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Fantastic Four – Den Bösen anfeuern

11 Aug

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Fantastic Four

Kinostart: 13. August 2015

Von Matthias Holm

SF-Abenteuer // Oje – das Reboot eines Superheldenfilms. Nach der Ankündigung einer Neuauflage der „Fantastic Four“ ging das Gerücht um, der Film sei nur deshalb entstanden, damit die Rechte an der Marke nicht wieder zurück an Marvel fallen. Wann war das das letzte Mal geschehen? Ach ja, bei Sony und „The Amazing Spider-Man“. Die Filme blieben allerdings hinter den Erwartungen zurück und Marvel fädelte einen Deal mit den Japanern ein, sodass der Netzschwinger ins Marvel Cinematic Universe darf. Nun hat Twentieth Century Fox mit den „X-Men“ ein äußerst gut laufendes Franchise, warum nicht also versuchen, die bekannte Superhelden-Familie neu aufleben zu lassen? Schließlich waren die alten Filme aus den Jahren 2005 und 2007 qualitativ nicht sonderlich hochwertig.

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Reed hat einen …

Reed Richards (Miles Teller) ist ein Genie. Bereits in jungen Jahren bastelt er mit seinem Freund Ben Grimm (Jamie Bell) an einer Maschine, die Teleportation ermöglichen soll. Beim Wissenschafts-Wettbewerb seiner Schule wird Reed von Dr. Franklin Storm (Reg E. Cathey) und dessen Ziehtochter Sue (Kate Mara) entdeckt. Storm arbeitet seit Jahren an einem ähnlichen Projekt und will Reed in seinem Team haben. Zusammen mit dem rebellischen Victor von Doom (Toby Kebbel) und Franklins leiblichen Sohn Johnny Storm (Michael B. Jordan) wird das Gerät tatsächlich fertiggestellt.

Trip in eine andere Dimension

Doch als die Geldgeber rund um Dr. Allen (Tim Blake Nelson) die Regierung einschalten wollen, geht das den jungen Wissenschaftlern zu weit. Aus einer Schnapslaune heraus reisen sie selbst als Erste mit ihrer Erfindung. Sie landen auf einem fernen Planeten in einer anderen Dimension. Dabei kommen sie in Kontakt mit einer fremdartigen Energiequelle. Victor geht bei der Expedition verloren und die übrigen Vier kommen sehr verändert zurück …

In Zeiten des Internets ist es fast unmöglich, einen Film zu produzieren, ohne den Unmut vieler Menschen auf sich zu ziehen. Als bekannt wurde, dass die Fantastic Four jünger sind als in den Comics, Johnny Storm von einem Schwarzen gespielt wird und Sue gar nicht seine biologische Schwester ist, gab es einen Sturm wütender Kommentare. Der erste Trailer half da auch nicht wirklich – zu generisch, zu ähnlich in seiner Machart dem Trailer zu „Interstellar“. Ich hielt es da eher nach dem alten Sprichwort – abwarten und Tee trinken.

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… Teleporter gebaut

Immerhin besser als die Vorgänger

Nun ist der Film da und was soll man sagen – er ist besser als die alten Filme. Das war aber auch nicht sonderlich schwer. Positiv zu erwähnen ist die kurze Laufzeit. Schön, dass ein Blockbuster nicht immer zwei Stunden oder länger gehen muss. Zum anderen wurde darauf verzichtet, den Film nachträglich in 3D zu konvertieren – für einen effektgeladenen Blockbuster heutzutage eine Seltenheit.

Leider krankt der Film an diversen anderen Stellen. Zum einen ist das die Story: Eine Ursprungsgeschichte von Helden haben wir in den letzten Jahren zur Genüge gesehen, zuletzt wunderbar in „Ant-Man“. Der Vergleich ist mit Bedacht gewählt – beide Filme nehmen sich viel Zeit, um die Figuren vorzustellen. Doch während sich Scott Lang im jüngsten Marvel-Film mit Erhalt des Anzugs allmählich an die Rolle des Superhelden gewöhnt, passiert bei den Fantastic Four so gut wie nichts. Reed haut ab und die anderen drei werden von der Armee kontrolliert. Auch finden diverse gestreute Konflikte am Ende des Films zu keiner Lösung.

Es fehlen Sympathieträger

Warum das dem Zuschauer egal ist, liegt auf der Hand: Unter den Helden gibt es keinen wirklichen Sympathieträger, man drückt ihnen nicht wirklich die Daumen. Außerdem wälzt sich „Fantastic Four“ in typischen Klischees. Die begabte Sue Storm hört als abgeschotteter Teenager Portishead, Johnny hat als Hitzkopf natürlich Probleme mit seinem Vater und Reed wird von der Welt nicht verstanden.

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Jetzt geht’s rund!

Der Einzige, der einen Hauch individuelleres Profil bekommt, ist der Bösewicht Victor von Doom. An seiner Figur hatten die Drehbuchschreiber offensichtlich Spaß, seine Motivation ist nicht einfach nur die Beherrschung der Welt aus bösartigem Machtstreben. Und obwohl sein Design als Superbösewicht gewöhnungsbedürftig ist – sobald er aus der Paralleldimension wieder auf der Erde ist, zeigt sich der Vorteil des düsteren, humorfreien Tons: Er darf eine gesamte Forschungsstation aufmischen, mitsamt platzenden Köpfen und Blutspritzern an der Wand.

Vielleicht hatte Fox es bereits erkannt, dass der in Deutschland von Constantin verliehene Film nicht besonders gut wird – und die Vorteile, die ich genannt hatte, waren kalkulierte Verlust-Minimierung. Aber eine Comicverfilmung, in der man eher den Bösewicht als die Helden anfeuert, kann nicht wirklich funktionieren.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Jamie Bell haben wir in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

Länge: 106 Min.
Altersfreigabe: FSK 12
Originaltitel: Fantastic Four
USA 2015
Regie: Josh Trank
Drehbuch: Simon Kinberg, Jeremy Slater, Josh Trank
Besetzung: Miles Teller, Kate Mara, Jamie Bell, Michael B. Jordan, Toby Kebbel, Reg E. Cathey, Tim Blake Nelson
Verleih: © 2015 Constantin Film Verleih GmbH

Copyright 2015 by Matthias Holm

Filmplakat, Fotos & Trailer: © 2015 © 2015 Constantin Film Verleih GmbH

 

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