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Codename: U.N.C.L.E. – Agenten-Revival

12 Aug

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The Man From U.N.C.L.E.

Kinostart: 13. August 2015

Von Matthias Holm

Action-Abenteuer // Kommen etwa Agentenfilme wieder in Mode? Nach dem überaus erfolgreichen Bond-Abenteuer „Skyfall“ gab es mit „The Return of the First Avenger“ im Marvel-Universum bereits einen Spionage-Film, „Kingsman – The Secret Service“ hat Anfang des Jahres das Genre mit Wonne auf die Schippe genommen, und „Mission: Impossible“ ist beliebt wie eh und je. Nun kommt mit „Codename: U.N.C.L.E.“ das Revival einer TV-Serie aus den 60er-Jahren.

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CIA (l.) und KGB vereint

Anfang der 60er-Jahre ist der Kalte Krieg im vollen Gange, die USA und die Sowjetunion liefern einander ein Wettrüsten. Doch plötzlich müssen die beiden verfeindeten Nationen zusammenarbeiten: Einer terroristischen Organisation mit Verbindungen zu Altnazis ist es gelungen, einen Atomsprengkopf zu bauen. Damit die Machtverteilung nicht aus den Fugen gerät, schicken die CIA und der KGB ihre besten Männer. US-Agent Napoleon Solo (Henry Cavill) ist ehemaliger Soldat, Dieb und notorischer Frauenheld, während Sowjetspion Illya Kuryakin (Armie Hammer) eher ein Haudrauf ist, der durch die Deportierung seines Vaters in einen Gulag einen schweren psychischen Knacks davongetragen hat. Zusammen mit der Deutschen Gaby Teller (Alicia Vikander) müssen sie den Erbauer der Waffe finden – Gabys Vater.

Napoleon Solo in der DDR

Gleich zu Beginn des Films gibt es erst einmal Verwirrung für deutsche Ohren – er startet in der DDR und Napoleon Solo spricht Deutsch, was vor allem im Originalton merkwürdig klingt. Zum Glück gab es in der Pressevorführung englische Untertitel, sonst hätte ich seine Konversation mit Gaby nicht verstanden. Aber Henry Cavill bemüht sich redlich.

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Leibesvisitation auf Russisch

Der gesamte Anfang ist enorm stimmig geraten – von den Dialogen über die tolle Verfolgungsjagd bis zu den Umgebungen versprüht alles einen wunderbaren Charme und gibt den Ton für die nächsten zwei Stunden an. Leider gibt es hier jedoch schon ein erstes Problem. Guy Ritchie setzt seine stärkste Actionsequenz, die man auch in Teilen bereits im Trailer sehen konnte, direkt an den Anfang. Wer also auf ein Feuerwerk aus Explosionen hofft, sitzt im falschen Film.

Agenten mit Humor

Vielmehr versteht sich „Codename: U.N.C.L.E.“ als typische Agenten-Nummer mit viel Wortwitz. Hier wird getäuscht, da wird betrogen und zwischendurch auch mal in ein geheimes Lager eingebrochen. Das hat durchaus Stil, doch leider benutzt Ritchie zu häufig dröhnende Musik – die in leiserer Form einen wirklich tollen Soundtrack abgegeben hätte – und verschiedene visuelle Mittel, die einfach keinen Mehrwert haben. Vor allen die beiden Sequenzen, in denen Ritchie das Bild im Splitscreen-Modus teilt, sind viel zu hektisch und rauben dem Zuschauer die Übersicht.

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Was plant Victoria Vinciguerra?

Aber die Dialoge stimmen, sie bieten wunderbaren Wortwitz, der manchmal sogar tiefschwarz ist. Henry Cavill ist dabei die Frontsau des Films. Mit seinem spitzbübischen Charme und flinken Fingern hat er die Sympathien der Zuschauer auf seiner Seite. Da hat es Armie Hammer deutlich schwerer gegen, auch wenn er körperlich imposant aussieht. Seine Aggressionsattacken schwanken zwischen ernsten und komischen Momenten und entfalten so keine Wirkung. Die Damen des Casts überzeugen in ihren Rollen: Alicia Vikander als toughe Mechanikerin und Elizabeth Debicki als durchtriebenes Familienoberhaupt sind zwei wunderbare Frauenrollen. In den Credits taucht sogar ein Name auf, dessen Auftritt mir völlig entgangen ist: David Beckham. Wer ihn im Film sieht, kann gern kommentieren, wo er auftaucht.

Fortsetzung folgt?

Am Ende gibt es natürlich einen Hinweis auf eine Fortsetzung. Und wieso auch nicht, immerhin bietet der Film zwei Stunden lang solide bis gute Unterhaltung. Dann sollte wohl allerdings nicht Guy Ritchie auf dem Regiestuhl Platz nehmen, sondern jemand, der gradliniger erzählen kann. Dann hat Herr Ritchie auch mehr Zeit für „Sherlock Holmes 3“.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Hugh Grant sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgeführt.

Länge: 116 Min.
Altersfreigabe: FSK 12
Originaltitel: The Man From U.N.C.L.E.
USA 2015
Regie: Guy Ritchie
Drehbuch: Guy Ritchie, Lionel Wigram, basierend auf der TV-Serie von Sam Rolfe
Besetzung: Henry Cavill, Armie Hammer, Alicia Vikander, Elizabeth Debicki, Hugh Grant
Verleih: Warner Bros. Pictures Germany

Copyright 2015 by Matthias Holm

Filmplakate, Fotos & Trailer: © 2015 Warner Bros. Ent.

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