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Horns – Ist Daniel Radcliffe der Teufel?

06 Aug

Horns-Plakat

Horns

Kinostart: 6. August 2015

Fantasy-Thriller // Nicht nur, dass Ignatius „Ig“ Perrish (Daniel Radcliffe) den Sexualmord an seiner Freundin Merrin (Juno Temple) verarbeiten muss, der junge Mann wird auch noch von Merrins verzweifeltem Vater Dale (David Morse) und letztlich fast der gesamten Gemeinde der Tat bezichtigt. Igs Eltern scheinen zwar zu ihm zu halten, wirken aber nicht recht von seiner Unschuld überzeugt.

Merrin liegt tot im Wald

Kurz darauf wacht Ig eines Morgens nach durchzechter Nacht im Bett mit einer Barbekanntschaft auf, um festzustellen, dass ihm zwei Hörner aus der Stirn wachsen. Ein Kainsmal-artiges Zeichen, dass er die teuflische Tat begangen hat? Jedenfalls bewirken die Hörner, dass Igs Mitmenschen in seiner Gegenwart ihre düsteren Geheimnisse offenbaren. Das führt für Ig zu einigen unschönen Erkenntnissen, aber mit dieser Gabe ausgestattet begibt er sich auf die Suche nach Merrins Mörder. Er schreckt auch nicht vor skrupellosen Maßnahmen zurück.

Kann der Arzt Igs Hörner entfernen?

Jawohl, Daniel Radcliffe ist aus dem Harry-Potter-Schatten herausgewachsen (auch wenn ich die Filme nie gesehen und die Bücher nie gelesen habe). Nun, da das abgehakt ist, können wir uns anderen Aspekten des Films zuwenden. Unklar ist, weshalb die Verfilmung eines Romans von Stephen Kings Sohn Joe Hill erst jetzt in unsere Kinos kommt. Weltpremiere hatte der Film bereits 2013 beim Toronto International Film Festival, die regulären internationalen Kinostarts folgten im Oktober und November 2014.

Vater Dale will Rache

„Horns“ ist ein reizvoller Genremix, zum einen Fantasy-Drama mit diversen surrealen visuellen Einstellungen (nicht nur die Hörner), zum anderen Thriller, bei dem es ganz konkret auch um die Suche nach dem Mörder geht. Alexandre Aja reichert das Ganze dann auch noch mit einigen geradezu grotesken Momenten an. Wenn Personen in Igs Nähe ihre Hemmungen fahren lassen, bekommt das Treiben auf der Leinwand komische Züge. Mit einigen Erinnerungs- oder Traumsequenzen wechselt Aja auch mal die Zeitebene bis in die Kindheit von Ig und Merrin.

Jugendfreund Lee (l.) holt Ig aus der Haft

Gewalt zeigt der Regisseur solch derber Filme wie „High Tension“ (2003), „The Hills Have Eyes – Hügel der blutigen Augen“ (2006) und „Piranha 3D“ (2010) zurückhaltend und nur punktuell. Ein weggeschossener Kopf gegen Ende verwundert sogar. In dem Moment wird sich manch ein Harry-Potter-Fan (nun doch wieder) vermutlich nicht schlecht erschrecken.

Erinnerung an die Kindheit

Dass es angesichts der Hörner-Thematik religiöse Metaphorik gibt, war zu erwarten. Ein wenig übertreibt es der Film damit leider. Das gilt für ein wiederkehrendes Schlangenmotiv ebenso wie für einen Aspekt von Igs Entwicklung, den ich aber nicht nennen will, um nicht zu viel zu verraten. Auch die Schlussszene hat mich unbefriedigt zurückgelassen, sie mag anderen Filmguckern aber weniger aufstoßen. „Horns“ hat einige Längen, mit einer Kürzung auf 100 Minuten wäre Aja besser beraten gewesen. Als fesselnder Genremix ist der Fantasy-Thriller die Sichtung aber wert.

Hat Bruder Terry (r.) etwas mit dem Mord zu tun?

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Daniel Radcliffe sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

Länge: 120 Min.
Altersfreigabe: FSK 16
Originaltitel: Horns
USA/KAN 2013
Regie: Alexandre Aja
Drehbuch: Keith Bunin, nach einem Roman von Joe Hill
Besetzung: Daniel Radcliffe, Juno Temple, Max Minghella, David Morse, Kathleen Quinlan, Joe Anderson, James Remar, Heather Graham, Michael Adamthwaite
Verleih: Universal Pictures Germany GmbH

Dämonisch: Ig mit Schlange

Copyright 2015 by Volker Schönenberger
Filmplakat & Fotos: © 2015 Universal Pictures Germany GmbH

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2 Kommentare

Verfasst von - 2015/08/06 in Film, Kino, Rezensionen

 

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2 Antworten zu “Horns – Ist Daniel Radcliffe der Teufel?

  1. Mic

    2015/08/09 at 19:40

    Daniel Radcliffe IST Hellboy! 😉

    Und die Bildunterschrift zum vorletzten Bild hätte auch lauten können: „Männer, die auf Ziegen starren“.

    Spaßige Grüße zum Wochenendausklang!

     
  2. Florian Born

    2015/08/07 at 07:37

    Ich finde Radcliffe ist schon mit der BBC-Produktion A Young Doctors Notebook aus dem Potter-Schatten raus. Horns klingt mal nicht schlecht, könnte man sich ansehen. Gerade die surrealen Elemente klingen so, als könnten sie mir gefallen 😀

    Dass du HP weder gesehen noch gelesen hast, finde ich erstaunlich. Aber lass dich nicht vom Hype abschrecken. Die Filme sind wirklich überraschend gut und die Bücher erst recht 😉

     

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