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Maze Runner – Die Auserwählten in der Brandwüste: Panems fieser Bruder

22 Sep

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Maze Runner – The Scorch Trials

Kinostart: 24. September 2015

Von Matthias Holm

SF-Action // Zugegeben, ich hatte den ersten Film der Reihe nicht wirklich auf dem Radar. Doch als sich „Maze Runner – Die Auserwählten im Labyrinth“ in den USA zu einem Kassenerfolg mauserte und dort letzten Endes bereits über das Dreifache seiner Produktionskosten einspielte, war mein Interesse geweckt. Und ich wurde nicht enttäuscht, Teil 1 der Trilogie punktete vor allem mit seiner Originalität. Nun steht also der Nachfolger in den Startlöchern und obwohl wir auch wieder gute Kinokost bekommen, passen diesmal nicht alle Teile perfekt ineinander.

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Aus dem Regen …

Nach den Ereignissen aus „Maze Runner – Die Auserwählten im Labyrinth“ werden Thomas (Dylan O’Brien) und die Überlebenden des Labyrinths vom undurchsichtigen Janson (Aiden Gillen) aufgelesen. Der hält die Gruppe mit weiteren Überlebenden aus anderen Labyrinthen zusammen in einem Bunker, angeblich, um sie vor der Organisation „Wicked“ zu schützen. Doch bald findet Thomas heraus, dass Janson ganz und gar nicht freundlich gesinnt ist, und er flieht mit seinen Freunden und dem schüchternen Aris (Jacob Lofland). Die Gruppe will in die Berge fliehen, denn dort soll die Widerstandsbewegung „Rechter Arm“ ihren Unterschlupf haben, die gegen die Experimente von „Wicked“ rebelliert.

Etwas gehetzte Kameraareit mit Wackeleffekt

Der Einstieg in den Film ist Regisseur Wes Ball perfekt gelungen. Durch schnelle Kameraarbeit und hektische Schnitte ist der Zuschauer genauso desorientiert wie die Protagonisten. Diesen gehetzten Stil hat Ball aus dem ersten Film mit in die Action-Sequenzen des zweiten Teils übernommen, und auch wenn das an einigen Stellen passt, geht der Wackeleffekt doch nach einiger Zeit ein wenig auf die Nerven.

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… in die Traufe

Dennoch sieht der Film zu jeder Zeit super aus, sämtliche Kulissen und Schauplätze wirken sehr plastisch. Es gibt dieses Mal im Gegensatz zum ersten Teil kein Labyrinth, das den Raum begrenzt, und so kämpfen sich Thomas und die restlichen Teenager durch eine sengende Wüste, eine zerfallene Stadt mitsamt einer apokalyptischen Party und ein verlassenes Einkaufszentrum, das ein wenig an das kongeniale Videospiel „The Last of Us“ erinnert. Dort wird die Apokalypse deutlich, der Film sieht aus wie ein dreckiger, krasser Gegenentwurf zur „Panem“-Reihe.

Auftritt Zombies!

Leider fehlt durch den Wegfall des Labyrinths ein wichtiger Antagonist. Klar, die Kinder sind auf der Flucht vor einem bösen Konzern, „Game of Thrones“-Schauspieler Aiden Gillen ist wunderbar schmierig und die Protagonisten schlittern von einer üblen Situation in die nächste. Allerdings fehlt dem Film etwas konstant Bedrohliches. Was da noch am ehesten herankommt, sind die Infizierten. Ja, es gibt Zombies!

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Kann Thomas seine Freunde retten?

Das mag auch daran liegen, dass der Film interessanterweise genau dem Aspekt zum Opfer fällt, der an Literaturverfilmungen oft kritisiert wird, der aber von seinem Vorgänger gut umschifft wurde: Trotz einer Laufzeit von mehr als zwei Stunden wirkt der Film enorm gehetzt dabei, seine Geschichte zu erzählen. Die titelgebende Brandwüste wird lediglich etwa zehn Minuten gezeigt, interessante und wichtige Aspekte der Story werden nur angerissen und manche Figuren werden enorm stiefmütterlich behandelt, wie zum Beispiel die Neuzugänge Jorge (Giancarlo Esposito) und Aris. Bei Letztgenanntem hatte ich es beispielsweise komplett vergessen, dass er der Flüchtlingsgruppe angehört – bis er an einer Stelle wichtig wird …

Vorfreude aufs Finale – mit nur einem Film

Das alles ist aber Meckern auf durchaus hohem Niveau – auch der erste Teil hatte so seine Macken. Dennoch halten all diese Punkte den zweiten „Maze Runner“-Film davon ab, einen großen Schritt nach vorn zu machen und seinen Vorgänger zu übertrumpfen. Aber es sind immer noch zwei überaus unterhaltsame Kinostunden, die die Vorfreude aufs Finale schüren. Und das wird uns sogar, ganz gegen den Trend, nicht in zwei Filmen gezeigt, sondern nur in einem Film.

„Maze Runner“ bei „Die Nacht der lebenden Texte“:

Maze Runner – Die Auserwählten im Labyrinth (2014)
Maze Runner – Die Auserwählten in der Brandwüste: Der offizielle Prequel-Comic
Maze Runner – Die Auserwählten in der Brandwüste (2015)
Maze Runner – Die Auserwählten in der Todeszone (2018)

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Patricia Clarkson und Kaya Scodelario sind in unserer Rubrik Schauspielerinnen aufgeführt, Filme mit Barry Pepper unter Schauspieler.

Länge: 129 Min.
Altersfreigabe: FSK 12
Originaltitel: Maze Runner – The Scorch Trials
USA 2015
Regie: Wes Ball
Drehbuch: T.S. Nowlin, nach einem Roman von James Dashner
Besetzung: Dylan O’Brien, Kaya Scodelario, Thomas Brodie-Sangster, Ki Hong Lee, Rosa Salazar, Jacob Lofland, Aiden Gillen, Patricia Clarkson, Giancarlo Esposito, Barry Pepper
Verleih: Twentieth Century Fox of Germany GmbH

Copyright 2015 by Matthias Holm

Filmplakate, Fotos & Trailer: © 2015 Twentieth Century Fox of Germany GmbH

 

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