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Clint Eastwood (X): Die Rache des Ungeheuers – Kiemenmann auf Blondinenjagd

08 Sep

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Revenge of the Creature

SF-Horror // Da ist er ja! 15 Minuten nach Beginn des Films hat er seinen Auftritt als Laborassistent samt weißem Kittel – eine etwas alberne Szene mit einer Katze und ein paar Ratten, die den Film nicht voranbringt. Das also ist das Leinwanddebüt des großen Clint Eastwood – nach 30 Sekunden ist es vorbei.

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Expedition zum Amazonas

Erinnern wir uns: Am Ende von „Der Schrecken vom Amazonas“ („Creature from the Black Lagoon“, 1954) schien die Kreatur tödlich von Kugeln getroffen in der Schwarzen Lagune zu versinken. Doch das amphibienartige, „Gill-man“ (Kiemenmann) genannte Kiemenwesen hat überlebt. Eine Expedition fängt es und bringt es vom Amazonas in ein Ozeanarium in Florida, wo es in einem Becken angekettet und zur Schau gestellt wird. Der Tierpsychologe Professor Clete Ferguson (John Agar) und die Studentin Helen Dobson (Lori Nelson) erforschen den Gill-man. Das geht nicht lange gut.

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Der Kiemenmann ist gefangen

Die bedauernswerte Kreatur, die zum Monster wird, weil man sie nicht in Ruhe lässt – „Die Rache des Ungeheuers“ ist der zweite von drei Filmen um den Gill-man. Wie sein Vorgänger lief auch die erste Fortsetzung in 3D in den Kinos. Das zweite Sequel „Das Ungeheuer ist unter uns“ („The Creature Walks Among Us“, 1956) hingegen blieb zweidimensional und wurde statt von Jack Arnold von John Sherwood („Das Geheimnis des steinernen Monsters“) inszeniert.

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Aber nicht für lange

Haben sich die Kinogänger damals wirklich vor dem Gill-man gefürchtet? Nun gut, ein paar gruselige Szenen gibt es tatsächlich, und letztlich können wir uns mit unseren heutigen Sehgewohnheiten vielleicht nicht mehr wirklich in die Kino-Atmosphäre der 50er-Jahre hineinversetzen. Immerhin war die Fortsetzung erfolgreicher als der Erstling, es wird wohl etwas dran gewesen sein.

Ein lüsternes Monster?

Unübersehbar ist die sexuelle Konnotation. Wenn der glubschäugige Gill-man durch die Terrassentür die schöne Helen beobachtet, die leicht bekleidet im Badezimmer verschwindet, um zu duschen, ahnt man, wonach ihm der Sinn steht. Vor allem zum Finale sind in der Hinsicht Parallelen zu „King Kong und die weiße Frau“ („King Kong“, 1933) unverkennbar. Ob das damals Moralhüter auf den Plan brachte?

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Angst!

Zwar kann ich mich bei „Die Rache des Ungeheuers“ nicht mehr ernsthaft gruseln, als Horror-Abenteuer entfaltet es aber dennoch seine nostalgische Wirkung. Vor 30 Jahren wollte ich diese Filme montags im NDR-Fernsehen in der Reihe „Das Gruselkabinett“ schauen (durfte aber nicht immer). Erinnert sich noch jemand an den tollen Vorspann der Reihe? Jack Arnold mit seinen „Tarantula“ (1955), „Die unglaubliche Geschichte des Mr. C“ („The Incredible Shrinking Man“, 1957) und eben den Gill-man-Filmen passte dort perfekt hinein. Schön, dass Koch Media den auf DVD vergriffenen Film nun in anständiger Qualität erstmals auf Blu-ray veröffentlicht hat – sogar inklusive 3D-Fassung und beigelegter Brille. Jawohl, so eine Pappbrille wie damals mit einem grünen und einem roten Brillenglas. Eher ein kurioses Gimmick als ein tolles Feature.

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Je später der Abend …

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme von Jack Arnold oder Clint Eastwood sind in unserer Rubrik Regisseure aufgelistet – auch Eastwoods Schauspielarbeiten.

Veröffentlichung: 13. August 2015 als Blu-ray, 11. September 2009 als DVD

Länge: 81 Min. (Blu-ray), 78 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 12
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch, Englisch
Originaltitel: Revenge of the Creature
USA 1955
Regie: Jack Arnold
Drehbuch: Martin Berkeley
Besetzung: John Agar, Lori Nelson, John Bromfield, Nestor Paiva, Grandon Rhodes, Dave Willock, Robert Williams, Charles Cane, Ricou Browning, Tom Hennesy, Clint Eastwood
Zusatzmaterial: 3D-Fassung (81 Min., mit beigelegter Brille), deutsche Super-8-Fassung (8 Min.), englische Super-8-Fassung (5 Min.), Interview mit Jack Arnold, (11 Min., Originalfassung, wahlweise mit deutschem Voice-over), englischer Trailer, Bildergalerie
Vertrieb: Koch Media

Copyright 2015 by Volker Schönenberger
Fotos & Packshot: © 2015 Koch Media

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Eine Antwort zu “Clint Eastwood (X): Die Rache des Ungeheuers – Kiemenmann auf Blondinenjagd

  1. Kay Sokolowsky

    2015/09/08 at 09:30

    Den KIemenmann-Film werde ich trotz Deiner amüsanten Rezension wohl nicht noch mal sehen. Aber den großartigen Gruselkabinett-Trickfilm habe ich mir soeben gleich dreimal hintereinander reingezogen. Für den Link 1000 Dank!

     

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