udo aus dem ersten Teil.

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Mehrere Gegner? Kein Problem für Battosai

Zudem kommt noch mit Aoshi Shinomori (Yûsuke Iseya) eine weitere Figur in den Film, der mit Sicherheit nichts Gutes im Schilde führt. Aoshis Rolle im Verlauf des dritten Films dürfte interessant werden. Auch die bekannten Figuren mischen wieder mit, Kaoru (Emi Takei) darf sogar beim großen Endkampf dabei sein. Nur der Streithahn Sanosuke (Munetaka Aoki) nervt diesmal. Er ist ein typischer Comic Relief, was aber zu dem ernsten Tonfall des zweiten Teils nur bedingt passt.

Gespannt auf den Abschluss der Trilogie

Ernsthaftigkeit angezogen und den Einsatz erhöht – aus dieser Sicht macht „Kyoto Inferno“ für ein Sequel alles richtig. Dazu kommt noch ein Cliffhanger, der wirklich Lust auf das Finale macht. Wenn dann noch die Kämpfe an Intensität gewinnen, haben wir eine wirklich tolle Trilogie bekommen.

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Kommt ein Kenshin geflogen

Die Filme der Rurouni Kenshin Trilogy:

Rurouni Kenshin (Rurôni Kenshin: Meiji kenkaku roman tan, 2012)
Rurouni Kenshin – Kyoto Inferno (Rurôni Kenshin: Kyôto taika-hen, 2014)
Rurouni Kenshin – The Legend Ends (Rurôni Kenshin: Densetsu no saigo-hen, 2014)

Veröffentlichung: 31. Juli 2015 als Blu-ray und DVD, 24. April 2015 im Mediabook als Bestandteil der Rurouni Kenshin Trilogy

Länge: 140 Min. (Blu-ray), 134 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Japanisch
Untertitel: Deutsch, Niederländisch
Originaltitel: Rurôni Kenshin: Meiji kenkaku roman tan
JAP 2014
Regie: Keishi Ohtomo
Drehbuch: Kiyomi Fujii, Keishi Ohtomo, nach einem Manga von Nobuhiro Watsuki
Besetzung: Takeru Satô, Emi Takei, Tatsuya Fujiwara, Yû Aoi, Min Tanaka, Yôsuke Eguchi, Yûsuke Iseya, Munetaka Aoki
Zusatzmaterial: Cast Interviews, Premieren & Events, Teaser, Trailer & TV-Spots, Wendecover
Vertrieb: Splendid Film / WVG

Rurouni Kenshin Trilogy - Mediabook

Copyright 2015 by Matthias Holm
Fotos: © Nobuhiro Watsuki / Shueisha & © 2014 Rurouni Kenshin Kyoto Inferno Film Partners
Packshots: © 2015 Splendid Film / WVG

 

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The Killing – Die komplette dritte Staffel: Neuanfang ohne Lund im Gepäck

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The Killing – Season 3

Gastrezension von Andreas Eckenfels

Krimiserie // Es lässt sich nicht immer vermeiden: Meist aufgrund guter Kritiken oder der zum Zeitpunkt besseren Verfügbarkeit greift man ab und an doch zum Remake, bevor man das Original gesehen hat. Bei Kinofilmen mag das nicht ganz so schlimm sein: Will man die Vorlage doch noch nachholen, opfert man erneut nur knapp zwei Stunden seiner Zeit, um die gleiche Geschichte noch einmal zu erleben. Bei TV-Serien ist das aufgrund der Laufzeit schon eine andere Sache. Vier Serien-Neuinterpretationen habe ich in letzter Zeit ohne Kenntnis des Originals gesehen: „Shameless“, „House of Cards“, „Homeland“ – und „The Killing“.

Sarah Linden (Mireille Enos) and Stephen Holder (Joel Kinnaman) - The Killing - Season 3 - Gallery - Photo Credit: Frank Ockenfels 3/AMC

Linden und Holden wieder vereint (Foto: Frank Ockenfels 3 / AMC)

Viele Fans waren nach Ende der ersten Staffel von „The Killing“ enttäuscht: Anders als in der dänischen Vorlage „Kommissarin Lund – Das Verbrechen“ wurde der Mord an Rosie Larsen noch nicht aufgeklärt. Der Täter wurde erst in Staffel zwei dingfest gemacht. Somit geht die zwölfteilige dritte Staffel ohne alten Ballast und ohne inhaltliche Verbindung zur Originalserie an den Start.

Alter Fall neu aufgerollt

Ein Jahr ist seit dem Rosie-Larsen-Fall vergangen. Sarah Linden (Mireille Enos) hat die Mordkommission verlassen. Doch das bleibt nicht lange so: Nach dem Mord an einer minderjährigen Prostituierten entdeckt Lindens Ex-Kollege Detective Stephen Holder (Joel Kinnaman) einige Parallelen zu einem ähnlichen Fall, den Linden schon vor Jahren abgeschlossen hat. Handelt es sich um einen Nachahmungstäter? Sitzt der angebliche Serienmörder Ray Seward (Peter Sarsgaard) vielleicht zu Unrecht in der Todeszelle? Linden und Holden rollen den alten Fall auf.

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Grausamer Fund

Es regnet nicht mehr so häufig wie in den vorangegangen Staffeln. Düster bleibt der Himmel über Seattle aber dennoch – ebenso wie die Handlung, die diesmal auf drei verschiedenen Ebenen abläuft.

Krimi, Sozialdrama und Knasteinblicke

Da ist zum einen der Kriminalfall, bei dem Linden und Holden einem brutalen Serientäter auf die Schliche kommen. Bei den im Detail beschriebenen Morden werden biedere „Tatort“-Gucker sicherlich ihre Probleme haben. Linden und Holden sind inzwischen zu einem der stärksten TV-Ermittlerduos herangereift. Beide respektieren einander als Partner. Sie kennen die Fehler ihres Gegenübers, ohne darüber zu urteilen.

Die mit einem außergewöhnlichen Gesicht ausgestattete Mireille Enos erhielt für ihre Leistung bereits eine Golden-Globe-Nominerung, durfte zudem in „World War Z“ Brad Pitts Leinwandfrau geben. Auch Joel Kinnaman spielte sich durch seine Rolle in „The Killing“ nach oben: Er wurde zum neuen „RoboCop“ und ist demnächst im DC-Comic-Abenteuer „Suicide Squad“ als Rick Flagg dabei.

Lyric (Julia Sarah Stone), Twitch (Max Fowler), Bullet (Bex Taylor-Klaus) and Kallie Leeds (Cate Sproule) - The Killing - Season 3 - Gallery - Photo Credit: Frank Ockenfels 3/AMC

Wer hat es auf die Straßenkinder abgesehen? (Foto: Frank Ockenfels 3 / AMC)

Standen in den vorigen Staffeln politische Intrigen im Vordergrund, rückt Staffel drei das Sozialdrama stärker in den Fokus. Das harte Leben der Straßenkinder, die teils durch überforderte oder drogensüchtige Eltern dort gelandet sind, wird ungeschönt gezeigt.

Auf der dritten Handlungsebene wartet Peter Sarsgaard als Ray Seward auf seine baldige Hinrichtung. Sarsgaard spielt den Todgeweihten großartig, er hat seine Probleme mit Mitgefangenen sowie Wärtern und kann sich auch hinter Gittern noch blutig zur Wehr setzen.

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Nervlich am Ende: Ray in der Todeszelle

Der öffentliche Druck auf Linden und Holden, den Fall schnell zur Aufklärung zu bringen, ist nicht mehr so groß. Wen interessiert schon ein totes Straßenkind? Das tut der Spannung keinen Abbruch. Viele Wendungen und großartige Darsteller halten auch Fans von „Kommissarin Lund“ in Atem. Dem Original werde ich sicher bald einen Besuch abstatten.

Veröffentlichung: 16. Juli 2015 als Blu-ray und DVD

Länge: 516 Min. (Blu-ray und DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch, Englisch
Originaltitel: The Killing – Season 3
USA 2013
Regie: Ed Bianchi, Jonathan Demme, Keith Gordon u.a.
Drehbuch: Veena Sud
Besetzung: Mireille Enos, Joel Kinnaman, Bex-Taylor-Klaus, Julia Sarah Stone, Max Fowler, Peter Sarsgaard
Zusatzmaterial: keins
Vertrieb: Pandastorm Pictures / Studiocanal Home Entertainment

Copyright 2015 by Andreas Eckenfels

Fotos, Packshots & Trailer: © 2015 Pandastorm Pictures

 

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