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Fast & Furious 7 – Action im Schatten der Tragödie

13 Aug

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Furious 7

Von Volker Schönenberger

Actionthriller // Was für ein Cliffhanger: Zu Beginn des Abspanns von „Fast & Furious 6“ tauchte doch tatsächlich Jason Statham auf und gab sich als kommende Nemesis der verschworenen Gemeinschaft um Dominic „Dom“ Toretto (Vin Diesel) zu erkennen. Als in der Folge nach und nach Tony Jaa („Ong Bak“), Djimon Hounsou („Blood Diamond“) und Kurt Russell („Die Klapperschlange“) für Teil 7 bestätigt wurden, wuchs die Vorfreude weiter.

Wie sollte es weitergehen?

Dann kam der 30. November 2013 – der Tod Paul Walkers bei einem Autounfall, zwei Monate nach Beginn der Dreharbeiten. Der Schock saß tief, bei Walkers Angehörigen, aber auch beim Filmteam und vielen Fans. Eine Weile war unklar, ob und wie „Fast & Furious 7“ beendet werden kann. Viele Szenen mit ihm als Brian O’Conner waren schon abgedreht, viele weitere Szenen noch nicht. Musste das Drehbuch über den Haufen geschmissen werden?

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Deckard Shaw brennt auf Rache …

Aber Hollywood wäre nicht Hollywood, „The Show Must Go On“ lautet die Devise. Der Kinostart wurde von Juli 2014 auf April 2015 verschoben. Für Walkers fehlende Szenen behalf man sich mit Computertricks und Walkers Brüdern Caleb und Cody als Doubles. Der Erfolg an den Kinokassen gab den Produzenten recht. Und warum auch nicht?

Jason Statham verwüstet Krankenhaus

Mit dem von Statham verkörperten Deckard Shaw endete der sechste Teil des Franchises, mit ihm beginnt auch der siebte: Am Krankenbett seines im Koma liegenden Bruders Owen (Luke Evans, „Dracula Untold“) schwört Deckard Rache. Der gesuchte Schwerverbrecher verlässt die schwer gesicherte Klinik – der geneigte Zuschauer erkennt: Eine ganze Kompanie an Polizisten hatte offenbar vergeblich versucht, Deckard aufzuhalten und festzunehmen, das Krankenhaus gleicht einem Schlachtfeld.

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… und legt sich sogleich mit Dominic Toretto (l.) an

Bald darauf bekommt Agent Luke Hobbs (Dwayne Johnson) Shaws Naturgewalt auf schmerzhafte Weise zu spüren. Damit sie den rachsüchtigen Bruder ausschalten können, lassen sich Dom, Brian, Letty (Michelle Rodriguez), Roman (Tyrese Gibson) und Tej (Ludacris) vom mysteriösen Regierungsbeamten Mr. Nobody (Kurt Russell) anheuern, ein neuartiges Ortungssystem zu stehlen. Doch wohin Dom und seine Gang auch gehen, Deckard Shaw taucht ebenfalls auf …

Mit dem Fallschirm aus dem Flugzeug – per Auto

Die Action von „Fast & Furious 7“ als „over the top“ zu bezeichnen, könnte als Untertreibung des Jahres durchgehen. Dass heiße PS-Schleudern dabei eine große Rolle spielen, versteht sich von selbst, aber dass die Fahrzeuge diesmal vom Flugzeug aus starten und per Fallschirm landen, ist selbst für diese Reihe eine Steigerung. Die anschließende Verfolgungsjagd auf der Straße setzt ebenfalls alles daran, Verfolgungsjagden der vorherigen sechs Teile in den Schatten zu stellen. Brians Szene mit dem am Abgrund befindlichen Bus setzt dem Ganzen die Krone auf.

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Mr. Nobody (r.) heuert Dom und sein Team an

Das bringt uns zum Thema Glaubwürdigkeit. Kleiner Scherz – wenn man irgendetwas rund ums „Fast & Furious“-Franchise nicht thematisieren sollte, dann Glaubwürdigkeit. Schließlich geht es um Adrenalin, PS-Monster, Testosteron und Benzin der höchsten Oktanzahl für höchste Geschwindigkeiten. Bleihaltig – und das nicht zu knapp – geht es ebenfalls zu, aber auch große Gefühle wie Liebe und bedingungslose Loyalität kommen nicht zu kurz.

Fans und Verächter bleiben in ihren Reihen

Typisch „Fast & Furious“ ist das also. Wer je einen der Filme gesehen und danach die Nase gerümpft hat, wird sich auch vom siebten Aufguss nicht bekehren lassen. Doch wer auch nur einen geschaut hat und begeistert war, wird sich schnell die übrigen Teile besorgt haben und Teil 7 ebenso begeistert aufnehmen – mit der gehörigen Portion Paul-Walker-Wehmut.

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Per Auto geht’s aus dem Flugzeug …

Wie bei Teil 5 und 6 spendierten die Produzenten den Fans für die Heimkino-Auswertung auch diesmal eine Langfassung, sie enthält drei Minuten mehr Action. Wer den Schwenk zur Blu-ray noch nicht vollzogen hat, muss aber mit der Kinofassung vorlieb nehmen – eine etwas unhöfliche Methode der Filmindustrie, Filmsammler zum Wechsel auf die Blu-ray zu bewegen, um sich beizeiten von der Produktion von DVDs verabschieden zu können.

Feuchte Augen zum Finale

Die Abschluss-Sequenz geht dann natürlich ganz nah an die großen Gefühle heran und widmet sich Paul Walker. Wer sich als Fan über die Jahre eine emotionale Bindung an den Star erarbeitet hat, wird zweifellos einen Kloß im Hals spüren – von den Angehörigen und Freunden ganz zu schweigen.

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… auf die Straße

An sich hieß es, „Fast & Furious 7“ markiere das Ende der Reihe – erst recht nach Walkers Tod. Das Finale des Films jedoch und speziell der Verbleib der Shaw-Brüder ließen in bewährter Manier alle Möglichkeiten einer Fortsetzung offen. Das weltweite Einspielergebnis von anderthalb Milliarden Dollar – Rekord der Reihe – ließ die Möglichkeit zur Sicherheit werden. Das Sequel soll am 14. April 2017 Premiere feiern.

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Paul Walker ruhe in Frieden

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Vin Diesel, Luke Evans, Dwayne Johnson, Kurt Russell und/oder Jason Statham sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

Veröffentlichung: 13. August 2013 als Blu-ray Extended Version (auch im Steelbook) und DVD sowie in der „Fast and Furious Boxset 7-Movie Collection“ als Blu-ray und DVD

Länge: 140 Min. (Extended Version Blu-ray), 137 Min. (Kinofassung Blu-ray), 132 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 12
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch u. a.
Untertitel: Deutsch, Englisch u. a.
Originaltitel: Furious 7
USA/JAP 2015
Regie: James Wan
Drehbuch: Chris Morgan, Gary Scott Thompson
Besetzung: Paul Walker, Vin Diesel, Jason Statham, Luke Evans, Kurt Russell, Michelle Rodriguez, Dwayne Johnson, Jordana Brewster, Tyrese Gibson, Tony Jaa, Nathalie Emmanuel, Djimon Hounsou, Ludacris, Lucas Black, Gal Gadot
Zusatzmaterial DVD: Zurück zum Anfang
Zusatzmaterial Blu-ray: unveröffentlichte Szenen (Letty in der Klinik, Ramsey/Dom, Rausgeputzt, Krankenschwester ruft Letty an, Das Making-of von „Fast & Furious Supercharged“, Gespräch über Fast, Zurück zum Anfang, Fliegende Autos, Die Autos von Furious, Der Kampf (Hobbs gegen Shaw, Frauenkampf, Dom gegen Shaw, Tej wird aktiv, Race Wars, Turmsprünge, Schnapp’s dir, Musikvideo „See You Again“
Vertrieb: Universal Pictures Germany GmbH

Copyright 2015 by Volker Schönenberger

Fotos, Packshots & Trailer: © 2015 Universal Pictures Germany GmbH

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4 Antworten zu “Fast & Furious 7 – Action im Schatten der Tragödie

  1. Karsten Wollny

    2017/11/11 at 09:51

    „Brians Szene mit dem am Abgrund befindlichen Bus setzt dem Ganzen die Krone auf“

    Diese Szene hat Vorgänger. Vorbilder, könnte man sagen, wenn man davon ausgeht, dass immer alle von den Altvorderen lernen.
    Ich würde ein Gewinnspiel anregen, in dem derjenige der Sieger ist, der den ältesten Vorgänger nennen kann.
    (Es ist mir schon bei den Vorgängern so gegangen, dass ich immer wieder insgeheim und nur für mich, das Genie preise, das (meines Wissens) die erste Szene dieser Art gedreht hat.)

     
  2. Quadrataugenrunde

    2015/08/13 at 07:30

    „Der Erfolg an den Kinokassen gab den Produzenten recht. Und warum auch nicht?“

    Weil es ethisch sehr fragwürdig ist, den Film mit einem toten Schauspieler fertig zu animieren. Dazu kommt die ganze Marketingkampagne von Universal, die den Tod auch noch ausgeschlachtet hat.
    Im Film ist Paul Walkers Part dann noch merkbar klein und das Ende passt nicht zum Rest vom Film, weil es für den Schauspieler Walker ist und nicht für seine Figur im Film.

    „Was für ein Cliffhanger: Zu Beginn des Abspanns von „Fast & Furious 6“ tauchte doch tatsächlich Jason Statham auf […].“

    Das war ein sehr billiger Cliffhanger, der Fast 6 eher abgewertet hat. Als wenn Statham noch für Qualität steht.

     
    • V. Beautifulmountain

      2015/08/13 at 08:49

      Die Ethik wird in solchen Fällen ja schnell bemüht. Aber wer setzt den Maßstab? Immerhin haben zwei von Paul Walkers Brüdern an der Fertigstellung seiner Szenen mitgewirkt. Die Familie fand das also offenbar ethisch vertretbar.

       
    • City

      2015/08/14 at 04:23

      Man darf nicht vergessen, dass hinter solchen Grossproduktionen Firmen mit hunderten Angestellten stehen. Also könnte man auch fragen, ob es ethisch vertretbar wäre, den Film einfach einzumotten und somit zu riskieren, dass sehr viele Leute ihren Job verlieren.

      Ich bin kein Fan dieser Reihe, aber den Film hab ich mir angeschaut und ich find ihn toll … Und das Denkmal, das sie Paul Walker gesetzt haben … Grossartig.

       

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