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Die Marx Brothers im Krieg – This Means War!

07 Sep

Die_Marx_Brothers_im_Krieg-Cover

Duck Soup

Von Volker Schönenberger

Komödie // Es ist ewig her, aber ich entsinne mich genau: Als ich „Die Marx Brothers im Krieg“ irgendwann in den 80er-Jahren erstmals schaute, habe ich mich bei der Spiegelszene (siehe Video unten) so scheckig gelacht wie vorher und hinterher kaum einmal beim Filmgucken: Pinky (Harpo Marx) hat des Nachts im Haus der reichen Witwe Mrs. Teasdale (Margaret Dumont) einen großen Spiegel zerbrochen. Sogleich kommt Rufus T. Firefly (Groucho Marx) herbeigeeilt. Weil Pinky rein zufällig ein ähnliches Nachthemd und eine Schlafmütze wie Rufus anhat, gibt er vor, dessen Spiegelbild zu sein. Rufus ist misstrauisch und testet das aus …

Freedonia vor dem Ruin?

„Duck Soup“, so der Originaltitel von „Die Marx Brothers im Krieg“, spielt im fiktiven Freedonia. Für dringend notwendige Steuersenkungen fehlt dem Kleinstaat das Geld. Mrs. Teasdale (Margaret Dumont) ist bereit, ihrem Land erneut ein großzügiges Darlehen zu gewähren. Ihre Bedingung: Rufus T. Firefly muss Premierminister werden. So geschieht es, der ungehobelte Firefly geht die Regierungsgeschäfte allerdings eher nachlässig an.

Im benachbarten Sylvania braut sich derweil Unheil über Freedonia zusammen: Die Spione Chicolino (Chico Marx) und Pinky (Harpo Marx) werden auf Firefly angesetzt. Der ernennt die beiden kurzerhand zu Ministern. Fireflys Sekretär Bob Roland (Zeppo Marx) rät seinem Chef, den sylvanischen Botschafter Trentino (Louis Calhern) zu beseitigen, der der Witwe Teasdale schöne Augen macht. Schließlich kommt es zum Krieg.

Der Wortwitz ist zum Brüllen, vor allem im Original:

War would mean a prohibited increase and more taxes.

Hey, I got an uncle, lives in Texas!

No, I’m talking about taxes, money – Dollars!

Dallas! There is where my uncle lives: Dallas, Texas!

Wenn die Marx Brothers in den Krieg ziehen, bleibt kein Auge trocken. Die Komödie entlarvt die Nichtigkeit manch vermeintlich bedeutsamer Kriegsursachen und funktioniert ganz prächtig als Satire und Kritik an Nationalismus und Patriotismus.

Fußbad in der Limo

Auch Slapstick wird im Übermaß geboten, nicht nur mit der Spiegelszene. Wie Chicolino und Pinky den Limonadeverkäufer in den Wahnsinn treiben und Pinky schließlich sogar vor allen Kunden ein Fußbad in der Limo nimmt – davon können sich etliche moderne Comedians eine Scheibe abschneiden. Die Kriegshandlungen im Finale setzen dem Ganzen die Krone auf. „Die Marx Brothers im Krieg“ ist bis heute unerreicht.

Wer mehr über die Slapstick-Truppe erfahren will: Ausgabe 10 der Zeitschrift 35 Millimeter – Das Retro-Filmmagazin widmet sich mit einer Titelgeschichte berühmten US-Filmkomikern, darunter den Marx Brothers, Buster Keaton und Abbott & Costello. Von mir wird ein Beitrag über Laurel & Hardy erscheinen. Die Ausgabe kann hier bestellt werden.

Veröffentlichung: 16. August 2012 als DVD (Edition Jahr100Film), 15. Januar 2004 als DVD

Länge: 66 Min.
Altersfreigabe: FSK 6
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch
Untertitel: Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch, Portugiesisch, Niederländisch, Dänisch, Schwedisch, Norwegisch, Finnisch, Türkisch u. a.
Originaltitel: Duck Soup
USA 1933
Regie: Leo McCarey
Drehbuch: Bert Kalmar, Harry Ruby
Besetzung: Groucho Marx, Harpo Marc, Chico Marx, Zeppo Marx, Louis Calhern, Margaret Dumont, Raquel Torres, Edmund Breese, Leonid Kinskey, Charles Middleton, Edgar Kennedy
Zusatzmaterial: Trailer
Vertrieb: Universal Pictures Germany GmbH

Copyright 2015 by Volker Schönenberger

 
 

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2 Antworten zu “Die Marx Brothers im Krieg – This Means War!

  1. Manfred Voita

    2015/09/08 at 21:30

    Ja, in den späten Siebzigern bzw. frühen Achtzigern gab es eine Art Boom für die Marx-Brothers, der sich aber, so weit ich das in Erinnerung habe, auf die Universitätsstädte und die Programmkinos beschränkte. Allerdings liefen die Filme damals auch im TV. Groucho als Firefly – unschlagbar!

     
    • V. Beautifulmountain

      2015/09/08 at 22:35

      Das stimmt, obwohl ich nie einen Marx-Brothers-Film im Kino geschaut habe. Mitte der 80er war ich zwar als Hamburger Teenager oft im Kino, auch im Programmkino, aber meine zu Beginn des Textes erwähnte Erstsichtung von DIE MARX BROTHERS IM KRIEG war eine TV-Ausstrahlung.

       

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