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Archiv für den Monat August 2015

Mein Leben mit Robin Hood – Errol Flynns Liebelei

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The Last of Robin Hood

Gastrezension von Simon Kyprianou

Drama // „Mein Leben mit Robin Hood“ betrachtet die skandalträchtige Beziehung zwischen Errol Flynn (Kevin Kline) und der jungen Beverly (Dakota Fanning), die mit gefälschten Papieren Arbeit beim Warner-Bros.-Studio findet, wo sich der alternde Leinwandstar und der Teenager kennenlernen. Beverlys Mutter Florence (Susan Sarandon) begrüßt und fördert die Beziehung zwar, die Gesellschaft aber betrachtet Flynns Liebe zu der jungen Frau äußerst argwöhnisch. Das bringt das Leben aller Beteiligten aus dem Gleichgewicht.

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Alternder Star …

„Mein Leben mit Robin Hood“ ging in Deutschland völlig unter. Man findet beinahe keine Rezensionen, und auch die Zuschauerbewertungen auf den einschlägigen Filmportalen sind knapp bemessen. Wunderlich, bei einem Film von Wash Westmoreland und dem leider kürzlich verstorbenen Richard Glatzer, deren letzter Film „Still Alice“ doch ein viel beachteter Erfolg war. „Mein Leben mit Robin Hood“ wurde bereits vor „Still Alice“ fertiggestellt, in Deutschland aber jetzt erst veröffentlicht, wohl als Reaktion auf den Erfolg von „Still Alice“, aber ganz ohne Kinoauswertung, nur auf dem Heimkinomarkt und das gar nur als DVD.

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… trifft junge Frau

Das Schauspieler-Biopic ist sicherlich kein schlechter Film. Wundervoll ausgestattet, vom ideal besetzten Kevin Kline wunderbar gespielt, souverän erzählt, alles stimmt also. Zwar haftet „Mein Leben mit Robin Hood“ eine formelhafte Langeweile an, eine erzählerische Langeweile, die vielen Biopics anhaftet, die schlicht Situation für Situation im Leben eines Menschen nachbuchstabieren. Er verdichtet sich nicht auf einen kurzen Zeitraum oder ein besonderes politisches Ereignis wie kürzlich „Selma“, er erzählt nicht so lebendig und aufrichtig wie „Mr. Turner – Meister des Lichts“. Aber dennoch ist „Mein Leben mit Robin Hood“ ein annehmbarer Film, der ein wenig mehr Beachtung zweifellos verdient hätte.

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Beverlys Mutter ist von Errol Flynn angetan

Veröffentlichung: 6. August 2015 als DVD

Länge: 87 Min.
Altersfreigabe: FSK 12
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch u. a.
Untertitel: Deutsch, Englisch u. a.
Originaltitel: The Last of Robin Hood
USA 2013
Regie: Richard Glatzer, Wash Westmoreland
Drehbuch: Richard Glatzer, Wash Westmoreland
Besetzung: Kevin Kline, Dakota Fanning, Susan Sarandon, Sean Flynn, Max Casella
Zusatzmaterial:
Vertrieb: Universal Pictures Germany GmbH

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Der Skandal zermürbt den Filmstar

Copyright 2015 by Simon Kyprianou
Fotos & Packshot: © 2015 Universal Pictures Germany GmbH

 

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Jean-Claude Van Damme (III): Harte Ziele – John Woos Menschenjagd in New Orleans

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Hard Target

Action // Einer der super-blutdürstigen Actionfilme dieses Sommers – einer, der die Chance hat, aus dem Genre herauszuragen, schrieb die Kritikerin der „New York Times“ im August 1993 über John Woos Hollywood-Debüt. Das ist nicht übertrieben. Der chinesische Regisseur solch stilbildender Gewalt-Epen wie „The Killer“, „Bullet in the Head“ und „Hard Boiled“ lieferte auch mit „Harte Ziele“ viel Brutalität ab, sodass die – der deutschen FSK vergleichbare – MPAA dem Film erst in gekürzter Form und im siebten Anlauf das R-Rating erteilte. In Deutschland steht diese Schnittversion ebenso wie die Unrated-Fassung auf dem Index.

Van Damme als Matrose auf Jobsuche

In den Straßen von New Orleans sucht Natasha (Yancy Butler) nach ihrem Vater. Als sie von Ganoven angegriffen wird, kommt ihr der arbeitslose Matrose Chance Boudreaux (Jean-Claude Van Damme mit schickem 80er-Vokuhila) zu Hilfe. Kaum hat er die Angreifer vertrieben, engagiert ihn Natasha, mit ihr ihren Vater zu finden. Die Spur führt zum Millionär Fouchon (Lance Henriksen). Der veranstaltet mit seinem ruchlosen Assistenten van Cleef (Arnold Vosloo) für seine Freunde Treibjagden auf Obdachlose. Schnell fühlt sich Fouchon von Chance und Natasha gestört. Die beiden geraten ebenfalls auf seine Abschussliste.

Mit „Harte Ziele“ gab Regisseur John Woo eindrucksvoll seine Visitenkarte in Hollywood ab. Sein US-Debüt gilt vielen Actionfans trotz „Face/Off – Im Körper des Feindes“ (1997) und „Mission: Impossible II“ (2000) als sein bester Hollywoodfilm. 2008 kehrte er für das Epos „Red Cliff“ in seine asiatische Heimat zurück, wo er seitdem wieder als Filmemacher arbeitet.

Eine furiose Gewaltorgie

Woos Markenzeichen sind furios choreografierte Actionsequenzen und exzessive Bleiorgien. Beides kommt ausgiebig in „Harte Ziele“ zum Tragen, wunderbar ergänzt durch die Körperbeherrschung Jean-Claude Van Dammes, die Woo kunstvoll in Szene setzt. Der belgische Karateka mit Balletausbildung mischt gekonnt seine Kontrahenten auf und darf sogar einer Klapperschlange die Klapper abbeißen, um das nun tonlose Kriechtier als tödliche Falle einzusetzen. Lance Henriksen und Arnold Vosloo brillieren als Gegenspieler. Apropos Schlange: An sich war für Van Dammes Rolle Kurt „Snake Plissken“ Russell vorgesehen, aus Termingründen war der aber nicht verfügbar.

Missstimmung bei den Dreharbeiten?

Aufgrund des Kassenerfolgs von „Harte Ziele“ beabsichtigten die produzierenden Studios, Regisseur Woo einen weiteren Actionthriller mit Van Damme inszenieren zu lassen. Die beiden hatten sich beim Dreh allerdings nicht allzu gut verstanden, sodass es nicht dazu kam – der Belgier hatte recht viel Einfluss auf die Endfassung von „Harte Ziele“ geltend gemacht.

Das Lexikon des internationalen Films war wieder einmal nicht amüsiert und bescheinigte „Harte Ziele“, lediglich an der Vorführung ausgeklügelter Tötungsarten und neuester Handfeuerwaffen interessiert und darüber hinaus menschenverachtend zu sein sowie aufgrund der unverhohlenen Aufforderung zur Selbstjustiz gewaltverherrlichend zu wirken. Vor dem Hintergrund eines absurden Männlichkeitswahns entziehe sich der Film jedem inhaltlichen Diskurs. Zum Teil ist das nicht zu leugnen, dennoch: Jawohl, die Einschätzung als Woos bester Hollywoodfilm kommt nicht von ungefähr.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Jean-Claude Van Damme sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

Länge: 99 Min. (Blu-ray), 95 Min. (DVD)
Altersfreigabe: SPIO/JK geprüft: strafrechtlich unbedenklich
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch u. a.
Untertitel: Deutsch, Englisch u. a.
Originaltitel: Hard Target
USA 1993
Regie: John Woo
Drehbuch: Chuck Pfarrer
Besetzung: Jean-Claude Van Damme, Lance Henriksen, Arnold Vosloo, Yancy Butler, Kasi Lemmons, Robert Apisa, Chuck Pfarrer

Copyright 2015 by Volker Schönenberger

 

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Rurouni Kenshin – The Legend Ends: Abschied mit flammenden Schwert

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Rurôni Kenshin: Densetsu no saigo-hen

Gastrezension von Matthias Holm

Abenteuer // Am Ende des zweiten Teils sahen wir Kenshin (Takeru Satô) bewusstlos am Strand liegen. Dort wurde er von einer mysteriösen Person aufgelesen – die entpuppt sich als sein Lehrmeister Seijuro Hiko (Masaharu Fukuyama). Kenshin befindet sich nach seiner Niederlage gegen Sôjirô Seta (Ryûnosuke Kamiki) immer noch in einer Krise. Um auch nur den Hauch einer Chance gegen Shishio (Tatsuya Fujiwara) zu haben, muss er die letzte Technik seiner Kampfkunst lernen.

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Kenshin trifft in seinem letzten Kampf …

Dieses Motiv kennt man bereits aus diversen anderen Samurai-Filmen. Doch zum Glück nimmt Kenshins Krise nicht allzu viel Platz in der Geschichte ein, schließlich will der große Bösewicht bezwungen werden. Der finalen Schlacht wird sogar fast ein Viertel der gesamten Laufzeit gewidmet – für genug Action ist also gesorgt.

Sanosuke kämpft gegen Mönch

Das führt allerdings dazu, dass einige Figuren vernachlässigt werden. Gerade Aoshi Shinomori (Yûsuke Iseya) verkommt nach seinem intensiven Auftreten im zweiten Teil mehr zu einer Fingerübung für Kenshin auf dem Weg zum Endkampf. Immerhin scheinen die Macher bemerkt zu haben, dass Sanosuke (Munetaka Aoki) zu sehr zur Witzfigur verkommen ist. Er darf am Ende einen schönen Kampf gegen einen buddhistischen Mönch führen.

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… auf den wahnsinnigen Shishio

Generell hat der Showdown auf Shishios Schiff gewisse Parallelen zur Stürmung der Villa aus dem ersten Teil, was die Figurenkonstellationen und die Kämpfe angeht. Diese Ähnlichkeit geht so weit, dass an derselben Stelle wie im ersten Teil ein Maschinengewehr zum Einsatz kommt. Doch zum Glück schreitet Shishio rechtzeitig ein, um die Angelegenheit selbst zu regeln – und wie er das macht!

Weniger übernatürliche Kampfelemente

Der letzte Kampf ist einfach superb choreografiert und stets übersichtlich – obwohl teils sehr viel gleichzeitig geschieht. Auch wurden die übernatürlichen Wuxia-Elemente aus den vorherigen Filmen extrem zurückgeschraubt. Einzig das flammende Schwert des Antagonisten kann man mit Physik nicht wirklich erklären.

Der Abschied von Kenshin fällt schwer. Schließlich hat der tapfere Recke uns eine wunderbare Trilogie geschenkt, die sowohl als Geschichtsstunde als auch als Abenteuerfilm hervorragend unterhält. Aber es gibt ja zum Glück noch die Mangas – in denen ist Shishio nicht Kenshins letzter Gegner.

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Zwei Welten prallen aufeinander

Die Filme der Rurouni Kenshin Trilogy:

Rurouni Kenshin (Rurôni Kenshin: Meiji kenkaku roman tan, 2012)
Rurouni Kenshin – Kyoto Inferno (Rurôni Kenshin: Densetsu no saigo-hen, 2014)
Rurouni Kenshin – The Legend Ends (Rurôni Kenshin: Densetsu no saigo-hen, 2014)

Veröffentlichung: 28. August 2015 als Blu-ray und DVD, 24. April 2015 im Mediabook als Bestandteil der Rurouni Kenshin Trilogy

Länge: 135 Min. (Blu-ray), 130 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Japanisch
Untertitel: Deutsch, Niederländisch
Originaltitel: Rurôni Kenshin: Densetsu no saigo-hen
JAP 2014
Regie: Keishi Ohtomo
Drehbuch: Kiyomi Fujii, Keishi Ohtomo, nach einem Manga von Nobuhiro Watsuki
Besetzung: Tatsuya Fujiwara, Takeru Satô, Emi Takei, Yû Aoi, Min Tanaka, Masaharu Fukuyama, Ryûnosuke Kamiki, Yûsuke Iseya
Zusatzmaterial: Cast Interviews, Premieren & Events, Teaser, Trailer & TV-Spots, Wendecover
Vertrieb: Splendid Film / WVG

Rurouni Kenshin Trilogy - Mediabook

Copyright 2015 by Matthias Holm
Fotos: © Nobuhiro Watsuki / Shueisha & © 2014 Rurouni Kenshin The Legend Ends Film Partners
Packshots: © 2015 Splendid Film / WVG

 

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